Diplomarbeit, 2007
113 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Vorgehensweise
1.2 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
2 Reformen und Wirtschaftswachstum
2.1 Der Ausgangspunkt für Reformen
2.2 Die Reformen 1978 – 1992
2.2.1 Erste Reformen im Agrarsektor
2.2.2 Dual Track System
2.2.3 Öffnung der Märkte
2.3 Der weitere Gang der Reformen 1989 – heute
3 Das chinesische Wirtschaftswachstum
3.1 Die Zusammensetzung des chinesischen Wirtschaftswachstums
3.2 Faktor Kapital
3.2.1 Sparen
3.2.2 Auslandsdirektinvestitionen
3.3 Technischer Fortschritt und Faktorproduktivität
4 Weiterer Reformbedarf
4.1 Die staatlichen Unternehmen
4.2 Der Bankensektor
4.3 Regionale Disparität und Armut
4.4 Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit
4.5 Ungenügendes Rechtssystem und Korruption
4.6 Umwelt
5 Perspektiven für Chinas Zukunft
5.1 Der Ansatz von Perkins und Rawski
5.2 Der Ansatz von Holz
5.3 Möglichkeiten der Produktivitätssteigerung für nachhaltiges Wachstum
5.4 Gefahren für das zukünftige Wachstum und Schocks
5.4.1 Die Gefahr von Finanzkrisen
5.4.2 Soziale Probleme
5.4.3 Energieknappheit
5.5 Die Rolle der Regierung für zukünftiges Wachstum
6 Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht, wie Chinas beeindruckendes Wirtschaftswachstum seit 1978 ermöglicht wurde, welche spezifischen Probleme während des Transformationsprozesses von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft auftraten und welche wirtschaftlichen Perspektiven für die Zukunft zu erwarten sind.
2.2.1 Erste Reformen im Agrarsektor
Als Startdatum für Chinas Öffnung hin zu mehr Marktwirtschaft gilt der elfte Kongress der KPCh im Dezember 1978. Nach langen Debatten konnte sich die von Deng Xiaoping vertretene Neuausrichtung der Politik durchsetzen, die als Novum nicht mehr nur die Planwirtschaft als einzige Form der Wirtschaftsordnung ansah. Zwar sollte Planung das zentrale Element bleiben, jedoch ergänzt um marktwirtschaftliche Elemente (Quian, 2000, S. 153).
Der Kongress beschloss auch, nach Jahren, die von steigenden Mengenanforderungen und gleichzeitig fallenden Preisen geprägt waren, den planwirtschaftlichen Druck auf die Landwirtschaft zu reduzieren. Um den Bauern mehr Verantwortung geben zu können, wurden die Produktionsgemeinschaften aufgelöst, das Land aufgeteilt und den Menschen Verantwortung für eine bestimmte Fläche übertragen. Von den mit dieser Fläche erzielten Erträgen hatten sie dann eine vertraglich geregelte Menge an den Staat abzuführen. Somit war die Versorgung der Bevölkerung weiterhin gesichert. Die über dem Plan liegende Menge konnte von den Bauern gehandelt werden (Naughton 2007, S. 89). Der Erfolg dieser Umstrukturierung war überraschend. Bereits Anfang 1982 hatten 70% der ländlichen Gemeinden das so genannte „household responsibility system“ übernommen (Chai 1997, S. 11). Die Agrarreform gilt als die erste erfolgreiche Reform Chinas, auch deshalb, weil sie eine deutliche Produktivitätssteigerung auslösen konnte. In der Zeit von 1978 bis 1984 wuchs die Getreideproduktion pro Kopf um fast 26% von 319kg auf 400kg (Quian 2000, S 154ff).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die ökonomische Relevanz Chinas ein und umreißt die Fragestellung nach den Ursachen des Wachstums sowie den Problemen und Perspektiven der wirtschaftlichen Transformation.
2 Reformen und Wirtschaftswachstum: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Übergang Chinas von einem planwirtschaftlichen System nach sowjetischem Vorbild hin zu einer sozialistischen Marktwirtschaft, beginnend mit den Agrarreformen 1978.
3 Das chinesische Wirtschaftswachstum: Hier werden die Determinanten des Wachstums untersucht, wobei insbesondere der Kapitalakkumulation, den Auslandsdirektinvestitionen und dem technologischen Fortschritt eine zentrale Rolle zugeschrieben wird.
4 Weiterer Reformbedarf: Das Kapitel beleuchtet kritische Defizite im Reformprozess, darunter die Ineffizienz staatlicher Unternehmen, Instabilitäten im Bankensektor, regionale Ungleichheiten und ökologische Probleme.
5 Perspektiven für Chinas Zukunft: Es werden verschiedene wissenschaftliche Prognosemodelle vorgestellt, die die zukünftigen Wachstumsraten Chinas analysieren und Risiken wie Finanzkrisen oder demografische Entwicklungen bewerten.
6 Ausblick: Der Ausblick diskutiert das Potenzial Chinas für weiteres Wachstum und die notwendige politische Balance zwischen wirtschaftlicher Liberalisierung und sozialer Stabilität.
China, Wirtschaftswachstum, Transformation, Marktwirtschaft, Kapitalakkumulation, Auslandsdirektinvestitionen, Staatliche Unternehmen, Bankensektor, Reformbedarf, Korruption, Umweltverschmutzung, Produktivitätssteigerung, demografischer Wandel, Armutsbekämpfung, Wirtschaftsreformen
Die Diplomarbeit befasst sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas seit Beginn der Reformpolitik im Jahr 1978, analysiert die Erfolgsfaktoren des Wachstums und identifiziert die aktuellen Herausforderungen.
Zentrale Themen sind der Prozess der Markttransformation, die Rolle von Kapital und FDI, Probleme in Staatsunternehmen und Banken, regionale Ungleichheit sowie ökologische und demografische Zukunftsrisiken.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie das beeindruckende Wachstum möglich war, welche Probleme bei der Transformation von Plan- zu Marktwirtschaft entstanden sind und wie die Zukunftsaussichten für China zu bewerten sind.
Der Autor stützt sich auf eine ökonomische Analyse unter Verwendung aggregierter Produktionsfunktionen (u.a. Cobb-Douglas, Translog) sowie den Vergleich mit anderen asiatischen Volkswirtschaften wie Japan, Südkorea und Taiwan.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Reformverlaufs, eine Analyse der Wachstumsfaktoren, eine detaillierte Erörterung von Reformbedarf in Schlüsselbereichen sowie die Prognose zukünftiger Wachstums-Szenarien.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie chinesisches Wirtschaftswachstum, Transformationsprozess, staatliche Unternehmen, Bankenreform, FDI und Reformperspektiven charakterisieren.
Der Autor sieht das bankendominierte Finanzsystem als "Achillesferse", da hohe Not leidende Kredite und eine mangelnde Orientierung an Marktprinzipien durch politischen Einfluss die Stabilität gefährden.
Korruption wird als Hindernis für die Effizienz staatlicher Unternehmen und Banken beschrieben, wobei der Autor paradoxerweise anmerkt, dass sie auf lokaler Ebene teilweise als Anreizmechanismus in einer Welt mit Informationsasymmetrien fungierte.
Die demografische Entwicklung, insbesondere durch die Einkindpolitik, führt zu einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung und drohender Altersarmut, was den Autor zu der Schlussfolgerung bringt, dass China Gefahr läuft, "alt zu werden, bevor es reich ist".
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