Masterarbeit, 2017
97 Seiten, Note: 1.65
1. Fragestellung der Masterarbeit
2. Einleitung
2.1 Historischer und Philosophischer Kontext der PA
2.2 Cassirer und Heidegger in Davos: über das Erbe von Kant
Naphtha versus Settembrini:
die philosophische Bedeutung eines Zusammentreffens
Kant: Vater des Irrationalismus oder Höhepunkt der Aufklärung?
2.3 Die symbolischen Formen und die Aufklärung
Der phänomenologische Historismus
Einheit, symbolische Formen und Selbstbefreiung
Spontaneität und Transzendenz: Cassirers Neokantianismus
3. Die Autonomie der Vernunft als bestimmendes Prinzip der Aufklärung
3.1 Die neue Erkenntnistheorie und die Autonomie der Vernunft
3.2 Die Überwindung von der absoluten Transzendenz:
Vom esprit de système bis zum esprit systématique
Die Emanzipierung vom religiösen Gedanken
3.3 Die Dialektik der Erkenntnistheorie
Psychologie und Erkenntnistheorie
Der Fall des Materialismus
3.4 Der Relativismus und Skeptizismus: eine Herausforderung für die Autonomie der Vernunft
Der „deutsche Weg“:
Leibniz, die Spontaneität des Ichs und die Autonomie der Vernunft
4. Die Autonomie der Vernunft in der praktischen Welt
4.1 Was ist der Mensch? Die Anthropologie als Basis einer neuen Ethik
4.2 Die Ablehnung von der Lehre der Erbsünde einer autonomen Ethik und Politik entgegen
4.3 Rousseau und die Autonomie der praktischen Vernunft
4.4 Die Unabhängigkeit des Rechtes. Grotius, die Vernunft und das Naturrecht
4.5 Staat und Gesellschaft
4.6 Vernunft und Geschichte
Auf der Suche nach einer „geschichtlichen Methode“: die Fälle Bayles und Montesquieus.
Pierre Bayle und die Emanzipation der Geschichte
Montesquieu und die "neue" Methode der Sozialwissenschaft
Voltaire und die Geschichte: der Möglichkeit des Fortschritts entgegen
5. Abschließende Überlegungen
Cassirers Aufklärung: ein „Abbruch“ in der Kontinuität
Cassirers Aufklärung und die zeitgenössische Literatur
Beschränkungen eines klassischen Werkes
Die Arbeit untersucht das Konzept der „Autonomie der Vernunft“ als zentrales Merkmal der Aufklärung in Ernst Cassirers Werk Philosophie der Aufklärung (1932) und prüft dessen Gültigkeit im Lichte zeitgenössischer wissenschaftlicher Debatten.
Die Emanzipierung vom religiösen Gedanken
Allerdings setzt Cassirer uns erklärt die Suche nach einem neuen Grund einen großen Säkularisierungsprozess voraus, auf dem man die rationellen Erkenntnisse basieren könnte und deren kulminierenden Punkt Newtons Physik repräsentiert, obwohl dieser Prozess eigentlich mit Kepler und Galilei (sogar mit Giordano Bruno) angefangen hatte. Das Bestreben nach der Autonomie kann laut Cassirer schon in der Renaissance gefunden werden. In der Tat postuliert die Philosophie der Renaissance, dass das Gesetz, zu dem die singulären Wesen der Welt gehören, nicht von einem äußeren und übernatürlichen Gesetzgeber vorgeschrieben ist, sondern dass dieses Gesetz vielmehr in seinem eigenen natürlichen Wesen liegt (was man „Immanenz“ nennt), und deshalb wird dieses uns nur durch die Erklärung von individuellen Wesen völlig erkennbar.
Mit Kepler und Galileo gewinnt die Forschung dieses philosophischen Gesetzes gemäß Cassirer eine bestimmende wissenschaftliche und methodologische Form, welche den Weg bereiten würde für eine selbständige Naturwissenschaft, die definitiv ihre Verbindung zur Religion kappen wird. Es handelt sich um die sogenannte „resolutive“ und „kompositive“ Methode, welche nach Galilei die Voraussetzung aller strengen Naturerkenntnis ist, die vor allem auf der sinnlichen Beobachtung basiert werden soll. Durch die Anwendung dieser Methode, oder zumindest ist dies die größte Hoffnung der modernen Gedanken, erreicht der Geist ein völliges Verständnis von den betreffenden Gegenständen, welche erklärt werden sollen, um das Sein der ganzen Natur zu begreifen.
1. Fragestellung der Masterarbeit: Einführung in Cassirers zentrale These der Autonomie der Vernunft in der Aufklärung und Verortung im akademischen Diskurs.
2. Einleitung: Historische und philosophische Kontextualisierung von Cassirers Werk, inklusive der Bedeutung des Davoser Disputs mit Heidegger.
3. Die Autonomie der Vernunft als bestimmendes Prinzip der Aufklärung: Untersuchung der erkenntnistheoretischen Grundlagen, des Übergangs vom esprit de système zum esprit systématique und der Dialektik der Erkenntnis.
4. Die Autonomie der Vernunft in der praktischen Welt: Analyse der Ausbreitung des Vernunftprinzips auf Ethik, Politik, Recht und Geschichtsphilosophie.
5. Abschließende Überlegungen: Kritische Evaluierung von Cassirers Werk unter Berücksichtigung neuerer Forschungsansätze und einer möglichen "Rückkehr der Aufklärung".
Ernst Cassirer, Aufklärung, Philosophie der Aufklärung, Autonomie der Vernunft, Neokantianismus, Symbolische Formen, Vernunft, Erkenntnistheorie, Emanzipierung, Immanenz, Moderne, Rationalismus, Geschichte, Kritik, Politische Philosophie.
Die Arbeit analysiert das Konzept der "Autonomie der Vernunft" bei Ernst Cassirer und bewertet dessen Relevanz und Genauigkeit im Kontext neuerer Forschung.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Vernunft zu Mythos, die erkenntnistheoretische Wende der Aufklärung, die praktische Anwendung der Vernunft auf Ethik und Gesellschaft sowie die wissenschaftstheoretische Kontroverse um Cassirers Werk.
Ziel ist es, die "Autonomie der Vernunft" als spezifisches Merkmal der Aufklärung bei Cassirer zu explorieren und zu prüfen, inwieweit diese Interpretation angesichts postmoderner und zeitgenössischer Kritik noch Bestand hat.
Der Autor nutzt einen phänomenologisch-historischen Ansatz, um Cassirers Interpretation der Aufklärung als eine "philosophische Geschichte" des Geistes zu rekonstruieren.
Der Hauptteil behandelt die Entwicklung der Aufklärung von der Erkenntnistheorie bis hin zu praktischen Feldern wie der Anthropologie, dem Recht, dem Staat und der Geschichte.
Die zentralen Schlüsselbegriffe sind Autonomie der Vernunft, symbolische Formen, Säkularisierung, Immanenz, Freiheit und die Dialektik zwischen Mythos und Logos.
Der Disput mit Heidegger verstärkte Cassirers Verteidigung des Rationalismus und der Aufklärung als Projekte, die Freiheit und Objektivität gegen den irrationalen "Pessimismus der Angst" sichern.
Während Cassirer die Aufklärung als eine weitgehend einheitliche Bewegung mit Fokus auf die Autonomie der Vernunft sieht, betont Israel die tiefe Trennung zwischen einer moderaten und einer radikalen Aufklärung, wobei letztere stärker auf materialistischen und demokratischen Werten basierte.
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