Fachbuch, 2020
96 Seiten
1 Einleitung
1.1 „Jugend“ – Versuch einer Definition
1.2 „Adoleszenz“ – Begriffsbestimmung
2 Migration und Bildung in Deutschland seit 1945
2.1 Zuwanderungsgruppen in Deutschland
2.1.1 (Spät-) Aussiedler
2.1.2 Arbeitsmigranten – „Gastarbeiter“
2.1.3 Flüchtlinge und Asyl
2.1.3.1 Aktuelle Daten
2.2 Ursachen und Gründe von und für Migration
2.3 Bildungsbe(nach)teiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund
2.3.1 Soziale Ungleichheit
2.3.2 Herkunftseffekte
2.3.2.1 Primäre Herkunftseffekte
2.3.2.2 Sekundäre Herkunftseffekte
2.3.3 Kapitaltheorie nach Bourdieu
2.3.3.1 Ökonomisches Kapital
2.3.3.2 Soziales Kapital
2.3.3.3 Kulturelles Kapital
2.4 Soziale Disparitäten im deutschen Bildungssystem (PISA-Studie)
3 Diskriminierung
3.1 Institutionelle Diskriminierung
3.2 Mögliche Präventionsmaßnahmen
4 Empirische Erhebung
4.1 Quantitative Forschungsmethode
4.2 Erhebungsmethode
4.3 Rahmenbedingungen
4.4 Aufbau/Konzipierung des Fragebogens
4.5 Durchführung der Befragung
4.6 Auswertung der Ergebnisse
5 Interpretation der Ergebnisse
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Kinder und Jugendliche mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund im deutschen Schulsystem Diskriminierung oder Benachteiligung erfahren. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Herkunft, Bildungschancen und institutioneller Diskriminierung empirisch zu beleuchten und mögliche präventive Handlungsansätze für Schulen abzuleiten.
1.1 „Jugend“ – Versuch einer Definition
Eine Definition des Begriffs „Jugend“ erweist sich als komplex, da es sich dabei um keinen wissenschaftlichen Terminus handelt, sondern um einen gewöhnlichen Begriff aus dem Alltag (vgl. Scherr 2009, S. 17). Ferner gibt es keine einheitliche Definition in den Fachterminologien der Pädagogik, Soziologie oder Psychologie, da alle Fachdisziplinen unterschiedliche Sachverhalte ins Zentrum stellen (vgl. ebd. S. 18). Im alltäglichen Sprachgebrauch wird zumeist sehr undifferenziert über die so genannte „Jugend“ gesprochen (vgl. Ecarius et al. 2011, S. 13). Dies ist ein vielfältiger Terminus, der „kategorial gestaltet und innerhalb eines Aussagen- bzw. Handlungssystems eingebunden [ist]“ (ebd.). Im Folgenden soll der Begriff Jugend definiert werden.
Es handelt sich bei dem Wort Jugend um eine Phase des Lebens, welche unscharf unterschieden wird sowie um eine Gruppe von Personen, die dieser zugeordnet werden, wie beispielsweise Jugendliche (vgl. ebd.; Gudjons & Traub 2016, S. 135; sowie Kessels 2013, S. 39). Sie erstreckt sich von der Kindheit bis zum Erwachsenenleben (vgl. Ecarius et al. 2011, S. 13) und „legt Annahmen über besondere Verhaltensmuster und Eigenschaften nahe [...]“ (Scherr 2009, S. 17). Laut Gudjons und Traub wird unter dem Terminus Jugend oftmals eine Altersphase verstanden, welche gewöhnlich vom 13. bis zum 20. Lebensjahr andauert (vgl. Gudjons & Traub 2016, S. 135). „Aus entwicklungspsychologischer Perspektive wird [...] das Eintreten der Geschlechtsreife (Pubertät) als Ende der Kindheit und Beginn des Jugendalters angesehen“ (Kessels 2013, S. 39). Der gegenwärtige Terminus Jugend dient „im rechtwissenschaftlichen Bereich zur Bezeichnung von jungen Menschen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, jedoch noch keine 18 Jahre alt sind [...]“ (Ecarius et al. 2011, S. 13).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bildungsungleichheit und Diskriminierung ein, definiert zentrale Begriffe wie Jugend und Adoleszenz und legt die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit dar.
2 Migration und Bildung in Deutschland seit 1945: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung von Zuwanderungsgruppen, diskutiert Ursachen für Migration und erläutert theoretische Modelle zur Bildungsbenachteiligung.
3 Diskriminierung: Hier wird der Begriff Diskriminierung definiert, der Fokus auf institutionelle Diskriminierung gelegt und es werden Strategien für schulische Präventionsmaßnahmen vorgestellt.
4 Empirische Erhebung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der quantitativen Studie, die Rahmenbedingungen der Befragung an verschiedenen Schulen sowie die Konzipierung des Fragebogens.
5 Interpretation der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden hier anhand der zuvor aufgestellten Hypothesen ausgewertet, interpretiert und in den theoretischen Kontext eingebettet.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Studie und gibt Empfehlungen für den Umgang mit Diskriminierung im schulischen Alltag.
Bildungsungleichheit, Migration, Institutionelle Diskriminierung, Jugend, Adoleszenz, PISA-Studie, Soziale Herkunft, Kapitaltheorie, Schule, Bildungsbenachteiligung, Integration, Quantitative Forschung, Chancengleichheit, Bildungsentscheidungen, Herkunftseffekte.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob Kinder und Jugendliche mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund im deutschen Bildungssystem diskriminiert werden oder sich benachteiligt fühlen.
Die Arbeit deckt die historische Zuwanderung nach Deutschland, die soziologische Theoriebildung zur Bildungsungleichheit (Boudon, Bourdieu) sowie das Konzept der institutionellen Diskriminierung in Schulen ab.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Fühlen sich Schülerinnen und Schüler mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund im Kontext Schule benachteiligt?“
Die Autorin verwendet eine quantitative Forschungsmethode in Form einer schriftlichen Fragebogenerhebung, um ein Stimmungsbild an drei verschiedenen Schultypen in Kassel zu erfassen.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Herkunftseffekten und Kapitalarten erarbeitet, die aktuelle Asyl- und Migrationssituation dargestellt und die empirische Untersuchung ausgewertet.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Migrationshintergrund, institutionelle Diskriminierung, Bildungsungleichheit und Chancengerechtigkeit geprägt.
Die Untersuchung zeigt, dass Diskriminierung in einem signifikanten Anteil der Fälle (laut Einschätzung der Befragten) auch von Lehrpersonen ausgeht, was auf eine unbewusste Routinisierung von Praktiken zurückgeführt wird.
Die Auswertung verdeutlicht, dass sich Lernende muslimischen Glaubens häufiger benachteiligt fühlen als ihre christlichen Mitschülerinnen und Mitschüler.
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