Bachelorarbeit, 2008
127 Seiten, Note: 1,3
Vorspann
1 Einleitung
2 Geschichte der Fachberatung im pluralen Trägersystem
2.1 Das „Berliner Modell“ im Vergleich mit anderen Fachberatungsmodellen
2.2 Fachberatung in katholischen Kindertagesstätten am Beispiel des Deutschen Caritasverbandes
2.3 Fachberatung in evangelischen Kindertagesstätten am Beispiel des Diakonischen Werkes
2.4 Vorbildliche Zusammenarbeit zweier Bundesverbände
3 Fachberatung in der „Klemme“
3.1 Kein objektiv definiertes Berufsbild
3.2 Die eingequetschte Funktion der Fachberatung
3.3 Die unterschiedlichen Strategien des Zwischen-den-Stühlen-Phänomens
3.4 Ziele, Aufgaben und Schlüsselfunktionen von Fachberatung
3.4.1 Das Dilemma Ziele von Fachberatung ohne ein einheitliches Beratungskonzept zu formulieren
3.4.2 Definition von Beratung
3.4.3 Aufgaben der Fachberatung auf sechs verschiedenen Ebenen
3.5 Weitere Kompetenzen von Fachberatung
4 Die Methode der qualitativen Sozialforschung
4.1 Vorstellung der Hypothesen
4.2 Kriterien der Fragebögen für die vier Zielgruppen
4.3 Die Auswertungsmethode
5 Zusammenfassung der qualitativen Interviews
5.1 Perspektive der Fachberatung
5.2 Perspektive der Träger
5.3 Perspektive der ErzieherInnen
5.4 Perspektive der Politik
5.5 Das etwas andere Interview
5.6 Die unvorhergesehenen Interviews
6 Auswertung der Interviews
6.1 Perspektive der Fachberatung
6.2 Perspektive der Träger
6.3 Perspektive der Einrichtungen
6.4 Perspektive der Politik
6.4.1 Spärlich, aber dennoch vorhanden – Empirische Befunde zu Fachberatungseffekten
6.4.2 Axiome zur Sensibilisierung der Politik
6.5 Hypothesenreflexion
7 Perspektiven
7.1 Kurzfristige Perspektive
7.1.1 Landesweite Kommunikationsinitiative starten
7.1.2 Interkommunale Zusammenschlüsse (Verbünde) für Fachberatungsstellen
7.1.3 Schaffung von überregionaler Transfer- und Vernetzungsprozessen
7.2 Mittelfristige Perspektiven
7.2.1 Verbesserung der Rahmenbedingungen der Fachberatung
7.2.2 Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Einrichtungen
7.3 Langfristige Perspektive
7.3.1 Errichtung von kommunalen und interkommunalen Fachdienststellen
7.3.2 Bundes- oder landeseinheitliche Regelungen
7.3.3 Errichtung einer intermediären Dienstleistungsstelle „Fachberatung für Fachberatung (FfF)“
8 Fazit
Nachtrag
Die vorliegende Arbeit untersucht das aktuelle Berufsbild und die Rahmenbedingungen der Fachberatung für Kindertagesstätten, um herauszuarbeiten, ob eine stärkere Profilierung notwendig und erwünscht ist, um die Fachberatung als verlässliche Schnittstelle zwischen Trägern und Einrichtungen zu etablieren. Ziel ist es, Ansätze für ein bundesweit einheitliches Berufsbild und verbesserte Strukturen zu entwickeln, die den gestiegenen Anforderungen an Bildung, Erziehung und Betreuung gerecht werden.
3.2 Die eingequetschte Funktion der Fachberatung
Das Bild vom Eingequetscht sein wird von Beate Irskens fast phobisch beschrieben. Die Butterstulle mit ein bisschen eingequetschtem Belag zwischen Träger- und Einrichtungsscheibe. Oder anders: Oben zu und unten zu, dazwischen eingebunden! Es ist bewundernswert wie ausharrend und trotzdem flexibel Fachberatung mit Linienfunktion in dieser eingeengten Sandwich-Position ihre tägliche Arbeit verrichtet. Kann dieser enge Platz auf Dauer ausreichend und zufriedenstellend sein? Braucht Fachberatung mehr Platz? Kann Fachberatung mit Linienfunktion allen Interessenvertretungen gerecht werden? Wie dehnbar ist dieser Belag? Die Beratungstätigkeit ist das Stiefkind der Fach- und Dienstaufsicht und kann nicht schön geredet werden. Selbst der Begriff „Auf-Sicht“ implementiert schon etwas Beängstigendes. Die MitarbeiterInnen spüren deutlich die Unterworfenheit ihrer Position. Somit kann in der Beratungssituation die Vorgesetztenrolle nicht ausgeblendet werden. Auch aus humanpsychologischer Sicht ist dieser Rollenkonflikt nicht vertretbar. Niemand der ein Konflikt mit sich selbst oder mit seinem Kollegium hat und Beratung aufsucht, wird sich dem/der Vorgesetzten in Beratungsfunktion gegenüber in dem Maße öffnen können, wie es die Grundsätze einer partizipierenden Beratung erfordern, um zu guten Konfliktabkommen und Ergebnissen gelangen zu können.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigenden Anforderungen an Kindertagesstätten und die zentrale Scharnierfunktion der Fachberatung, die aktuell unter diffusen Rahmenbedingungen leidet.
2 Geschichte der Fachberatung im pluralen Trägersystem: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der Fachberatung nach und kontrastiert das „Berliner Modell“ mit anderen trägerspezifischen Strukturen.
3 Fachberatung in der „Klemme“: Der Autor beschreibt hier die schwierige Position der Fachberatung zwischen Trägeraufsicht und Beratungsauftrag, die zu einem diffusen Berufsbild führt.
4 Die Methode der qualitativen Sozialforschung: Es wird das methodische Vorgehen erläutert, das auf narrativen Interviews mit vier verschiedenen Zielgruppen (Fachberatung, Träger, ErzieherInnen, Politik) basiert.
5 Zusammenfassung der qualitativen Interviews: Hier werden die Ergebnisse der Befragungen strukturiert nach Zielgruppen und inhaltlichen Schwerpunkten gerafft dargestellt.
6 Auswertung der Interviews: Das Kapitel analysiert die erhobenen Daten, reflektiert die Hypothesen und diskutiert Lösungsansätze für die identifizierten Problemlagen.
7 Perspektiven: Basierend auf der Analyse werden kurz-, mittel- und langfristige Handlungsempfehlungen formuliert, um die Fachberatung professionell neu auszurichten.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer bundeseinheitlichen Professionalisierung der Fachberatung.
Fachberatung, Kindertagesstätten, Berufsbild, Trägersystem, Rollenkonflikt, Profilierung, Qualitätssicherung, Bildungsauftrag, Pädagogische Arbeit, Vernetzung, Postmoderne, Kommunalisierung, Organisationsentwicklung, Professionalisierung, Beratungstheorie.
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Situation der Fachberatung für Kindertagesstätten, die unter einem unklaren Berufsbild, mangelnder Sichtbarkeit und strukturellen Rollenkonflikten leidet.
Im Fokus stehen das Berufsbild der Fachberatung, ihr Verhältnis zu Trägern und Einrichtungen, die Auswirkungen der Kommunalisierung sowie die Notwendigkeit einer professionelleren Ausrichtung.
Ziel ist es, herauszufinden, ob eine stärkere Profilierung der Fachberatung gewünscht ist und wie ein einheitliches Berufsbild zur Lösung der aktuellen Problemlagen beitragen kann.
Es wurde eine qualitative Sozialforschung mittels narrativer Interviews mit vier Zielgruppen durchgeführt, ergänzt durch eine Literaturanalyse und Situationsanalyse.
Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln, das Rollenkonflikt-Potenzial (Zwischen-den-Stühlen), die sechs verschiedenen Arbeitsebenen von Fachberatung und liefert eine Auswertung der Interviews.
Professionalisierung, Profilierung, Rollenkonflikt, Fachdienst, Bildungsauftrag und Qualitätsentwicklung sind die zentralen Konzepte.
Es bezeichnet die Zwickmühle der Fachberatung, wenn sie gleichzeitig beratend tätig sein soll und die Dienst- oder Fachaufsicht innehat, was echtes Vertrauen erschwert.
Die Autorin schlägt die Schaffung von eigenständigen „Fachdiensten für Bildung und Erziehung“ vor, die eine klare Trennung von Beratung und Aufsicht ermöglichen und Fachberatung als professionelle Institution etablieren.
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