Diplomarbeit, 2000
119 Seiten, Note: gut
Vorwort
Einleitung
1 Begriffsklärungen
1.1 Alter
1.1.1 Das kalendarische Alter
1.1.2 Das biologische Alter
1.1.3 Das psychologische Alter
1.1.4 Das soziologische Alter
1.2 Stationäre Einrichtungen
1.2.1 Altenwohnheim
1.2.2 Altenheim
1.2.3 Altenpflegeheim
1.2.4 Mehrgliedrige Heime
1.3 Soziale Arbeit
2 Bedürfnisse älterer Menschen
2.1 Die Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow
2.2 Wünsche der Bewohner von ihrem Leben in einer stationären Einrichtung
3 Soziale Sicherung der Menschenwürde
3.1 Identitätssicherung der älteren Menschen
3.2 Grundgesetz der BRD
3.3 Rahmen der sozialen Sicherung – SGB I
3.4 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
3.5 Europäische Sozialcharta
3.6 Ethik-Charta der Vereinten Nationen
3.7 Pflegeversicherung
3.8 Betreuungsrecht
4 Möglichkeiten der Erfüllung der Bedürfnis-Forderungen der Pyramide
4.1 Versuche der Umsetzung vom Notwendigen zum Möglichen
4.1.1 Physiologische Bedürfnisse
4.1.2 Sicherheitsbedürfnisse
EXKURS 1: Das Gefühl seine Persönlichkeit aufgeben zu müssen
4.1.3 Sozialbedürfnisse
EXKURS 2: Tierhaltung im Heim
4.1.4 Selbstachtung
EXKURS 3: Mitspracherecht der Bewohner bei der Gestaltung des Tagesablaufes
4.1.5 Selbstverwirklichung
EXKURS 4: Gegen das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden
4.2 Überlegungen, wie Bewohner zu Hause leben würden
5 Beispiele sozialer Arbeit auf der bewohnerorientierten Ebene
5.1 Hilfen beim Kennenlernen einer eventuell neuen Lebenswelt und das Eingewöhnen nach einem Umzug in eine stationäre Einrichtung
5.2 Aufklärung und Beratung
5.3 Hilfen für Bewohner beim Umgang mit geistig verwirrten Mitbewohnern
5.4 Freizeitgestaltung oder Ein Heim ohne Langeweile
5.5 Einzelarbeit
5.6 Erinnerungsarbeit, Biographiearbeit
6 Beispiele sozialer Arbeit auf der institutions- und mitarbeiterorientierten Ebene
6.1 Milieugestaltung – Wohnen älterer, pflegebedürftiger Menschen und die Würde der Unterbringung
6.2 Förderung und Qualifizierung der Mitarbeiter oder Vermittlung von Fortbildungen und Supervision
6.3 Arbeit mit Ehrenamtlichen
7 Beispiele sozialer Arbeit auf der umfeld- und gemeinwesenorientierten Ebene
7.1 Öffentlichkeitsarbeit
7.2 Wenn die Angehörigen zu Fremden werden oder Die Arbeit mit Angehörigen
7.3 Kooperation mit Dienstleistungsanbietern
7.3.1 Ergotherapie
7.3.2 Krankengymnastik
8 Sterben und die Zeit nach dem Tod
8.1 Humanisierung des Sterbens
8.2 Worüber man nicht gerne spricht und doch sprechen muss
8.3 Die Zeit nach dem Sterben
9 Matthias-Claudius Stift
9.1 Beschreibung
9.2 Soziale Arbeit vor Ort
10 St. Paulus-Stift
10.1 Beschreibung
10.2 Soziale Arbeit vor Ort
11 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Notwendigkeit und konkrete Möglichkeiten sozialer Arbeit mit älteren Menschen in stationären Einrichtungen am Beispiel der Stadt Göttingen. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den Bedürfnissen älterer Menschen – unter Berücksichtigung von Ethik und Menschenwürde – und den institutionellen Rahmenbedingungen kritisch zu analysieren, um so verschiedene Handlungsfelder sozialer Arbeit zu definieren.
EXKURS 1: Das Gefühl seine Persönlichkeit aufgeben zu müssen
Ob es nun ein Umzug aus einem akuten Grund oder ein lange vorbereiteter und geplanter Umzug in eine stationäre Einrichtung ist, in beiden Fällen geben die neuen Bewohner eines Heimes viel ihres bisherigen Lebens auf. Gerade dann kann es für einen Menschen von sehr großer Wichtigkeit und Bedeutung sein, wenigstens seine liebsten Möbelstücke oder Pflanzen und Dekorationsstücke mit in sein neues Zuhause zu nehmen. Diese seit langer Zeit vertrauten Gegenstände erhalten ein gewisses Gefühl der Sicherheit in einer neuen und fremden Umgebung und besitzen auch einen Kontinuitätscharakter.
Der neue Bewohner einer stationären Einrichtung hat das Gefühl, etwas von seiner „alten“ Persönlichkeit in das „neue“ Leben mitzunehmen.
1 Begriffsklärungen: Definition und Differenzierung der Begriffe „Alter“ (kalendarisch, biologisch, psychologisch, soziologisch), „stationäre Einrichtungen“ sowie grundlegende Prinzipien der „Sozialen Arbeit“.
2 Bedürfnisse älterer Menschen: Darstellung menschlicher Grundbedürfnisse anhand des Stufenmodells von Abraham Maslow und Einblicke in die Wünsche der Heimbewohner.
3 Soziale Sicherung der Menschenwürde: Überblick über ethische und gesetzliche Grundlagen, inklusive Grundgesetz, SGB, Menschenrechte und Betreuungsrecht.
4 Möglichkeiten der Erfüllung der Bedürfnis-Forderungen der Pyramide: Konkrete Ansätze, wie die Bedürfnisse der Bewohner innerhalb einer Einrichtung praktisch umgesetzt und adressiert werden können.
5 Beispiele sozialer Arbeit auf der bewohnerorientierten Ebene: Fokus auf Eingewöhnungshilfen, Beratung, Freizeitgestaltung, Einzelarbeit und biographisches Arbeiten.
6 Beispiele sozialer Arbeit auf der institutions- und mitarbeiterorientierten Ebene: Milieugestaltung, Personalförderung (Fortbildung/Supervision) sowie die Integration ehrenamtlicher Kräfte.
7 Beispiele sozialer Arbeit auf der umfeld- und gemeinwesenorientierten Ebene: Öffentlichkeitsarbeit, Arbeit mit Angehörigen und Kooperationen mit externen Dienstleistern.
8 Sterben und die Zeit nach dem Tod: Spezielle Betrachtung der Sterbebegleitung, der Enttabuisierung des Todes und des würdevollen Umgangs mit Verstorbenen und Hinterbliebenen.
9 Matthias-Claudius Stift: Beschreibung der Einrichtung und Analyse der konkreten Umsetzung sozialer Arbeit vor Ort.
10 St. Paulus-Stift: Beschreibung der Einrichtung und Analyse der konkreten Umsetzung sozialer Arbeit vor Ort.
11 Zusammenfassung und Ausblick: Synopse der Ergebnisse und kritischer Vergleich der beiden Fallbeispiele hinsichtlich Qualität und Quantität der sozialen Angebote.
Soziale Arbeit, Altenpflege, Stationäre Einrichtungen, Menschenwürde, Bedürfnisse, Maslowsche Bedürfnispyramide, Bewohnerorientierung, Biographiearbeit, Sterbebegleitung, Altenheim, Altenpflegeheim, Ehrenamt, Supervision, Gerontologie, Lebensqualität
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und Notwendigkeit der sozialen Arbeit bei der Betreuung älterer Menschen, die in stationären Einrichtungen leben, mit Fokus auf die Wahrung ihrer Menschenwürde und Lebensqualität.
Im Zentrum stehen die Bedürfnisse älterer Menschen, die gesetzliche und ethische Absicherung ihrer Würde sowie die praktische Umsetzung sozialer Konzepte in drei unterschiedlichen Arbeitsfeldern (bewohner-, institutions- und umfeldbezogen).
Das Ziel ist es, basierend auf einer Bedürfnisanalyse, konkrete Einsatzmöglichkeiten für die soziale Arbeit in Heimen aufzuzeigen und diese anhand von zwei Fallbeispielen in Göttingen kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse zu gerontologischen und sozialpädagogischen Ansätzen sowie eine explorative Untersuchung zweier stationärer Einrichtungen anhand von Beobachtungen und Gesprächen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Bedürfnisse, rechtlicher Rahmen) und einen praktischen Teil, in dem die Handlungsfelder der sozialen Arbeit im Heimalltag sowie der Umgang mit Sterben und Tod detailliert erörtert werden.
Soziale Arbeit, stationäre Altenhilfe, Maslow-Pyramide, Bewohnerorientierung, Biographiearbeit, Sterbebegleitung und Lebensqualität.
Das Matthias-Claudius-Stift zeichnet sich durch ein breiter gefächertes Angebot durch den begleitenden Dienst aus, während im St. Paulus-Stift viele Aufgaben durch die Heimleitung wahrgenommen werden, was die Kapazitäten für gezielte soziale Betreuung teilweise einschränkt.
Die Validation, insbesondere nach Naomi Feil, wird als wesentliche Methode vorgestellt, um verwirrte und demente Bewohner besser zu erreichen, ihre Ängste zu lindern und ihr Selbstwertgefühl zu stabilisieren.
Da stationäre Heime oft die letzte Lebensstation der Bewohner darstellen, ist die aktive und würdige Gestaltung des Sterbeprozesses und der Trauerbewältigung eine essenzielle Aufgabe der sozialen Arbeit.
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