Magisterarbeit, 2007
115 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
1.1 Untertageverlagerung – Eine geeignete Luftschutzmaßnahme?
1.2 Forschungsstand
1.3 Fragestellung
1.4 Vorgehensweise
1.5 Verwendete Literatur und Quellen
2. Die Entwicklung der deutschen Rüstungsindustrie
2.1 Aufrüstungspläne und die Ausgangslage der Rüstung 1939
2.2 Die Entwicklung der Flugzeugindustrie
2.3 Die Entwicklung der Kugellagerindustrie
2.4 Die Entwicklung der Mineralölindustrie
2.5 Betrachtung der drei Rüstungssektoren
3. Der Bombenkrieg und die Industrieverlagerungen
3.1 Die Luftbedrohungslage des Deutschen Reichs
3.2 Industrieverlagerungen als Luftschutzmaßnahme
3.2.1 Typologie der Verlagerungen
3.2.2 Oberirdische Verlagerungen
3.2.3 Untertageverlagerungen
3.3 Die „Combined Bomber Offensive“ im Sommer 1943
3.3.1 Luftangriffe auf die Flugzeugindustrie
3.3.2 Luftangriffe auf die Kugellagerindustrie
3.3.3 Luftangriffe auf die Mineralölindustrie
3.4 Betrachtung der Luftangriffe und Gegenmaßnahmen
4. Untertageverlagerungen der Flugzeugindustrie
4.1 Daimler-Benz AG
4.1.1 Die Entwicklung des Unternehmens
4.1.2 Konzeptionen zur Untertageverlagerung
4.1.3 Die unterirdischen Verlagerungen des Werkes Genshagen
4.1.4 Die unterirdischen Verlagerungen des Werkes Sindelfingen
4.1.5 Ergebnis
4.2 BMW Flugmotorenbau-GmbH
4.2.1 Die Entwicklung des Unternehmens
4.2.2 Untertageverlagerungen
4.2.3 Ergebnis
4.3 Messerschmitt AG
4.3.1 Die Entwicklung des Unternehmens
4.3.2 Die Verlagerungen des Standortes Augsburg
4.3.3 Die Verlagerungen des Standortes Regensburg
4.3.4 Bunkerwerke
4.3.5 Ergebnis
4.4 Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG
4.4.1 Die Entwicklung des Unternehmens
4.4.2 Der Beginn der Verlagerungsmaßnahmen
4.4.3 Untertageverlagerungen der Flugmotorenwerke
4.4.4 Untertageverlagerungen der Flugzeugzellenwerke
4.4.5 Ergebnis
4.5 Reichsmarschall Hermann Göring Werke
4.5.1 Die Gründung der REIMAHG
4.5.2 Eine bombensichere Jägerfabrik
4.5.3 Ergebnis
5. Auswertung
5.1 Einflussgrößen auf den Erfolg von Untertageverlagerungen
5.2 Eine geeignete Luftschutzmaßnahme?
5.3 Verdeckte Ziele der Unternehmen
5.4 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Untertageverlagerung in der deutschen Rüstungsproduktion zwischen 1943 und 1945, mit dem primären Ziel zu bewerten, wie erfolgreich diese Maßnahmen in der Flugzeugindustrie waren und unter welchen Bedingungen sie stattfanden, wobei ein Vergleich zu anderen Rüstungssektoren gezogen wird.
1.1 Untertageverlagerung – Eine geeignete Luftschutzmaßnahme?
Das Passieren eines Straßentunnels geschieht bei den Geschwindigkeiten heutiger Kraftfahrzeuge schnell und ruft keine besonderen Hintergrundgedanken hervor. Vielleicht werden einige kurzzeitig von einem beklommenen Gefühl ergriffen, weil ihnen die Enge und Dunkelheit unbehaglich ist. Es ist kaum auszudenken, dass vor mehr als 60 Jahren Tunnel wie dieser eine große Hoffnung der deutschen Rüstungswirtschaft symbolisierten: Bombensichere Produktion. Bereits 1936 wurden im Rahmen der deutschen Kriegsvorbereitungen Überlegungen zum baulichen Luftschutz der Bevölkerung und Industrie angestellt.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten derartige Überlegungen nur in militärischen Kreisen Berücksichtigung gefunden, etwa beim Bau der Maginot-Linie. Man erkannte jedoch, dass die Beschränkung auf Verbunkerung der Frontlinien im nächsten zwischenstaatlichen Konflikt nicht ausreichen würde. Die Luftfahrzeugtechnik hatte sich seit 1919 erheblich weiterentwickelt und insbesondere die Vergrößerung der Einsatzreichweite ermöglichte es nun, Industriegebiete und Städte des Gegners mit schnellen und intensiven Luftangriffen erheblich zu schädigen. Die Bedrohung war deutlich größer als bei den Zeppelinangriffen des Ersten Weltkriegs. Aus diesem Grund musste dem zivilen Luftschutz vor dem nächsten Konflikt große Beachtung geschenkt werden.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Untertageverlagerung als Luftschutzmaßnahme ein, beleuchtet den Forschungsstand und erläutert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Die Entwicklung der deutschen Rüstungsindustrie: Hier werden die rüstungswirtschaftlichen Hintergründe und die Entwicklung der drei zentralen Sektoren Flugzeug-, Kugellager- und Mineralölindustrie bis zum Kriegsausbruch skizziert.
3. Der Bombenkrieg und die Industrieverlagerungen: Dieses Kapitel analysiert die zunehmende Luftbedrohung, die alliierte Bomberoffensive und die daraus resultierende Notwendigkeit für ober- und unterirdische Industrieverlagerungen.
4. Untertageverlagerungen der Flugzeugindustrie: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, der anhand von fünf spezifischen Fallbeispielen (Daimler-Benz, BMW, Messerschmitt, Junkers, Reichswerke) die praktische Umsetzung und den Erfolg unterirdischer Produktionen analysiert.
5. Auswertung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Einflussfaktoren auf den Erfolg der Verlagerungen und gibt einen Ausblick auf die Nachkriegszeit.
Untertageverlagerung, Rüstungsproduktion, Zweiter Weltkrieg, Luftkrieg, Flugzeugindustrie, Mineralölindustrie, Kugellagerindustrie, Jägerstab, Reichsluftfahrtministerium, Zwangsarbeit, Organisation Todt, Dezentralisierung, Bombenschutz, Rüstungsstab, Industrieproduktion.
Die Arbeit befasst sich mit der Strategie der deutschen Rüstungsindustrie, ihre Produktion während des Zweiten Weltkriegs durch Verlagerung in unterirdische Anlagen vor alliierten Luftangriffen zu schützen.
Zentrale Themen sind die Rüstungswirtschaft im NS-Staat, die Auswirkungen des alliierten Bombenkriegs auf verschiedene Industriezweige und die organisatorische Durchführung sowie die Probleme der Untertageverlagerung.
Das Ziel ist es, den Erfolg und die Bedingungen der Untertageverlagerungen in der Flugzeugindustrie zu bewerten und die gewonnenen Erkenntnisse mit der Kugellager- und Mineralölindustrie zu vergleichen.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die durch die Untersuchung der Literatur, den Vergleich verschiedener Rüstungssektoren und eine detaillierte Fallstudienanalyse von fünf großen Flugzeugherstellern erfolgt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine branchenübergreifende Analyse der Luftangriffe und Gegenmaßnahmen sowie eine detaillierte Untersuchung der Verlagerungsprojekte bei fünf führenden Flugzeugherstellern.
Wichtige Begriffe sind Untertageverlagerung, Rüstungsproduktion, Flugzeugindustrie, Allierte Bomberoffensive, Zwangsarbeit und Rüstungsstab.
Die Effektivität war sehr unterschiedlich; während die Kugellagerindustrie teils erfolgreich dezentralisieren konnte, scheiterten viele Großprojekte in der Flugzeugindustrie an Ressourcenmangel, logistischen Problemen und geologischen Hürden.
Ohne die massive Ausbeutung von Zwangsarbeitern durch SS und Organisation Todt wäre der Bau der aufwendigen unterirdischen Anlagen in der Endphase des Krieges organisatorisch und arbeitskräftemäßig nicht möglich gewesen.
Diese als bombensichere Großprojekte geplanten Jägerfabriken sollten eine Massenproduktion ermöglichen, wurden jedoch durch Ressourcenknappheit und den Kriegsverlauf zum Großteil nicht fertiggestellt oder erwiesen sich als ineffektiv.
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