Diplomarbeit, 2003
255 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Struktur der englischen Bauwirtschaft
1.3 Umgang mit englischen Fachbegriffen
2 Rechtliche Grundlagen
2.1 Rechtswesen in Deutschland
2.1.1 Gerichtsbarkeit und Gerichtsverfassung
2.1.2 Rechtsquellen
2.1.2.1 Das geschriebene Recht (Gesetz)
2.1.2.2 Rechtsprechung
2.1.2.3 Gewohnheitsrecht
2.1.3 Privatrecht
2.1.4 Öffentliches Recht
2.2 Baurecht in Deutschland
2.2.1 BGB – Werkvertrag
2.2.2 Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)
2.2.3 Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB-Recht)
2.2.4 Architekten- und Ingenieurverträge
2.2.5 Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)
2.3 Rechtswesen in England
2.3.1 Rechtsquellen
2.3.1.1 Case Law
2.3.1.2 Statute Law / Legislation
2.3.2 Gerichtsbarkeit und Gerichtsverfassung
2.3.2.1 Ordentliche Gerichtsbarkeit
2.3.2.2 Adjudication and Arbitration
2.4 Baurecht in England
2.4.1 Vertragsrecht
2.4.2 Unfair Contract Terms
2.4.3 Standardvertragsbedingungen
3 Projektabwicklungsformen / Procurement Systems
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Projektabwicklungsformen in Deutschland
3.2.1 Deutsche Baubeteiligte
3.2.1.1 Bauherr / Auftraggeber
3.2.1.2 Planer
3.2.1.3 Bauausführende Unternehmer / Auftragnehmer
3.2.1.4 Projektsteuerer
3.2.2 Einzelvergabe
3.2.3 Schlüsselfertige Vergabe
3.2.3.1 Generalunternehmer / Generalübernehmer
3.2.3.2 Totalunternehmer / Totalübernehmer
3.2.4 Auswahlkriterien
3.3 Procurement Systems in England
3.3.1 Englische Baubeteiligte
3.3.2 Separated and co-operative Procurement Systems: Traditional Method
3.3.3 Integrated Procurement Systems
3.3.3.1 Design and Build
3.3.3.2 Turnkey
3.3.3.3 Package Deal
3.3.4 Management-Orientated Procurement Systems
3.3.4.1 Management Contracting
3.3.4.2 Construction Management
3.3.4.3 Design and Manage Methods
3.3.5 Auswahlkriterien
3.4 Hauptbeteiligte bei den englischen Projektabwicklungsformen
3.5 Gegenüberstellung der Projektabwicklungsformen
4 Vergabeverfahren / Tendering Procedures
4.1 Vergabeverfahren in Deutschland
4.1.1 Grundsätze der Vergabe
4.1.2 Arten der Vergabe
4.1.2.1 Öffentliche Ausschreibung
4.1.2.2 Beschränkte Ausschreibung
4.1.2.3 Freihändige Vergabe
4.1.3 Deutsches Standard-Vergabeverfahren
4.2 Empfehlungen und Vergabeverfahren in England
4.2.1 Grundsätze der Vergabe
4.2.2 Arten der Vergabe
4.2.2.1 Competitive Tendering
4.2.2.2 Negotiated Tendering
4.2.3 Englisches Standard-Vergabeverfahren
4.3 Exkurs: Zukünftige Bedeutung der Beschränkten Vergabe in Deutschland
5 Englische Standardbauverträge und ihre Herausgeber
5.1 JCT – Standardvertragsbedingungen
5.1.1 Die Organisation JCT als Herausgeber
5.1.2 Die Entstehung und Entwicklung des JCT–Vertragswerkes
5.1.3 Die Struktur der wichtigsten JCT–Verträge
5.1.3.1 JCT 98
5.1.3.2 IFC 98
5.1.3.3 MW 98
5.1.3.4 WCD 98
5.1.3.5 MC 98
5.1.3.6 CM 02
5.2 ICE – Standardvertragsbedingungen
5.2.1 Die Herausgeber der ICE Conditions of Contract
5.2.2 Die Entstehung und Entwicklung des ICE–Vertragswerkes
5.2.3 Die Struktur der wichtigsten ICE–Verträge
5.2.3.1 ICE 7
5.2.3.2 D&C 2
5.3 NEC – Standardvertragsbedingungen
5.3.1 Die Entstehung und Entwicklung des NEC–Vertragswerkes
5.3.2 Die Struktur des NEC Engineering and Construction Contract
5.4 FIDIC – Standardvertragsbedingungen
5.4.1 Die Organisation
5.4.2 Die Entstehung und Entwicklung des FIDIC–Vertragswerkes
5.4.3 Die Struktur der FIDIC–Vertragsfamilie
5.4.3.1 Orange Book
5.4.3.2 Red Book
5.4.3.3 Yellow Book
5.4.3.4 Silver Book
5.4.3.5 Green Book
6 Die Baubeteiligten in England
6.1 Employer/Client
6.1.1 Public Sector Clients
6.1.2 Private Sector Clients
6.2 Professional Services Team
6.2.1 Architect
6.2.1.1 Tätigkeitsfeld im Rahmen der Traditional Method
6.2.1.2 Contract Administrator
6.2.1.3 Tätigkeitsfeld im Rahmen der alternativen Projektabwicklungsformen
6.2.2 Consulting Engineers – Designer’s Consultants
6.2.2.1 Structural Engineer
6.2.2.2 Building Services Engineers
6.2.2.3 Other Consultants
6.2.3 Quantity Surveyor
6.2.4 Clerk of Works
6.2.5 Engineer
6.2.5.1 Tätigkeitsfeld im Rahmen der Traditional Method
6.2.5.2 Tätigkeitsfeld im Rahmen der alternativen Projektabwicklungsformen
6.2.6 Besonderheiten im NEC
6.3 Construction Team
6.3.1 Contractors and Subcontractors
6.3.2 Suppliers
6.4 Management Consultants
6.4.1 Construction Manager
6.4.2 Project Manager
6.5 Dispute Resolution
6.5.1 Adjudicator
6.5.2 Dispute Adjudication Board
6.5.3 Arbitrator
6.5.4 Streitbeilegung in Deutschland
6.6 Local Authorities and Public Utilities Service Organisations
6.6.1 Local Authorities and Other Departments
6.6.2 Public Utilities Service Organisations
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die strukturellen Unterschiede zwischen der englischen und der deutschen Bauwirtschaft, mit einem besonderen Fokus auf die Beteiligten am Bauprozess sowie die maßgeblichen Vertrags- und Vergabestrukturen.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Die deutsche Bauwirtschaft befindet sich nach dem Höhepunkt des Baubooms Mitte der 1990er Jahre derzeit in einer tiefen Rezession und schweren Krise. Die dramatische Talfahrt auf dem inländischen Baumarkt und der daraus resultierende Rückgang der nationalen Bauleistung veranlassen die großen deutschen Bauunternehmen zu einer Forcierung ihres Auslandsgeschäftes. Diese Internationalisierung wird insbesondere auch einhergehend mit der Harmonisierung des europäischen Baumarktes in den kommenden Jahren weiter voranschreiten.
Infolgedessen werden die deutschen Unternehmen in zunehmendem Maße mit den Baubeteiligten und Vertragsstrukturen aus dem englischen Raum konfrontiert, da weite Teile des internationalen Baugeschehens und vor allem das internationale Vertragswesen stark angelsächsisch geprägt sind. Aber nicht nur die Unternehmen, sondern auch die deutschen Bauherren treffen bei der Vergabe von Planungs- und Bauleistungen immer häufiger auf ausländische Vertragspartner und deren Art der Projektorganisation. Beide Parteien – Unternehmen wie Bauherren – stoßen dabei mitunter auf andere Denk- und Handlungsweisen.
Probleme ergeben sich daraus, dass die Baumarktbeteiligten in England zumindest teilweise einen anderen Aufgaben- und Verantwortungsbereich haben als ihre deutschen Pendants und außerdem neue Berufsbilder, z. B. der so genannte quantity surveyor, hinzutreten. Es besteht die Gefahr, dass deutsche Auftraggeber und Auftragnehmer einen formal korrekt übersetzten Begriff in der gewohnten Weise verwenden, nach englischem Verständnis diesem Begriff jedoch ein anderer Inhalt zugewiesen wird.
1 Einleitung: Beschreibt die Motivation der Internationalisierung deutscher Bauunternehmen und die daraus resultierende Notwendigkeit, das englische Vertragswesen zu verstehen.
2 Rechtliche Grundlagen: Analysiert die Unterschiede zwischen dem deutschen kodifizierten Recht und dem englischen Common Law sowie die entsprechenden Auswirkungen auf Bauverträge.
3 Projektabwicklungsformen / Procurement Systems: Untersucht die unterschiedlichen Projektorganisationsmodelle in Deutschland und England sowie deren Eignung für verschiedene Bauvorhaben.
4 Vergabeverfahren / Tendering Procedures: Vergleicht das deutsche VOB-basierte Verfahren mit den englischen Vergabempfehlungen und dem wettbewerbsorientierten Vergabeprozess.
5 Englische Standardbauverträge und ihre Herausgeber: Detaillierte Vorstellung der wichtigsten englischen Vertragswerke wie JCT, ICE, NEC und FIDIC sowie deren Anwendung und Struktur.
6 Die Baubeteiligten in England: Detaillierte Rollenbeschreibungen für Architekten, Quantity Surveyors, Engineers und weitere Akteure im englischen Bauprozess im Vergleich zu deutschen Rollenbildern.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die wesentlichen Unterschiede und diskutiert die Übertragbarkeit englischer Managementansätze auf den deutschen Markt.
Bauwirtschaft, Vertragsrecht, Projektabwicklungsformen, Procurement Systems, JCT, FIDIC, NEC, ICE, Bauherr, Architekt, Engineer, Quantity Surveyor, Bauvertrag, Vergabeverfahren, Common Law
Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen der deutschen und der englischen Bauwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die Beteiligten, die Vertragsformen und die Abwicklungsmodelle von Bauprojekten.
Die Themen umfassen rechtliche Grundlagen, verschiedene Projektabwicklungsformen (Procurement Systems), Standardbauverträge sowie die spezifischen Rollen und Verantwortlichkeiten der Baubeteiligten.
Ziel ist es, deutschen Unternehmen und Bauherren die englischen Vertragsstrukturen und das Rollenverständnis der Beteiligten verständlich zu machen, um Fehlinterpretationen bei der Zusammenarbeit zu vermeiden.
Es wird eine rechtsvergleichende und strukturelle Analyse der englischen und deutschen Bauwirtschaft unter Berücksichtigung einschlägiger Fachliteratur und Standardvertragsdokumente durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit rechtlichen Grundlagen, den verschiedenen Procurement-Methoden (Traditional, Design and Build, Management-orientiert) und der Vorstellung der englischen Standardvertragsfamilien (JCT, ICE, NEC, FIDIC).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bauwirtschaft, Procurement Systems, Standardvertragsbedingungen, Quantity Surveyor und Projektmanagement charakterisieren.
Der englische Engineer hat ein wesentlich umfassenderes Aufgabengebiet und eine stärkere Rolle in der Vertragsverwaltung, während er in Deutschland eher als beratender Ingenieur mit begrenzteren Befugnissen agiert.
Der Quantity Surveyor ist ein zentraler technischer und kaufmännischer Berater im englischen Bauprozess, der für die Kostenkontrolle und das Vertragsmanagement zuständig ist – eine Rolle, die in Deutschland keine eigenständige Entsprechung hat.
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