Bachelorarbeit, 2013
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Soziale Arbeit im Nationalsozialismus – die Veränderung von Profession und Konzepten
2.1 Veränderungen im Ausbildungssystem - die Fürsorgeausbildung im Nationalsozialismus
2.1.1 Neue Aufgaben für die Soziale Arbeit
2.1.2 Entlassungen und Nachwuchsmangel
3. Die Erziehungswissenschaft als Grundpfeiler sozialpädagogischer Professionskonzepte
3.1 Die Gleichschaltung der Universitäten
3.2 Die „neue“ Wissenschaft und ihr Einfluss auf die Soziale Arbeit
3.2.1 Führertum
3.2.2 Eugenik und Rassenhygiene
3.2.3 Die Bedeutung des Leiblichen
3.2.4 Ganzheitlichkeit
3.2.5 Völkische Erziehung
3.2.6 Auslese und Ausmerze
4. Die Identitätskrise der Pädagogik
4.1 Ernst Krieck - Ein Beispiel völkischer Professionskonzepte
4.1.1 Hinwendung zum Nationalsozialismus
4.2 Identifikation deutscher Sozialarbeiter mit dem neuen Regime
4.3 "Ja, aber" - Eine Stellungnahme zum Nationalsozialismus
5. Ein Versuch, nationalsozialistische Pädagogik zu verstehen
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Veränderungen der Professionskonzepte und der Berufsethik in der Sozialen Arbeit während der Zeit des Nationalsozialismus, um aufzuzeigen, wie die Disziplin in das rassistische und ausgrenzende System des NS-Regimes eingebunden wurde.
3.2.6 Auslese und Ausmerze
Im letzten Punkt nationalsozialistischer Grundpositionen die paradigmatisch für die neue Wissenschaft stehen, findet sich der Auslesegedanke. In ihm laufen alle zuvor genannten Aspekte zusammen. Die Menschenauslese, im positiven wie negativen Wirkungsgrad, ist an ihnen orientiert. Sie stellt den wohl zentralsten Punkt in der Veränderung von Berufsethik, Professionskonzepten und zuletzt auch im Selbstverständnis der Sozialen Arbeit im Nationalsozialismus dar.
Auslese im Sinne einer Elitenförderung, wie sie in den Kindergruppen der NS-Frauenschaft, der Ausbildungseinrichtungen oder der SS und SA stattfanden ist keine nennenswerte Besonderheit. Individuen nach ihrer persönlichen Eignung für einen bestimmten Bereich zu sortieren und der positiven Auswahl Vergünstigungen zuteilwerden zu lassen, ist auch im 21. Jahrhundert noch verbreitet. Etwa im Bereich besonders leistungsorientierter Schul- und Ausbildungsstätten. Eine Unterscheidung finden wir darin, dass die Auslese des Nationalsozialismus einzig der Reproduktion diente. Und dies nicht in einem soziologisch betrachteten Kontext von Ausbildungsförderung und einer Jugend als Zukunft der Gesellschaft, sondern auf die leibliche Perfektionierung des Volkskörpers fokussiert. Im nationalsozialistischen Tenor brachte das auch eine Negativauslese mit sich.
Bereits Langbehn und Lagardes nahmen den Sozialdarwinismus als Grundlage für ein Gedankenkonstrukt, in dem die Menschheit sich in einem ständigen Kampf ums Überleben befindet. Gemeinsam mit den rassistischen Grundzügen der jungkonservativen und nationalrevolutionären Bewegungen vor 1933 wurde daraus ein Rassenkrieg, der nur zu gewinnen oder zu verlieren ist (vgl. Ingenkamp/Laux 1990, S. 51). Im Nationalsozialismus ergab sich daraus die dringende Notwendigkeit die Schwachen innerhalb einer Rasse auszumerzen und die Starken zu fördern, um so das Überleben des Volkes zu sichern (vgl. Assel 1969, S. 34 ff.). Unter die Kategorie „Höherwertig“ fielen nicht nur nach medizinischen Kriterien ausgewählte Personen. Mit Machtergreifung Hitlers wurde die sogenannten Nordische Rasse stilisiert.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Komplexität des Verhältnisses von Sozialer Arbeit und Faschismus und begründet die Konzentration auf die Veränderung der Professionskonzepte und der Berufsethik.
2. Soziale Arbeit im Nationalsozialismus – die Veränderung von Profession und Konzepten: Dieses Kapitel beschreibt die Umstrukturierung der Fürsorgeausbildung und die inhaltliche Neuausrichtung hin zur rassistischen Volkspflege unter dem Druck des NS-Regimes.
3. Die Erziehungswissenschaft als Grundpfeiler sozialpädagogischer Professionskonzepte: Hier wird analysiert, wie die universitäre Erziehungswissenschaft als ideologischer Wegbereiter fungierte und die sechs Grundpositionen der NS-Pädagogik in die Soziale Arbeit trug.
4. Die Identitätskrise der Pädagogik: Dieses Kapitel beleuchtet die Suche der Pädagogik nach Identität sowie die ideologische Identifikation der Sozialarbeiter mit dem neuen Regime, unter anderem am Beispiel von Ernst Krieck.
5. Ein Versuch, nationalsozialistische Pädagogik zu verstehen: Der Autor nähert sich hier dem schwierigen Begriff der NS-Pädagogik und verdeutlicht, wie diese als Instrument der Macht und der Formung des Volkes fungierte.
6. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass die Soziale Arbeit im Nationalsozialismus zwar politisiert und instrumentalisierte, jedoch auf Kontinuitäten in der konservativen Pädagogik der Weimarer Zeit aufbaute.
Soziale Arbeit, Nationalsozialismus, Professionskonzepte, Fürsorge, Volkspflege, Rassenhygiene, Erziehungswissenschaft, NS-Pädagogik, Auslese, Ausmerze, Berufsethik, Volksgemeinschaft, Identitätskrise, Ideologie, Ernst Krieck
Die Arbeit untersucht, wie sich die Soziale Arbeit unter dem Nationalsozialismus zu einem Instrument der NS-Ideologie veränderte und welche Rolle die Professionskonzepte dabei spielten.
Die zentralen Themen sind die Transformation der Fürsorgeausbildung, der Einfluss der Erziehungswissenschaft auf die Soziale Arbeit sowie die rassistische Neuausrichtung der sozialen Berufsethik.
Das Ziel ist es, die systematische Einbindung der Sozialen Arbeit in das ausmerzende System des NS-Regimes durch eine Analyse der Professionskonzepte nachvollziehbar zu machen.
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur sowie auf zeitgenössische historische Quellen, um die Wandlung der sozialpädagogischen Diskurse darzulegen.
Im Hauptteil wird der Wandel der Fürsorgeausbildung, die Rolle der Erziehungswissenschaft, der ideologische Einfluss von Vertretern wie Ernst Krieck und die Identifikation deutscher Sozialarbeiter mit dem Regime diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Volkspflege, Rassenhygiene, Ganzheitlichkeit, Auslese, Ausmerze, Volkskörper und Professionalisierung.
Bewahrungen waren Instrumente der Zwangsunterbringung und Entmündigung von Personen, die durch das Netz der NS-Sozialpolitik fielen, und dienten der Disziplinierung von Menschen, die sich nicht an die NS-Normen anpassten.
Die sogenannte neue Wissenschaft ersetzte das Postulat der Wertefreiheit durch eine ideologisch geprägte Disziplin, die den Fokus auf Rassenreinheit und die Erhaltung des Volkskörpers legte.
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