Magisterarbeit, 2008
108 Seiten, Note: 2,7
1. EINLEITUNG: SOZIALISATION UND PRÄVENTION IM KINDERGARTENALTER
1.1 Zum Begriff der Sozialisation
1.2 Zur Bedeutung der Prävention
1.3 Die Kindergartenzeit als Präventionsphase
1.3.1 Externalisierende Probleme
1.3.2 Internalisierende Probleme
1.3.3 Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten im Kindergartenalter
1.4 Die Entwicklung emotionaler und sozialer Kompetenzen
1.4.1 Entwicklungsbedingungen prosozialer Responsivität in der Kindheit
1.4.2 Wie sich das Verständnis für die anderen Menschen entwickelt
1.5 Kinder mit besonderem Präventionsbedarf
1.5.1 Ergebnisse der Kinder- und Jugendstudie KiGGS
1.5.2 Kinder aus Risikofamilien haben Frühprävention besonders nötig
1.6 Frühprävention als Aufgabe der heutigen Gesellschaft
2. PROGRAMME ZUR PRÄVENTION IM KONDERGARTEN UND ZUHAUSE
2.1 „Kindergarten plus“
2.2 „Verhaltenstraining im Kindergarten“
2.2.1 Inhalte des Programms „Verhaltenstraining im Kindergarten“
2.2.2 Forschungsergebnisse und Effektivität von „Verhaltenstraining im Kindergarten“
2.3 Faustlos
2.3.1 Inhalte des Programms „Faustlos“
2.3.2 Forschungsergebnisse und Effektivität von „Faustlos“
2.4 STEP
2.4.1 Inhalte des Elterntrainingsprogramms „STEP“
2.4.2 Forschungsergebnisse und Effektivität von „STEP“
2.5 Große Vielfalt an Präventionsmaßnahmen
3. PAPILIO®: Ein Programm für Kindergärten zur Primärprävention von Verhaltensproblemen und zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenz
3.1 Überblick über die Inhalte des Programms
3.2 Ein Programm auf Drei Ebenen
3.2.1 Erzieherinnen-Ebene
3.2.2 Kinder-Ebene
3.2.2.1 Der „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“
3.2.2.2 „Paula und die Kistenkobolde“
3.2.2.3 Das „Meins-deins-deins-unser-Spiel“
3.2.3 Eltern-Ebene
3.3 Evaluation
3.3.1 Forschungsdesign
3.3.2 Ergebnisse
4. PAPILIO ELTERNBEFRAGUNG
4.1 Zugrunde liegende Fragestellung
4.2 Ergebnisse der Befragung
4.2.1 Personendaten der Teilnehmer
4.2.2 Schulabschluss, Berufe und Einkommen
4.2.3 Familienstatus
4.2.4 Wie nutzen Eltern das Material von Papilio zuhause?
4.2.5 Wie bewerten Eltern die einzelnen Komponenten des Programms?
4.2.6 „Brainstorming“ zum Thema Papilio
4.2.7 Angaben über den „ersten Eindruck“
4.2.8 Weitere Kommentare
4.2.9 Kritik der Eltern
5. BEEINFLUSSEN ERZIEHUNGSMEDIEN DIE ERZIEHUNGSKOMPETENZ?
5.1 Erziehungsstile
5.2 Beeinflussen Erziehungsmedien die Erziehungskompetenz der Eltern?
5.2.1 Zuordnung eines Erziehungsstils
5.2.2 Spielen unterschiedliche Erziehungsvorstellungen bei der Beeinflussung eine Rolle?
5.2.3 Wie sehr hat Papilio die Eltern beeinflusst?
5.2.4 Für wie wichtig halten Eltern Erziehungsratgeber und Präventionsprogramme?
5.2.5 Wie schätzen Eltern ihre eigene Erziehungskompetenz ein?
5.3 Welche anderen Präventionsprogramme oder Erziehungsratgeber kennen die Eltern noch, und wie bewerten sie sie im Vergleich zu Papilio?
6. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
6.1 Wie werden Erziehungsmedien zuhause eingesetzt und welchen Stellenwert haben sie in der Eltern-Kind-Interaktion?
6.2 Wie groß ist die Akzeptanz von Erziehungsmedien?
6.3 Beeinflussen Erziehungsmedien die Erziehungskompetenz der Eltern?
6.4 Kommen Erziehungsmedien da an, wo sie gebraucht werden?
6.5 Kritik an der Methode
6.6 Weiterführung der Untersuchung
Die Arbeit untersucht die Nutzung und Bedeutung von Präventionsprogrammen, insbesondere am Beispiel von Papilio, innerhalb der elterlichen Erziehung, um aufzuzeigen, wie Eltern diese Angebote annehmen und inwiefern sie deren Erziehungskompetenz beeinflussen.
1.1 Zum Begriff der Sozialisation
„Der Begriff ‚Sozialisation’ wird heute als ein Schlüsselkonzept für viele Theorien verwandt, die sich mit menschlicher Subjektwerdung im weitesten Sinne befassen“, also mit der Frage, „wie der Mensch zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt wird“.1 Sozialisationstheoretische Fragestellungen treten auf, wenn zum Beispiel durch ungleiche Chancenverteilung einem Individuum das Mitgliedwerden in der Gesellschaft erschwert wird. Ulich bezeichnet Sozialisation als einen „Oberbegriff für (identifizierte) Strukturen und Prozesse, welche die vereinheitlichende Vermittlung von Werthaltungen und Fertigkeiten in der Entwicklung Heranwachsender leisten, soweit diese Merkmale in der Gesellschaft von öffentlichem Interesse sind“.
Aus der Sicht der Gesellschaft bedeutet der Sozialisationsprozess also „Vermittlung, Erziehung, Veränderung u.ä.“, für das Individuum bedeutet Sozialisation Entwicklung durch Lernen. Das Individuum, das den Sozialisationsprozess durchläuft, muss darin Kompetenzen, Verhaltensbereitschaften, Strukturen aufbauen und sein Repertoire an Handlungsmöglichkeiten erweitern, und zwar auf die Art und Weise wie es von der Gesellschaft, in die es integriert wird, verlangt wird.2
Ulich hält neben dem willkürlichen auch das unwillkürliche Lernen als ein für die Sozialisationsforschung wichtiges Forschungsgebiet, denn „Die gewohnheitsmäßigen, schon im voraus geregelten, und die reaktiven Verhaltensweisen machen einen Großteil dessen aus, was unter Sozialisationseinflüssen gelernt wird“, darunter fallen Emotionen, Gewohnheiten, Erinnerungen und Gedanken, die Ulich als das „automatisierte, funktionierende psychische Geschehen“ bezeichnet.3
1. EINLEITUNG: SOZIALISATION UND PRÄVENTION IM KINDERGARTENALTER: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Sozialisation und Prävention und beleuchtet die Bedeutung des Kindergartenalters als entscheidende Phase für die frühkindliche Förderung.
2. PROGRAMME ZUR PRÄVENTION IM KONDERGARTEN UND ZUHAUSE: Hier werden diverse Präventionsprogramme vorgestellt, darunter „Kindergarten plus“, „Verhaltenstraining im Kindergarten“, „Faustlos“ und „STEP“, inklusive deren theoretischer Grundlagen und bisheriger Forschungsergebnisse.
3. PAPILIO®: Ein Programm für Kindergärten zur Primärprävention von Verhaltensproblemen und zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenz: Dieses Kapitel fokussiert auf das Programm Papilio, erläutert dessen Aufbau auf drei Ebenen (Erzieherinnen, Kinder, Eltern) und fasst die Ergebnisse der Evaluation zusammen.
4. PAPILIO ELTERNBEFRAGUNG: Dieses Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise und Ergebnisse der empirischen Befragung, in der untersucht wurde, wie Eltern das Papilio-Material nutzen und bewerten.
5. BEEINFLUSSEN ERZIEHUNGSMEDIEN DIE ERZIEHUNGSKOMPETENZ?: Der Hauptteil analysiert den Einfluss von Erziehungsmedien auf Erziehungsstile und die elterliche Kompetenz, wobei die Herausforderungen bei der Messung von Erziehungsstilen thematisiert werden.
6. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit synthetisiert, kritisch reflektiert und zukünftige Forschungsbedarfe sowie Handlungsempfehlungen für die Praxis der Frühförderung abgeleitet.
Frühprävention, Papilio, Sozialisation, Erziehungskompetenz, Verhaltensprobleme, Kindergartenalter, Elternbefragung, soziale Kompetenz, Erziehungsmedien, Elternratgeber, Kinder- und Jugendstudie, Resilienz, emotionales Lernen, Migrationshintergrund, Erziehungsstile.
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung und Bedeutung von Präventionsprogrammen im Bereich der frühkindlichen Erziehung, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Programm Papilio und dessen Wirkung auf die elterliche Erziehungskompetenz liegt.
Die zentralen Themen sind die frühkindliche Sozialisation, die theoretischen Grundlagen verschiedener Präventionsansätze, die praktische Umsetzung dieser Konzepte im Alltag sowie die Evaluation der Akzeptanz und Wirkung durch die Zielgruppe der Eltern.
Ziel ist es zu ermitteln, wie Eltern Präventionsmaterialien im Alltag einsetzen, wie sie diese bewerten und ob diese Programme tatsächlich dazu beitragen, den Erziehungsstil oder die erzieherische Kompetenz der Eltern positiv zu beeinflussen.
Es wurde eine teilstandardisierte quantitative Befragung mittels Fragebogen durchgeführt, die an Eltern versandt wurde, welche bereits Material von Papilio bestellt hatten.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Vorstellung existierender Präventionsprogramme, der spezifischen Analyse des Papilio-Konzepts sowie der Auswertung der empirischen Daten hinsichtlich der elterlichen Nutzung und Bewertung dieser Programme.
Begriffe wie Frühprävention, Erziehungskompetenz, Papilio, soziale Kompetenz und frühkindliche Förderung stehen im Zentrum der Arbeit.
Papilio wird als Beispiel für ein Programm gewählt, das bewusst auf drei Ebenen ansetzt (Erzieherinnen, Kinder und Eltern), was für die Wirksamkeit der präventiven Maßnahmen als besonders entscheidend erachtet wird.
Der Migrationshintergrund wird im Kontext von Risikofaktoren und dem ungleichen Zugang zu Bildungs- und Präventionsangeboten diskutiert; die Autorin hinterfragt, ob bestehende Programme die Familien erreichen, die sie am dringendsten benötigen würden.
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