Examensarbeit, 2002
103 Seiten, Note: 1
1 Problemumriss
2 Hintergrund und Begriffsklärung
2.1 Definition des Begriffes Leistung in der Schule
2.2 Definition des Begriffes Leistungsbeurteilung
2.3 Darstellung möglicher Bezugsrahmen für die Leistungsbewertung
2.4 Kurze Geschichte der Zensur
2.5 Darstellung des momentan verwendeten Systems der Leistungsbeurteilung
2.6 Darstellung der verschiedenen Skalentypen
3 Klärung des Ziels: Funktionen von Leistungsbeurteilung
3.1 Gesellschaftliche Funktionen von Leistungsbeurteilung
3.1.1 Anmerkungen zum Leistungsprinzip in der Gesellschaft
3.1.2 Die Berechtigungsfunktion
3.1.3 Die Funktion der Sozialisierung
3.2 Innerschulische Funktionen der Leistungsbeurteilung
3.2.1 Die Berichts- und Orientierungsfunktion
3.2.2 Die pädagogische Funktion
4 Kritik an der heutigen Leistungsbeurteilung
4.1 Kritik an der Objektivität heutiger Leistungsbeurteilung
4.1.1 Kritik an der Erfassung von Leistungen
4.1.2 Kritik an der Bewertung von Leistung
4.2 Kritik an der Aussagekraft von Leistungsbeurteilung
4.3 Kritik an den Nebenwirkungen von Leistungsbeurteilung
4.4 Kritik an der Validität von Leistungsbeurteilung
4.5 Kritik an der Leistungsschule allgemein
5 Verbesserungsmöglichkeiten
5.1 Anmerkungen zur Kritik an Leistungsbeurteilung
5.2 Verbesserung der Objektivität
5.2.1 Testerstellung
5.2.2 Objektivität bei der Erfassung von Leistungen
5.2.3 Objektive Bewertung
5.2.4 Exkurs: die direkte Leistungsvorlage (Portfolio) als objektivste Möglichkeit der Leistungsbeurteilung?
5.3 Verbesserung der Validität
5.4 Verbesserung der Reliabilität
5.5 Verbesserung der Aussagekraft von Leistungsbeurteilungen
5.5.1 Exkurs: Das Wortzeugnis als das aussagekräftigste Beurteilungsmittel?
5.6 Verbesserung der Auswirkungen von Zensuren auf die Schüler
5.6.1 Exkurs: Die Methode der Selbstbeurteilung
5.7 Integration der Diagnose in den Unterricht
5.8 Exkurs: Zentrale Prüfungen als Lösung?
6 Resümee
7 Anhang
7.1 Quellenangaben
7.2 Volltexte
7.3 Anmerkung zur Onlineversion
Die Arbeit untersucht Wege zur Verbesserung der Leistungsbeurteilung in der Schule, wobei das primäre Ziel darin besteht, Funktionen von Leistungsbeurteilungen zu klären, bestehende Hindernisse und Kritikpunkte zu analysieren und forschungsbasierte Lösungsansätze für eine gerechtere und pädagogisch sinnvollere Praxis aufzuzeigen.
4.1.1 Kritik an der Erfassung von Leistungen
An der Erfassung von Leistungen wurde häufig Kritik geübt. Verschiedene Autoren verweisen auf eine Vielzahl subjektiver Einflüsse des Lehrers schon bei der Auswertung von Tests oder bei anderer Erfassung von Leistung (z.B. mündliche Tests, Beobachtungen im Unterricht). SACHER weist auf verschiedene Fehler hin, die bei der Leistungserfassung gemacht werden. Er nennt den Reihungsfehler, den logischen Fehler und den Halo-Effekt (SACHER 1996, 39).
Reihungsfehler entstehen aus dem Zusammenhang mit vorangehenden Urteilen. Ein Beispiel hierfür ist etwa der Lehrer, der sich Notizen über eine besonders gute mündliche Leistung eines Schülers macht, eine darauf folgende Leistung eines anderen Schülers aber weniger beachtet, weil diese nicht so gut war. Umgekehrt wird eine durchschnittliche Leistung oft besser bewertet, wenn ihr eine schlechte Leistung vorangeht. BECKER spricht von der Voreingenommenheit des Lehrers, dessen Urteil „unter dem Einfluß der Vornoten steht“ (BECKER in BECKER / VON HENTIG 1983, 12).
Als logischer Fehler wird das Ziehen von Schlussfolgerungen von einem Leistungsmerkmal auf ein anderes bezeichnet. Die Annahme etwa, dass ein Schüler, der in Mathematik gute Leistungen erbringt auch in Musik gut sei, wäre als logischer Fehler zu bezeichnen. Ebenso wird manchmal von guten mündlichen Leistungen auf gute Fähigkeiten beim Aufsatzschreiben geschlossen, oder von einem guten Gedächtnis auf eine allgemein hohe Intelligenz. Auch diese Erwartungen können unbewusst den Lehrer schon bei der Erfassung von Leistungen beeinflussen.
Beim Halo-Effekt wird die Wahrnehmung einzelner Merkmale durch den globalen Allgemeineindruck bestimmt. So werden Leistungen von Schülern, die z.B. einen unordentlichen Eindruck machen, oft als schlechter wahrgenommen, als sie objektiv gemessen wären. Bei einem Schüler mit guter Handschrift, ordentlicher Kleidung, höflichem Benehmen etc., kann hingegen der positive Gesamteindruck auch Schwächen überstrahlen. ZIEGENSPECK weist in diesem Zusammenhang auch auf das Repetentenproblem hin: „Sitzenbleiber (...) werden in allen Fächern und insbesondere in den Kopfzensuren signifikant ungünstiger beurteilt als altersgleiche Schüler“ (ZIEGENSPECK 1973, 101). Auch hier lässt sich annehmen, dass aufgrund des Gesamteindrucks des „schlechten“ Schülers vom Lehrer eher schlechtere Leistungen von dem Schüler erwartet werden.
1 Problemumriss: Einleitende Darstellung der Bedeutung der Leistungsbeurteilung und der historischen Entwicklung der Kritik an der Zensurpraxis.
2 Hintergrund und Begriffsklärung: Definition zentraler Begriffe wie Leistung, Leistungsbeurteilung und Darstellung verschiedener Skalentypen sowie Bezugsrahmen.
3 Klärung des Ziels: Funktionen von Leistungsbeurteilung: Untersuchung der gesellschaftlichen und innerschulischen Funktionen, einschließlich der Berechtigungs- und Sozialisierungsfunktion.
4 Kritik an der heutigen Leistungsbeurteilung: Detaillierte Analyse der Mängel hinsichtlich Objektivität, Validität, Aussagekraft und negativer Nebenwirkungen für Schüler.
5 Verbesserungsmöglichkeiten: Vorstellung konkreter Ansätze zur Steigerung der Qualität von Leistungsbeurteilungen, etwa durch objektivere Testverfahren und die Integration von Diagnose.
6 Resümee: Zusammenfassende Einschätzung der Notwendigkeit und der Verbesserungspotenziale von Leistungsbeurteilungen in der Schule.
7 Anhang: Quellenangaben und weiterführende Texte zur Thematik.
Leistungsbeurteilung, Schule, Zensuren, Ziffernnoten, Objektivität, Validität, Reliabilität, Leistungsbegriff, Pädagogik, Schulentwicklung, Diagnostik, Kompetenzen, Schüler, Lehrerurteil, Lernfortschritt
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Wegen zur Verbesserung der Leistungsbeurteilung in der Schule, analysiert den aktuellen Stand der Zensurpraxis und bewertet die Möglichkeiten einer objektiveren und gerechteren Beurteilung.
Zu den zentralen Themen gehören die Funktionen von Noten, die Kritik an der aktuellen Zensurpraxis, die Gütekriterien der Leistungsbeurteilung sowie Methoden zur Steigerung der Qualität der Rückmeldung an Schüler.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Leistungsbeurteilungen ihre gesellschaftlichen und pädagogischen Funktionen besser erfüllen können, ohne die negativen Auswirkungen auf Schüler zu verstärken.
Es handelt sich um eine systematische Analyse der einschlägigen fachwissenschaftlichen Literatur und einschlägiger bildungspolitischer Diskussionen zur Leistungsbeurteilung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Klärung der Funktionen von Noten, die Kritik an deren Objektivität und Aussagekraft, sowie eine detaillierte Darstellung von Möglichkeiten zur Verbesserung dieser Kriterien.
Leistungsbeurteilung, Zensuren, Objektivität, Validität, Reliabilität, Diagnostik und pädagogische Rückmeldung.
Die Arbeit thematisiert, dass die Anwendung des klasseninternen Vergleichsmaßstabs oft Konkurrenzdenken fördert und das soziale Klima durch Rivalität negativ belasten kann.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Portfolio zwar eine Bereicherung darstellen kann, aber die gesellschaftliche Anforderung an Vergleichbarkeit und Berechtigung durch Ziffernnoten schwer vollständig ersetzen kann; eine Kombination beider Formen erscheint sinnvoller.
Der Autor argumentiert, dass oft alte Daten verwendet werden und die pauschale Ablehnung von Zensuren wichtige Funktionen wie die Berechtigungsfunktion ausblendet, anstatt nach konkreten, reparablen Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

