Bachelorarbeit, 2016
67 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Die Entlehnung
2.1 Sprachkontakt als Basis für Entlehnungsprozesse
2.2 Konzeptuelle Darstellung von Entlehnung nach Winter-Froemel (2011)
2.2.1 Lehnwort vs. Fremdwort
2.2.2 Strukturelle und etymologische Fremdheit hinsichtlich der Neufestsetzung des Begriffs Lehnwortintegration
2.3 Der Begriff Code Switching in Abgrenzung zum Terminus Entlehnung
2.4 Luxus- und Bedürfnislehnwörter
3 Entlehnungen aus dem Englischen
3.1 Zum Begriff Anglizismus
3.2 Das Phänomen Scheinentlehnung
3.2.1 Zum Begriff Scheinentlehnung
3.2.2 Pseudoanglizismen
3.3 Anglizismen im Französischen
3.4 Anglizismen im Deutschen
3.5 Gründe für Entlehnungen aus dem Englischen
4 Zur Sprachpolitik und Sprachpflege Frankreichs mit Ausblick auf die Situation in Deutschland
4.1 Französische Sprachpolitik
4.1.1 Loi Bas-Lauriol (Loi du 31 décembre 1975 relative à l’emploi de la langue française)
4.1.2 Loi Toubon (Loi du 4 août 1994 relative à l’emploi de la langue française)
4.2 Der Beginn französischer Sprachpflege: Die Académie française
4.3 Situation in Deutschland
5 Überlegungen zur Mediensprache
5.1 Erläuterungen und Begründung
5.2 Französische vs. deutsche Pressesprache
6 Eine empirische Untersuchung zu Anglizismen in der Kultur- und Medienpresse im französisch-deutschen Vergleich
6.1 Die Quellen
6.1.1 Le Figaro
6.1.2 Le Monde
6.1.3 Die Welt
6.1.4 Die Süddeutsche Zeitung
6.2 Die Erstellung des Korpus
6.3 Methode der Korpus Analyse
6.3.1 Ziele und Vorgehensweise
6.3.2 Kriterien
6.4 Analyse und Auswertung der Ergebnisse
6.4.1 Zur Quantität und Qualität der identifizierten Anglizismen
6.4.2 Formen
6.4.3 Wortarten
6.4.4 Innersprachlicher Vergleich: Konservative vs. liberale Presse
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen von Anglizismen in der französischen und deutschen Kultur- und Medienpresse. Das primäre Ziel besteht darin, die Hypothese zu verifizieren, dass in der französischen Presse aufgrund einer restriktiveren Sprachpolitik weniger Anglizismen verwendet werden als in der deutschen Presse, wobei der Fokus gezielt auf Musik- und Internetartikel gelegt wird.
3.1 Zum Begriff Anglizismus
Eine konkrete Bestimmung des Ausdrucks Anglizismus gestaltet sich schwierig. Aus dem Jahr 1652 stammt der älteste Beleg für den Begriff anglicisme im Französischen (vgl. Plümer 2000:19). Die damalige Bedeutung „façon de parler, locution propre à la langue anglaise qui est transportée dans une autre langue“ gilt heute noch maßgeblich (Höfler 1979:568).
Problematisch ist die konkrete Differenzierung innerhalb des Englischen. So betont Galinsky (1977), dass eine einheitliche Terminologie bislang fehlt, wenn beispielsweise von anglo-amerikanisch, Amerikanismen, oder Britizismen die Rede ist (vgl. Galinsky 1977:479). Bogaards (2008) hält Anglizismen für Bestandteile des Französischen, aus dem Englischen entlehnt, ohne eine subtilere Differenzierung zwischen Britischem oder Amerikanischem Englisch vorzunehmen (vgl. Bogaards 2008:20). Dem schließen sich Plümer (2000) und Yang (1990) an und weisen darauf hin, dass die Unterscheidung zwischen Britischem und Amerikanischem Englisch äußert komplex ist, da das Britische Englisch ebenso amerikanischen Einflüssen unterliegt (vgl. Plümer 2000:17; Yang 1990:9).
Die beiden namhaften elektronischen Wörterbücher Duden Online (2016) und Le Petit Robert (2016) vertreten ebenso eine weitgesteckte Auffassung des Anglizismus-Begriffs. Folglich definiert der Duden Online (2016) Anglizismen als „Übertragung einer für [das britische] Englisch charakteristischen sprachlichen Erscheinung auf eine nicht englische Sprache“.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des zunehmenden Einflusses des Englischen auf andere Sprachen ein und begründet das Ziel der Arbeit, die Hypothese eines geringeren Gebrauchs von Anglizismen in der französischen Presse mittels einer empirischen Untersuchung zu überprüfen.
2 Die Entlehnung: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen des Sprachkontakts und verschiedene Entlehnungstypen, wobei das Konzept von Winter-Froemel (2011) als Basis dient.
3 Entlehnungen aus dem Englischen: Hier werden Definitionen zu Anglizismen und Scheinentlehnungen diskutiert und die unterschiedliche Präsenz von Anglizismen in der französischen und deutschen Sprache sowie deren Entlehnungsmotive dargelegt.
4 Zur Sprachpolitik und Sprachpflege Frankreichs mit Ausblick auf die Situation in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die französische Sprachpolitik – insbesondere die Loi Bas-Lauriol und Loi Toubon – und kontrastiert diese mit dem lockeren Umgang mit Sprachvorgaben in Deutschland.
5 Überlegungen zur Mediensprache: Es wird erörtert, warum insbesondere die Pressesprache als Verstärker für die Verbreitung neuer Wörter und Anglizismen fungiert.
6 Eine empirische Untersuchung zu Anglizismen in der Kultur- und Medienpresse im französisch-deutschen Vergleich: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen der empirischen Analyse, die Auswahl der Quellen (Le Figaro, Le Monde, Die Welt, Süddeutsche Zeitung) und die Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Quantität, Qualität und Formen der Anglizismen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt, dass die französische Presse im Vergleich zur deutschen eine geringere Anzahl an Anglizismen aufweist.
Anglizismen, Sprachkontakt, Sprachpolitik, Frankreich, Deutschland, Medienpresse, Entlehnung, Scheinentlehnung, Lehnwortintegration, Mediensprache, Empirische Untersuchung, Französisch, Deutsch, Journalismus, Sprachpflege
Die Arbeit untersucht das Phänomen und die Verwendung von Anglizismen in der Kultur- und Medienpresse im direkten Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland.
Die zentralen Themenfelder umfassen Sprachkontakt, Sprachpolitik in beiden Ländern, das Phänomen der Scheinentlehnung sowie die spezifische Rolle der Pressesprache als Verbreitungsmedium für Anglizismen.
Das primäre Ziel ist es, die Hypothese zu verifizieren, dass in der französischen Presse deutlich weniger Anglizismen vorkommen als in der deutschen, bedingt durch unterschiedliche sprachpolitische Rahmenbedingungen.
Es wird eine empirische Analyse von 24 Artikeln aus führenden französischen und deutschen Zeitungen durchgeführt, wobei das Entlehnungskonzept von Winter-Froemel (2011) als theoretische Grundlage dient.
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte zur Entlehnung erläutert, die Sprachpolitik beider Länder gegenübergestellt, die Charakteristika der Mediensprache analysiert und schließlich die Ergebnisse der Korpusanalyse präsentiert.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Anglizismen, Sprachpolitik, Sprachkontakt, Entlehnung und den französisch-deutschen Medienvergleich charakterisieren.
Da diesen Themenfeldern auf Forschungsebene bislang wenig Beachtung geschenkt wurde und sie zudem als besonders anfällig für den Einfluss des Englischen gelten, wurden sie für die empirische Analyse ausgewählt.
Die Académie française wird als zentrale Institution der französischen Sprachpflege analysiert, die maßgeblich dazu beiträgt, dass im Vergleich zu Deutschland eine restriktivere Haltung gegenüber Anglizismen gepflegt wird.
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