Magisterarbeit, 2005
161 Seiten, Note: 1,3
Die Arbeit untersucht, ob Theater, in seiner bestehenden oder einer zukünftigen Form, in Opposition zur gesellschaftlichen Produktions- und Lebensordnung treten kann. Das Hauptziel ist es, zu analysieren, wie Kunst Perspektiven auf eine andere Gesellschaft eröffnen und grundlegende Kritik an der bestehenden Gesellschaft vermitteln kann. Die Arbeit beleuchtet auch die potentiellen systemkritischen Tendenzen innerhalb bürgerlicher Kunst und deren Vermittlungsweisen.
Kapitel I legt theoretische Grundlagen für die Untersuchung der systemkritischen Wirkung von Kunst, basierend auf der marxschen Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie. Dabei wird Kunst als Ware betrachtet und in ihren Beziehungen zu Produktion und Konsumtion eingeordnet. Die Besonderheiten von Kunst in ihrem doppelt erzeugten Gebrauchs- und Tauschwert und ihre staatliche Beeinflussung werden beleuchtet. Der Widerstreit zwischen Kunst als Produkt eines Gesellschaftssystems und ihrem Versuch, Wirksamkeit zu entfalten, wird anhand der Dialektik zwischen Gebrauchswert und Tauschwert untersucht.
Kapitel II beschäftigt sich mit der Theorie der Situationistischen Internationale (S.I.) und deren relevanten Bereichen für die Untersuchung von Kunstwirkung. Die Trennung in „spektakuläre“ Kunstproduktion und utopische, revolutionäre Kultur- und Kunstformen wird analysiert. Der Fokus liegt auf der Trennung zwischen kontemplativem Konsum und aktivem Prozess von Kunst und deren Einfluss auf zukünftig mögliche Tendenzen systemkritischer Kunst.
Kapitel III untersucht anhand von Beispielen die systemkritische Wirkung von Theater auf Individuen. Es wird angenommen, dass der Kunstprozess wichtiger ist als das Kunstwerk und dass Kunstwirkung durch den raum-zeitlichen Kontext und die betroffenen Individuen beeinflusst wird. Die systemkritische Wirkung von Theater wird als Zusammenspiel zwischen emotionalen und rationalen Elementen betrachtet.
Die Arbeit fokussiert auf Schlüsselwörter wie Systemimmanenz, Systemkritik, Kunst, Ware, Gebrauchswert, Tauschwert, Fetischcharakter, Situationistische Internationale, Spektakel, revolutionäre Kunst, subversive Kunst, Theater und Rezeption. Die Arbeit erforscht die Beziehungen zwischen diesen Konzepten und ihre Bedeutung für die Analyse der systemkritischen Wirkung von Kunst, insbesondere Theater.
Das ist die Kernfrage der Arbeit. Sie untersucht die „Systemimmanenz“, also ob Kunst innerhalb bürgerlicher Strukturen überhaupt eine radikale Opposition einnehmen kann oder ob sie durch ihren Warencharakter Teil des Systems bleibt.
Die S.I. kritisiert das „Spektakel“, bei dem der Zuschauer zum passiven Konsumenten degradiert wird. Sie fordert die Aufhebung der Trennung zwischen Kunst und Leben durch aktive, revolutionäre Praxis.
Marx beschreibt Kunst als Produkt menschlicher Arbeit, das einen Tauschwert (Marktpreis) und einen Gebrauchswert besitzt. Im Kapitalismus wird Kunst oft auf ihren Tauschwert reduziert, was ihre kritische Funktion schwächen kann.
Durch experimentelle Formen wie das dokumentarische Theater oder die direkte Interaktion wird versucht, die Distanz zwischen Bühne und Zuschauerraum aufzubrechen und politische Reflexionsprozesse anzustoßen.
Das Spiel wird als freie, nicht entfremdete Tätigkeit gesehen, die sich dem Zwang der ökonomischen Verwertung entzieht und so ein Vorbote einer befreiten Gesellschaft sein kann.
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