Examensarbeit, 2006
68 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Definitionsversuche von Aggression
3.Ursachen
3.1 Triebtheorien
3.1.1 Triebtheorie nach Sigmund Freud (1920)
3.1.2 Instinkt – Modell von Konrad Lorenz (1937)
3.2 Frustrations – Aggressions – Hypothese nach Dollar und Miller (1939)
3.3 Lerntheorie nach Bandura (1959)
3.3.1 Lernen am Modell
3.3.2 Lernen am Effekt
3.4 Andere Ursachen
3.5 Fazit
4. Entwicklung aggressiven Verhaltens
5. Arten von Aggression
5.1 Aggression in Abhängigkeit der Intention der Handlung
5.1.1 Die konstruktive Aggression
5.1.2 Die destruktive Aggression
5.1.3 Die instrumentelle Aggression
5.2 Aggression bei Jungen und Mädchen
5.3 Äußerungsformen der Aggression
5.3.1 Autoaggressionen
5.3.2 Hyperaktivitätssyndrom
5.4 Fazit
6. Intervention
6.1 Verhaltenstraining nach Petermann und Petermann
6.2 Motopädagogisches Programm nach Kiphard (1993) als Intervention bei Hyperaktivität
6.3 Streitschlichtung
6.4 Andere Interventionsmöglichkeiten
6.4.1 Wiedergutmachung
6.4.2 Auszeitmethode
6.4.3 Verstärkung
6.4.4 Ignorieren
6.4.5 Die Technik des Festhaltens und die „Kunst“ des Redens
6.5 Fazit
7. Abschließende Bemerkung
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Aggression bei Kindern, analysiert deren Entstehungsursachen durch verschiedene psychologische Theorien und bewertet praktische Interventionsmöglichkeiten im schulischen und familiären Umfeld, um Wege für einen konstruktiven Umgang mit aggressivem Verhalten aufzuzeigen.
5.1.2 Die destruktive Aggression
„Daniel ist drei. Er sitzt in seinem kleinen Sandkasten und spielt. Da gesellt sich die große Schwester zu ihm und zwängt sich ebenfalls in den kleinen Kasten. Daniel will sie nicht bei sich dulden – es ist sein Sandkasten und er verteidigt ihn. Er versucht, die große Schwester hinauszudrücken, aber das gelingt nicht. Sein Unmut wächst, er quengelt, schubst und schließlich schlägt er wild um sich, um die große Schwester zu vertreiben.“ (Friedrich 2005, S. 25). Dieser Auszug stellt ein Beispiel für destruktive Aggression dar. Diese entsteht durch großen Schmerz, unerträgliche Frustration und gefühlsmäßige Überforderung. Zu Beginn der Szene handelt Daniel konstruktiv aggressiv. Der Junge kommt aber nicht gegen die große Schwester an. Somit erreicht er sein Ziel den Sandkasten wieder für sich allein zu haben nicht. Dadurch wird er mehr und mehr frustriert, bis die konstruktive in destruktive Aggression umschlägt. Er weiß sich nicht mehr anders zu helfen und fängt an um sich zu schlagen und zu schreien.
Wer destruktiv aggressiv handelt agiert aus Gefühlen wie Zorn, Hass und Wut heraus. Ziel ist es hier einen subjektiv empfundenen Angriff abzuwehren, sich und seine Interessen zu verteidigen. Die destruktive Aggression äußert sich in unkontrollierbaren Ausbrüchen, was den Umgang mit ihr schwierig macht.
Wenn Eltern mit aggressiven Handlungen, wie Schlägen, Beschimpfungen oder Drohungen, gegen die destruktiven Verhaltensweisen ihrer Kinder angehen wollen, erreichen sie das genaue Gegenteil ihres eigentlichen Ziels. Wird ein destruktiv aggressiv handelndes Kind geschlagen, kommt zu seinem Gefühl der Wut das Gefühl der Angst hinzu. Ein Heranwachsender, der auf diese Weise erzogen wurde, wird auch unabhängig von der Elternsituation diese beiden Gefühle verspüren, wenn er wütend wird. Diese Dualität der Gefühle kann ein Kind handlungsunfähig machen, wodurch verhindert wird, dass es einen sozial akzeptablen Umgang mit seinen negativen Gefühlen erlernt (vgl. Friedrich 2005, S. 24ff.).
1. Einleitung: Beschreibt das Auftreten von Aggression im Alltag und erläutert die Zielsetzung der Examensarbeit, die Ursachen und Interventionsmöglichkeiten bei verhaltensauffälligen Kindern zu untersuchen.
2. Definitionsversuche von Aggression: Beleuchtet verschiedene Ansätze zur Definition von Aggression, wobei der Schwerpunkt auf der Intention und der Abgrenzung von Gewalt liegt.
3. Ursachen: Analysiert die Entstehungsbedingungen von Aggression durch Triebtheorien, Frustrations-Aggressions-Hypothesen und lerntheoretische Konzepte sowie psychosoziale Risikofaktoren.
4. Entwicklung aggressiven Verhaltens: Stellt das Entwicklungsmodell nach Patterson und Bank vor, welches die Eskalation gestörten Sozialverhaltens in vier Stufen beschreibt.
5. Arten von Aggression: Systematisiert verschiedene Aggressionsformen wie konstruktive, destruktive und instrumentelle Aggression sowie geschlechtsspezifische Unterschiede und Äußerungsformen wie Autoaggression.
6. Intervention: Diskutiert praxisorientierte Methoden zur pädagogischen Intervention bei aggressivem Verhalten, darunter Verhaltenstraining, Motopädagogik und Streitschlichtung.
7. Abschließende Bemerkung: Reflektiert den gesellschaftlichen Wandel und dessen Einfluss auf die kindliche Entwicklung und betont die Notwendigkeit individuell abgestimmter Interventionsansätze.
Aggression, Kindheit, Verhaltensauffälligkeit, Intervention, Triebtheorie, Frustration, Lerntheorie, Autoaggression, Hyperaktivität, ADHS, Streitschlichtung, Pädagogik, Sozialverhalten, Erziehung, Konfliktlösung.
Die Arbeit widmet sich der wissenschaftlichen Untersuchung von Aggression bei Kindern. Dabei stehen die Arten des Verhaltens, die Entstehungsursachen und Möglichkeiten der pädagogischen Intervention im Fokus.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Hintergründe von Aggression, die Entwicklung aggressiven Sozialverhaltens, geschlechtsspezifische Unterschiede sowie konkrete Ansätze wie das Verhaltenstraining und die Streitschlichtung.
Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Aggression entsteht, ab wann sie als bedenklich gilt und wie pädagogische Fachkräfte in akuten Situationen konstruktiv und zielgerichtet eingreifen können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer Theorien (z. B. Triebtheorie, Lerntheorie) und aktueller Modelle zur Entwicklungspsychologie und Interventionsforschung.
Der Hauptteil erörtert die Ursachen und Arten von Aggression sowie die praktische Anwendung von Interventionsprogrammen, um eine Verfestigung destruktiven Verhaltens bei Kindern zu verhindern.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Aggression, Intervention, Verhaltensauffälligkeit, Erziehung, Lerntheorie, ADHS und Konfliktlösung.
Die Familie fungiert als primäres Lernmodell. Ungünstige Erziehungsmethoden, mangelnde Aufmerksamkeit oder Gewalt in der Familie können das Kind negativ prägen und eine aggressive Laufbahn begünstigen.
ADHS führt oft zu einer verzerrten Wahrnehmung und hoher Impulsivität. Betroffene Kinder haben Schwierigkeiten, sich in organisierten Umgebungen (wie der Schule) anzupassen, was zu häufigen Misserfolgen und daraus resultierenden Wutausbrüchen führen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

