Forschungsarbeit, 2007
25 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Darstellung verschiedener Beziehungsformen
2.2 Wandel der Beziehungsformen – Statistik
2.3 Ansätze der Scheidungsforschung
2.4 Scheidungsgründe
3 Auswirkungen einer elterlichen Scheidung auf das Verhalten der Kinder
3.1 Allgemeines
3.2 Kurzfristige Folgen einer elterlichen Scheidung
3.3 Geschlechtsspezifische Unterschiede
3.4 Altersspezifische Unterschiede
3.4.1 Egozentrische Perspektive (3 bis 6 Jahre)
3.4.2 Subjektive Perspektive (5 bis 9 Jahre)
3.4.3 Reziproke Perspektive (7 bis 12 Jahre)
3.4.4 Perspektive der Dritten Person (10 bis 15 Jahre)
4 Langfristige Folgen einer elterlichen Scheidung
5 Lässt sich Scheidung sozial vererben?
6 Entwicklungsaufgaben für Eltern und Erzieherinnen
6.1 Pädagogische Möglichkeiten – Praxisbezogene Handlungskonzepte entwickeln
7 Zusammenfassung
8 Konzept von Rainbows
9 Reflexion
10 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer elterlichen Scheidung auf die Entwicklung und das Verhalten betroffener Kinder. Das zentrale Forschungsziel ist die Beantwortung der Leitfrage, ob eine Scheidung Verhaltensstörungen bei Kindern verursacht, wobei die Hypothese aufgestellt wird, dass besonders belastendes elterliches Verhalten während der Trennung gravierende Folgen für die kindliche Entwicklung hat.
3.4.1 Egozentrische Perspektive (0-6 Jahre)
In diesem Alter verstehen sich die Kinder noch als Mittelpunkt der Welt. Sie können die Perspektive noch nicht wechseln und gehen davon aus, dass u.a. die Eltern nur dazu da sind, um für das Kind zu sorgen. Somit ist also auch keine Verständnisfähigkeit von Beziehungen vorhanden. Das Kind erkennt nicht, dass eine andere Person (z.B. die Mutter) ein und dieselbe Situation anderes betrachtet und beurteilt als das Kind selbst. Die eigenen Bedürfnisse stehen noch im absoluten Vordergrund, die Stufe der moralischen Entwicklung ist noch nicht sehr hoch. Die eigenen Bedürfnisse sind unmittelbar an die Handlungen anderen (hier der Eltern) gebunden. Dies bedeutet, dass Wut, Trauer und Aggression der Eltern als eigene erlebt werden.
Durch das „Wegbleiben“ eines Elternteils bleibt auch eine Person aus, die die Bedürfnisse des Kindes stillt. Solche Bedürfnisse sind in erster Linie auch Zuneigung und elterliche Liebe. Das Kind fühlt sich also bestraft, das Wegbleiben eines Elternteils wird als Liebesentzug aufgefasst. Eben weil das Kind noch sehr egozentrisch ist, sucht es den Grund des vermeintlichen Liebesentzugs bei sich selber.
Folgen können akute Trennungsängste, erhöhte Weinerlichkeit, Irritierbarkeit und psychosomatische Störungen wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Verdauungsbeschwerden sein. (vgl. Kodjoe, 1997)
1 Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation der Autorin und Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen elterlicher Scheidung auf das Verhalten von Kindern.
2 Theoretische Grundlagen: Überblick über verschiedene Familienformen, statistische Entwicklungen und aktuelle Ansätze sowie Gründe der Scheidungsforschung.
3 Auswirkungen einer elterlichen Scheidung auf das Verhalten der Kinder: Analyse der kurzfristigen emotionalen Folgen, differenziert nach Geschlecht und verschiedenen Altersstufen bzw. kognitiven Perspektiven der Kinder.
4 Langfristige Folgen einer elterlichen Scheidung: Untersuchung der weiterführenden Auswirkungen auf das Erwachsenenalter, insbesondere hinsichtlich der Beziehungsfähigkeit und Konfliktverarbeitung.
5 Lässt sich Scheidung sozial vererben?: Erörterung der statistischen Zusammenhänge, ob Kinder geschiedener Eltern selbst eine höhere Scheidungswahrscheinlichkeit aufweisen.
6 Entwicklungsaufgaben für Eltern und Erzieherinnen: Darlegung der notwendigen Bewältigungsaufgaben für betroffene Kinder und Erfordernisse für die pädagogische Begleitung.
6.1 Pädagogische Möglichkeiten – Praxisbezogene Handlungskonzepte entwickeln: Spezifische Empfehlungen für pädagogische Fachkräfte zur Unterstützung von Kindern und zur Beratung von Eltern während und nach der Trennung.
7 Zusammenfassung: Resümee der Hypothesenbestätigung und Reflexion über den Handlungsbedarf zur Minimierung kindlicher Folgeschäden.
8 Konzept von Rainbows: Vorstellung eines speziellen Präventionsprogramms zur Trauerbewältigung für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien.
9 Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen während der Arbeit und Einschätzung des persönlichen Lernzuwachses.
10 Literaturverzeichnis: Aufzählung der verwendeten Quellen und Fachliteratur zur Scheidungsforschung.
Scheidung, Trennung, Kinder, Verhaltensstörungen, psychische Entwicklung, Familienkonstellation, Scheidungsforschung, Bindung, Loyalitätskonflikt, Bewältigungsversuche, Pädagogik, Prävention, Rainbows, Entwicklung, Elternschaft.
Die Arbeit befasst sich mit der elterlichen Scheidung und den damit verbundenen Konsequenzen für die psychische Entwicklung und das Verhalten der betroffenen Kinder.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse kurz- und langfristiger Folgen für Kinder, der Bedeutung des Kindesalters für die Bewältigung der Trennung und pädagogischen Handlungsmöglichkeiten für Erzieher.
Die zentrale Frage ist, ob die elterliche Scheidung Verhaltensstörungen mit „antisozialem Akzent“ verursacht und inwieweit das elterliche Verhalten den negativen Effekt verstärken kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu psychologischen und pädagogischen Theorien der Scheidungsfolgen sowie auf der Verknüpfung von theoretischem Wissen mit praktischen Beobachtungen aus der Erzieherausbildung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der kurz- und langfristigen Auswirkungen auf Kinder, unterteilt nach Entwicklungsstufen und Perspektiven, sowie die Darstellung von pädagogischen Handlungskonzepten.
Wichtige Begriffe sind Scheidung, kindliche Entwicklung, Verhaltensauffälligkeiten, Trennungsfolgen, pädagogische Begleitung und präventive Unterstützungsprogramme wie Rainbows.
Kinder reagieren altersabhängig: Während jüngere Kinder (bis 6 Jahre) sich oft selbst als Ursache sehen (egozentrische Perspektive), entwickeln ältere Kinder Loyalitätskonflikte oder übernehmen Parteirollen.
„Rainbows“ wird als unterstützendes Angebot vorgestellt, das Kindern in kleinen Gruppen einen geschützten Raum bietet, um Gefühle und Ängste während der „stürmischen Zeit“ der Trennung zu verarbeiten.
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