Magisterarbeit, 2007
89 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Definition Kulturhoheit
2.1 Abriß über die Geschichte der Kulturhoheit
2.2 Die Föderalismusreform
3. Definition „Bildungsmisere“
3.1 Abriß über eine Geschichte von „Bildungsmiseren“
4. Abriß über die heutigen Problemstellungen der Bildungspolitik
4.1 Aktuelle Berichte und Befunde
4.1.1 Der Bildungsbericht für Deutschland 2003
4.1.2 Der nationale Bildungsbericht 2006
4.1.3 Bericht des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Bildung, Vernor Muñoz, zu seinem Deutschlandbesuch im Februar 2006
4.2 Bayern und Bremen – zwei Beispiele für unterschiedliche Bildungssysteme im Bildungsföderalismus
4.2.1 Bayern
4.2.2 Bremen
5. Lösungsansätze in der Bildungspolitik?
5.1 Der Koalitionsvertrag der Bremer Koalition 2007
5.2 Bildungspolitische Diskussion
5.3 Nationale Bildungsstandards
6. Lösungsansätze in der Pädagogik?
6.1 Pädagogische Theorie
6.2 Projekte in der Praxis
6.2.1 „Kinder zum Olymp“
6.2.2 Modellprojekt „Bildungshaus 3-10“
6.2.3 Schulversuch „neue Oberstufe“
7. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Kulturhoheit der deutschen Bundesländer auf das Phänomen der sogenannten „Bildungsmisere“. Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen dem föderalen Schulsystem und aktuellen bildungspolitischen Herausforderungen zu analysieren sowie Lösungsansätze aus Politik und Pädagogik kritisch zu beleuchten.
Die Herausforderung des föderalen Bildungssystems
Bildung ist, spätestens seit dem sogenannten „PISA-Schock“, dem vergleichsweise schlechten Abschneiden Deutschlands bei den internationalen PISA-Tests, in aller Munde; immer wieder ist den Medien zu entnehmen, daß das „Land der Dichter und Denker“ vor die Hunde ginge, daß die Deutschen immer ungebildeter würden, die Schülerinnen und Schüler schlechter – insbesondere die Schüler –, die Gesellschaft überhaupt „dümmer“.
Einer der Diskussionspunkte in der öffentlichen Debatte über Bildung und Bildungspolitik ist die Frage nach der Bildungs- bzw. Kulturhoheit der Länder. Trägt diese (Mit)Schuld an der so bezeichneten „Bildungsmisere“ in Deutschland? Einiges scheint dafür zu sprechen, etwa wenn man sich die Leistungsunterschiede zwischen einzelnen Bundesländern ansieht, zwischen Ländern, die auch unterschiedliche Bildungssysteme und -schwerpunkte besitzen. Während Bayern im Süden relativ gut abschneidet – aber international auch nur Durchschnitt ist –, schneidet etwa der norddeutsche Stadtstaat Bremen recht schlecht ab.
Abschneiden, sondern zugleich für Zentralisierungsbefürworter ein Argument für stärkere Zentralisierung der Bildung. Die Bildungshoheit der Länder sieht sich immer wieder Angriffen ausgesetzt, kann sich aber bisher (noch) behaupten. So bleibt es auch nach der „Föderalismus-Reform“ dabei, daß Bildung – hier ist v. a. Schulbildung gemeint – Ländersache ist.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Bildungsmisere und die Rolle der Kulturhoheit der Länder in Deutschland.
2. Definition Kulturhoheit: Klärung des Begriffs der Kulturhoheit und ihre historische sowie verfassungsrechtliche Einordnung.
3. Definition „Bildungsmisere“: Analyse des populärwissenschaftlichen Begriffs und historischer Rückblick auf ähnliche Bildungsdebatten.
4. Abriß über die heutigen Problemstellungen der Bildungspolitik: Auswertung aktueller Bildungsberichte und Vergleich der Bildungssysteme Bayerns und Bremens.
5. Lösungsansätze in der Bildungspolitik?: Diskussion politischer Gegenmaßnahmen, insbesondere am Beispiel des Bremer Koalitionsvertrags und der Einführung nationaler Bildungsstandards.
6. Lösungsansätze in der Pädagogik?: Untersuchung pädagogischer Theorien und praktischer Modellprojekte zur Verbesserung der Bildungssituation.
7. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Reformmöglichkeiten im Rahmen des deutschen Föderalismus.
Bildungspolitik, Kulturhoheit, Bildungsmisere, Föderalismusreform, Schulsystem, PISA-Studie, Bildungsstandards, Bildungsbericht, Ländervergleich, Bayern, Bremen, Schulentwicklung, Pädagogik, Reformpädagogik, Chancengleichheit.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die verfassungsrechtlich verankerte Kulturhoheit der Bundesländer auf die Qualität und die Probleme des deutschen Bildungssystems hat.
Die zentralen Themen sind das föderale System in Deutschland, die öffentliche Debatte über Bildungsmängel, Bildungsberichte der letzten Jahre und die Umsetzung von Reformen.
Die Arbeit fragt nach den Zusammenhängen und Wechselwirkungen zwischen der Kulturhoheit der Länder und der sogenannten Bildungsmisere sowie den Möglichkeiten zur Reform.
Es wird eine deskriptive Analyse und Synopse von Primär- und Sekundärtexten, aktuellen Berichten, Presseartikeln und Koalitionsverträgen angewendet.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, aktuelle Berichte wie PISA, den Vergleich zwischen Bayern und Bremen sowie Lösungsansätze in Politik und Pädagogik.
Bildungspolitik, Kulturhoheit, Föderalismus, Bildungsmisere, Bildungsstandards, Chancengleichheit und Schulentwicklung.
Bayern wird als Flächenstaat mit einem konservativeren, selektiven dreigliedrigen System dargestellt, während Bremen als verschuldeter Stadtstaat mehr Ansätze zur Differenzierung und längeren gemeinsamen Beschulung zeigt.
Sie werden als ein seltenes Beispiel für bundesweites Einvernehmen und als Versuch gewertet, trotz föderaler Struktur bundesweit vergleichbare Mindeststandards zu etablieren.
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