Diplomarbeit, 2007
102 Seiten, Note: 1
TEIL I EINLEITUNG
1 Probleme
2 Hypothesen und Fragen
3 Ziele und Abgrenzungen
TEIL II GRUNDLAGEN
4 Terminologie
4.1 Affekt, Emotion, Gefühl, Stimmung
4.1.1 Definitionen und Abgrenzungen
4.1.2 Funktion
4.1.3 Formen
4.1.4 Entwicklung
4.2 Angst
4.2.1 Definition
4.2.2 Funktion
4.2.3 Symptome
4.2.4 Formen
4.2.5 Störungen
4.2.6 Entwicklung
5 Angst bei Kindern mit geistiger Behinderung
6 Ängste in der Entwicklung
6.1 Einleitung
6.2 Vom Fremdeln zur Trennungsangst
6.3 Angst vor Liebesentzug und Strafe
6.4 Angst vor Autonomieverlust
6.5 Phobien
6.6 Angstträume
6.7 Von der Angst vor Körperverletzungen und Krankheiten zur Angst vor dem Tod
TEIL III PRÄVENTIONS- UND BEWÄLTIGUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR DIE SCHULE
7 Einleitung
8 Trennungsangst
9 Angst vor Liebesentzug und Strafe
10 Angst vor Autonomieverlust
11 Phobien
12 Angstträume
13 Angst vor Körperverletzungen, Krankheiten und dem Tod
TEIL IV FAZIT
14 Zusammenfassung
15 Schlussfolgerungen
16 Ausblick
TEIL V ANHANG
17 Unterrichtsmaterialien
17.1 Geschichten
17.2 Bilderbücher
17.3 Spiele
Diese Arbeit zielt darauf ab, Lehrpersonen ein fundiertes Verständnis für die Entstehung, Funktion und Bewältigung von Ängsten bei Kindern – insbesondere mit geistiger Behinderung – zu vermitteln, um sie in ihrem pädagogischen Handeln zu unterstützen und für eine präventive Herangehensweise zu sensibilisieren.
4.2.2 Funktion
Die Angst soll uns auf Gefahren aufmerksam machen und uns für adäquate Reaktionen vorbereiten. Sie ist dysfunktional, wenn sie in harmlosen Situationen wirkt, in gefährlichen Lagen ausbleibt oder unnütze Antworten erzeugt. Es gibt eine Schwierigkeit, was die Situationseinschätzung betrifft: Angst ist zukunftsgerichtet. Ob tatsächlich eine Gefahr besteht, zeigt sich, wenn überhaupt, erst hinterher. Ein Beispiel: Der Anblick eines Hundes erweckt in vielen Menschen Angst, doch erst wenn der Hund zugebissen hat, wird klar, dass die Angst berechtigt war. Vermeidet man den Kontakt mit dem Hund, bleibt die Frage unbeantwortet. Beisst der Hund bei der Begegnung nicht zu, kann das einerseits daran liegen, dass die Angst unbegründet war, anderseits, dass die Reaktion auf die Angst die drohende Gefahr abwendete.
Der Angstprozess beginnt so, dass eine Situation intuitiv als bedrohlich wahrgenommen wird. Es folgt eine Erhöhung der Aufmerksamkeit und der Reaktionsbereitschaft durch die Aktivierung des Sympathikus. Dabei werden Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, deren Wirkung sich in den akuten Angstsymptomen zeigt. In diesem Extremzustand würde der Kreislauf früher oder später kollabieren. Damit das nicht passiert, wird, auch wenn die Angst bestehen bleibt, der Parasympathikus aktiviert. Diese zweite Reaktionskette, für die vor allem Kortikosteroide verantwortlich sind, macht sich in gegenteiligen, lähmenden Symptomen bemerkbar. Doch nicht bloss die anhaltende Angst führt zu Passivität, bereits der allererste Effekt kann eine Hemmung, oder eher eine Verkrampfung, sein. Danach folgt im günstigeren Fall eine vermeidende, aggressive oder innovative Verhaltensreaktion, im ungünstigeren Fall eine Panikattacke.
1 Probleme: Die Einleitung beleuchtet die Belastung durch Angst bei Kindern im schulischen Umfeld und die Schwierigkeit, diese bei Kindern mit geistiger Behinderung zu identifizieren.
2 Hypothesen und Fragen: Hier werden die zentralen Forschungsannahmen sowie die leitenden Fragen zur Angstentstehung und deren Einfluss auf die kindliche Entwicklung formuliert.
3 Ziele und Abgrenzungen: Das Kapitel definiert den Fokus auf die Angstlogik nach Ciompi sowie die Beschreibung entwicklungspsychologisch relevanter Ängste und praktischer Hilfestellungen.
4 Terminologie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere die Differenzierung zwischen Affekten, Emotionen und Gefühlen sowie die spezifische Funktion und Symptomatik von Angst.
5 Angst bei Kindern mit geistiger Behinderung: Hier wird diskutiert, wie sich der allgemeine Entwicklungsverlauf auf Kinder mit geistiger Behinderung überträgt und welche besonderen Herausforderungen in der Erkennung ihrer Ängste bestehen.
6 Ängste in der Entwicklung: Dieses Kapitel beschreibt systematisch verschiedene Angstformen vom Fremdeln über Phobien bis hin zur Angst vor dem Tod und ordnet diese in den kognitiven Entwicklungsprozess ein.
7 Einleitung: Dieses Kapitel fungiert als Übergang zum praktischen Teil und betont die zentrale Bedeutung des kindlichen Spiels als Ausdrucksmittel und Bewältigungsstrategie.
8 Trennungsangst: Hier werden präventive und bewältigende Ansätze für den Schulalltag diskutiert, wobei insbesondere der Einbezug der Eltern und die Bedeutung von Übergangsobjekten hervorgehoben werden.
9 Angst vor Liebesentzug und Strafe: Das Kapitel behandelt den Umgang mit kindlichem Leistungsdruck und die Bedeutung bedingungsfreier Wertschätzung für eine gesunde psychische Entwicklung.
10 Angst vor Autonomieverlust: Fokus dieses Kapitels ist die Förderung von Selbstständigkeit durch gezielte Kontingenzerlebnisse im Unterricht, um dem kindlichen Bedürfnis nach Autonomie gerecht zu werden.
11 Phobien: Hier wird der Einsatz von Geschichten und Rollenspielen als Mittel zur indirekten Angstbearbeitung bei phobischen Ängsten im Schulkontext erörtert.
12 Angstträume: Dieses Kapitel bietet Tipps für Eltern und Lehrpersonen im Umgang mit belastenden Angstträumen und beschreibt den Aufbau einer Geisterbahn als spielerische Angstbewältigung.
13 Angst vor Körperverletzungen, Krankheiten und dem Tod: Abschließend werden Wege aufgezeigt, wie Lehrpersonen Kindern eine kindgerechte Aufklärung über existenzielle Themen wie Verletzung, Krankheit und Sterben vermitteln können.
Angst, Kindheit, geistige Behinderung, Angstbewältigung, Prävention, Trennungsangst, Phobien, Spielpädagogik, Affektlogik, Elternarbeit, psychische Entwicklung, Angststörung, Autonomie, Schulpädagogik, Bindung.
Die Arbeit befasst sich mit der Psychologie und Pädagogik der Angst bei Kindern, insbesondere bei Kindern mit geistiger Behinderung, und untersucht Wege der Prävention und Bewältigung im schulischen Umfeld.
Die zentralen Themen umfassen Angsttheorien, die kindliche Entwicklung, die Rolle der Bindung, pädagogische Interventionsmethoden wie das Spiel sowie die Elternarbeit.
Das Ziel ist es, Lehrpersonen dabei zu unterstützen, Ängste von Kindern zu erkennen, zu verstehen und diese durch geeignete pädagogische Mittel bei der Bewältigung zu begleiten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, insbesondere unter Rückgriff auf die fraktale Affektlogik nach Ciompi sowie tiefenpsychologische und entwicklungspsychologische Ansätze.
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen zur Angst (Theorie) und einen praktischen Teil, der konkrete Ansätze für die Schule zu verschiedenen Angstformen liefert.
Angst, geistige Behinderung, Bewältigung, Prävention, Trennungsangst, Spielpädagogik und kindliche Entwicklung.
Die Unterscheidung ist für die pädagogische Begleitung relevant, da Angstträume bewusst erlebt werden und das Kind Trost benötigt, während der Pavor nocturnus eine Schlafstörung ist, bei der das Kind in der Regel nicht ansprechbar ist.
Prinzipiell verläuft die Entwicklung ähnlich, jedoch oft langsamer. Die Schwierigkeit liegt häufig in der eingeschränkten Ausdrucksfähigkeit der Kinder, wodurch Ängste oft als allgemeine Verhaltensauffälligkeiten maskiert werden.
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