Diplomarbeit, 2005
126 Seiten, Note: 1,70
1 Einleitung
2 Ergebnisse der Literaturstudie
2.1 Die rechtlichen Grundlagen des psychiatrischen Maßregelvollzugs in der Bundesrepublik Deutschland
2.1.1 § 63 StGB: Die Maßregel der Besserung und Sicherung
2.1.2 Dauer und Beendigung der Maßregel
2.1.3 Das niedersächsische Maßregelvollzugsgesetz
2.2 Psychische Gesundheit – Psychische Krankheit
2.2.1 Psychiatrische Langzeitpatienten
2.2.2 Hospitalismus
2.2.3 „Krank und kriminell“ – Die Klientel des psychiatrischen Maßregelvollzugs
2.3 Die Behandlung und Therapie im Maßregelvollzug
2.3.1 Schwierigkeiten und Probleme während einer stationären Behandlung
2.3.2 Entlassungsvorbereitungen und Rehabilitation
2.3.3 Die kriminologische Rückfälligkeit forensischer Patienten
2.4 Die Entlassung aus einem psychiatrischen Krankenhaus
2.4.1 Die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen
2.4.2 Psychosoziale Einrichtungsmöglichkeiten
2.4.3 Forensische Fachambulanz
2.4.4 Exkurs: Lebensqualität
2.4.5 Die Lebenspraxis psychisch kranker Menschen
2.5 Zusammenfassung
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Qualitativer Forschungsansatz
3.2 Das problemzentrierte Interview nach Witzel
3.3 Entwicklung des Interviewleitfadens
3.4 Auswahl der Stichprobe
3.5 Darstellung der Stichprobe
3.6 Datenerhebung
3.7 Experteninterview
3.8 Datenauswertung
4 Ergebnisdarstellung
4.1 Leben in der Maßregelklinik
4.1.1 Verlust eines Lebensabschnitts
4.1.2 Zwanghafter Freiheitsentzug
4.1.3 Der mühsame Prozess der Behandlung
4.1.4 Die forensische Psychiatrie als Erfahrungswert
4.1.5 Entlassungsvorbereitung
4.1.6 Zusammenfassung und Diskussion
4.2 Leben nach der Maßregelklinik
4.2.1 Das Probewohnen: Der erste Schritt zurück zur Normalität
4.2.1.1 Eingeschränkte Freiheit durch Beobachtung und Kontrolle
4.2.1.2 Schutz- und Sicherheitsfunktion durch die Anbindung zur Maßregelklinik
4.2.2 Leben in der neuen Unterkunft
4.2.2.1 Pflegerische Unterstützung im Wohnheim
4.2.3 Wieder gewonnene Freiheit und Privatsphäre
4.2.4 Bewältigung alltäglicher Aufgaben
4.2.5 Umgang mit Medikamenten
4.2.6 Umgang mit Konflikten
4.2.7 Arbeitsbeschäftigung
4.2.8 Finanzielle Situation
4.2.9 Soziales Umfeld
4.2.9.1 Folgen der Beziehungsabbrüche
4.2.9.2 Aufbau sozialer Kontakte
4.2.9.3 Familiäre Kontakte
4.2.9.4 Wunsch nach einer partnerschaftlichen Beziehung
4.2.10 Freizeitgestaltung
4.2.11 Angst vor Ausgrenzungen
4.2.12 Zukunftsperspektiven
4.2.13 Zusammenfassung und Diskussion
4.3 Der Bedarf einer forensischen Fachambulanz
5 Abschließende Diskussion und Fazit
6 Empfehlungen für die Praxis
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Entlassungssituation forensischer Patienten retrospektiv aus deren Sicht zu beleuchten, um Schwierigkeiten, Bedürfnisse sowie Ängste bei der Wiedereingliederung zu identifizieren und den Bedarf an einer forensischen Fachambulanz zu evaluieren.
4.1.1 Verlust eines Lebensabschnitts
Zum Teil kamen die Informanten als junge Erwachsene in die Maßregelklinik und verbrachten dort viele Jahre. Die Informanten wurden mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren eingewiesen. Einige dieser Informanten beschrieben ihre zwanghafte Unterbringung in der forensischen Psychiatrie als unnötig. Außerdem erlebten viele Informanten den Zeitraum der Unterbringung als zu lang. Gerade deshalb betrachteten sie ihren Aufenthalt als einen „gestohlenen Lebensabschnitt“. Durch die stationäre Therapie konnten sie über Jahre hinweg nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, so dass z.B. eine Familienplanung oder auch eine berufliche Laufbahn nicht möglich war.
„Leichte Körperverletzung und dafür dann neun Jahre da drin sitzen. Das ist schon eine Schweinerei. Man hat mich halt nicht raus gelassen und die neun Jahre sind weg. Ein großer Teil des bestens Lebensabschnitte äh ... in der Zeit in der, wo man eigentlich eine Familie gründet … und eine anständige Arbeit findet.“ (2:5:27-31)
1 Einleitung: Vorstellung des Forschungsthemas, der Zielsetzung sowie der qualitativen Vorgehensweise anhand von Experten- und Patienteninterviews.
2 Ergebnisse der Literaturstudie: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen, psychischer Störungsbilder und der Herausforderungen bei der Entlassung aus dem Maßregelvollzug.
3 Methodisches Vorgehen: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethodik inklusive Datenerhebung und -auswertung mittels Inhaltsanalyse nach Mayring.
4 Ergebnisdarstellung: Präsentation und Diskussion der empirisch erhobenen Interviewdaten zum Leben in und nach der Maßregelklinik sowie zum Bedarf einer Fachambulanz.
5 Abschließende Diskussion und Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Problemlagen forensischer Patienten und Vergleich mit allgemeinpsychiatrischen Entlassungssituationen.
6 Empfehlungen für die Praxis: Zusammenstellung von Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Entlassungsvorbereitung und Nachsorge forensischer Patienten.
Maßregelvollzug, forensische Psychiatrie, Entlassungsvorbereitung, Stigmatisierung, Langzeitpatienten, soziale Reintegration, Rehabilitation, Probewohnen, forensische Fachambulanz, Patientenperspektive, qualitative Forschung, Alltagskompetenz, Bewährungshelfer, Compliance, Lebensqualität
Die Arbeit untersucht die Lebenssituation und die Entlassungssituation forensischer Patienten aus der Maßregelklinik, insbesondere die Herausforderungen bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Unterbringung (§ 63 StGB), den psychischen und sozialen Belastungsfaktoren der Patienten sowie der Notwendigkeit einer spezifischen Nachsorge.
Das Ziel ist es, aus der retrospektiven Sicht betroffener Patienten aufzuzeigen, welche Schwierigkeiten beim Übergang in die Freiheit bestehen und wie eine professionelle Unterstützung (Forensische Fachambulanz) hierbei helfen könnte.
Es handelt sich um eine qualitative Studie. Die Autorin führte problemzentrierte Interviews nach Witzel mit elf ehemaligen Patienten und einer Stationsleitung durch, die anschließend inhaltsanalytisch nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Literaturstudie zum Forschungsstand und eine detaillierte Ergebnisdarstellung, die Themen wie das Leben in der Klinik, den Übergang in die Freiheit, soziale Kontakte und finanzielle Aspekte umfasst.
Wichtige Begriffe sind Maßregelvollzug, Entlassungsvorbereitung, Stigmatisierung, forensische Fachambulanz und soziale Reintegration.
Forensische Patienten sind durch die „doppelte Stigmatisierung“ (krank und kriminell) sowie durch eine oft sehr lange, unbefristete Unterbringungsdauer und eine Abhängigkeit von Justizvollzugsorganen geprägt, was den Wiedereingliederungsprozess deutlich erschwert.
Die Fachambulanz wird als zentrale Forderung hervorgehoben, um den „Drehtüreffekt“ zu verhindern und eine kontinuierliche, individuell abgestimmte Nachsorge zwischen Klinik und Bewährungshelfer sicherzustellen.
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