Diplomarbeit, 2005
66 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Erklärungsansätze
2.1. Ökonomische Erklärungsansätze
2.1.1. Der spending effect
2.1.2. Der resource movement effect
2.1.3. Weitere ökonomische Ansätze
2.2. Politische Erklärungsansätze
2.2.1. Rent Seeking Ansätze
2.2.2. Policy making
2.3. Natürliche Ressourcen und Bürgerkriege
3. Eine politökonomische Analyse
3.1. Die Akteure
3.2. Das Modell
3.3. Folgerungen
3.4. Das institutionelle Umfeld
3.5. Ergebnis
4. Empirische Evidenz
4.1. Auswahl der Variablen
4.2. Überblick bisheriger Studien
4.3. Ökonometrische Spezifikation
4.4. Ergebnisse und Folgerungen
5. Eine wirtschaftspolitische Analyse
5.1. Politikoptionen für ressourcenreiche Länder
5.2. Natural Resource Funds
5.3. Die Bedeutung institutioneller Faktoren
5.4. Transparenz und Informationsaspekte
5.5. Investititionspolitik
6. Fazit
Die Arbeit untersucht den sogenannten „Fluch der natürlichen Ressourcen“ (Natural Resource Curse), bei dem ressourcenreiche Länder im Vergleich zu ressourcenarmen Ländern oft ein geringeres Wirtschaftswachstum aufweisen. Ziel ist es, durch eine politökonomische Analyse der Anreizstrukturen für Unternehmer und staatliche Akteure zu erklären, warum einige Länder erfolgreich aus ihrem Reichtum Kapital schlagen, während andere in wirtschaftlicher Stagnation verharren, und daraus wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen abzuleiten.
3.2. Das Modell
Die Ökonomie wird dabei aufbauend auf Murphy et al. (1989) – wie bei dem Big-Push Modell von Sachs und Warner (1999) – in zwei Sektoren aufgeteilt: einen traditionellen Sektor, der mit konstanten Skalenerträgen produziert und einen modernen Sektor, der mit zunehmenden Skalenerträgen (increasing returns to scale, IRS) produziert. Im traditionellen Sektor wird aus einer Einheit Arbeit (L) eine Einheit eines Gutes (y) hergestellt. Im modernen Sektor dagegen bestehen Fixkosten in Höhe von F. Jede Einheit eingesetzte Arbeit führt zu einem Output von β>1 Einheiten. Die Gesamtkosten ergeben sich daher als K = (1/ β ) y + F . Da die Grenzkosten 1/β für jedes Outputniveau unter denen im traditionellen Sektor (=1) liegen, sinken die durchschnittlichen Kosten immer weiter. Anders als in der klassischen Welt konstanter Skalenerträge kann der Unternehmer folglich einen Gewinn in Höhe von π = [P − (1/ β)]y − F erwirtschaften, wobei P den Preis des Produktes angibt. Es gibt insgesamt M Produkte, die alle sowohl von traditionellen als auch von modernen Firmen hergestellt werden können. Normiert man den Lohnsatz (und damit die Grenzkosten der traditionellen Produktion) auf 1, so ergibt sich ein Wettbewerbspreis ebenfalls von eins. Nimmt man an, dass der moderne Sektor über den Preis konkurriert (Bertrand-Wettbewerb), und unterstellt man, dass immer im unelastischen Teil der Nachfragekurve produziert wird (und zudem homothetische Präferenzen angenommen werden, d.h. dass die Konsumstruktur bei unterschiedlichen Einkommen gleich bleibt), so kommt man zu folgendem Ergebnis: Für jedes Produkt aus M kann aufgrund der Konkurrenz durch Firmen des traditionellen Sektors nur eine moderne Firma Gewinne erwirtschaften.
1. Einleitung: Einführung in das Phänomen des Ressourcenfluchs und die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Erklärungsansätze: Zusammenfassung ökonomischer, politischer und konfliktbezogener Theorien zur Erklärung des Ressourcenfluchs.
3. Eine politökonomische Analyse: Herleitung eines theoretischen Modells zur Erklärung von Anreizstrukturen bei Ressourcenreichtum in Abhängigkeit vom institutionellen Umfeld.
4. Empirische Evidenz: Überprüfung der theoretischen Hypothesen anhand ökonometrischer Datenanalysen.
5. Eine wirtschaftspolitische Analyse: Diskussion politischer Maßnahmen wie Fonds und Transparenz zur Abwendung negativer Effekte von Ressourcenreichtum.
6. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur Bedeutung institutioneller Qualität.
Ressourcenfluch, Natural Resource Curse, Rent Seeking, Institutionen, Wirtschaftswachstum, Dutch-Disease, Ressourcenrente, politökonomische Analyse, Rohstoffreichtum, institutionelles Umfeld, Wachstumstheorie, Natural Resource Funds, Governance, Investitionspolitik, Korruption.
Die Arbeit analysiert das wirtschaftswissenschaftliche Phänomen, dass Länder mit einem hohen Reichtum an natürlichen Ressourcen oft ein geringeres Wirtschaftswachstum aufweisen als ressourcenarme Länder, ein Zusammenhang, der als „Ressourcenfluch“ bekannt ist.
Zentrale Themen sind die ökonomischen Wirkungsmechanismen bei Ressourcenreichtum, die Rolle des institutionellen Umfelds, das Rent-Seeking-Verhalten politischer und wirtschaftlicher Akteure sowie die empirische Überprüfung dieser Zusammenhänge.
Das primäre Ziel ist es, theoretisch und empirisch zu erklären, warum Ressourcenreichtum in manchen Ländern zu Wohlstand und in anderen zu Verarmung führt, um darauf basierend Empfehlungen für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik zu formulieren.
Der Autor kombiniert eine theoretische politökonomische Modellierung (basierend auf bestehenden Modellen wie dem von Mehlum et al.) mit einer umfangreichen ökonometrischen Analyse auf Basis historischer Wachstumsdaten verschiedener Länder.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung verschiedener Erklärungsansätze, die Entwicklung eines politökonomischen Modells zur Verteilung von Ressourcenrenten, eine empirische Überprüfung dieser Theorie mittels Wachstumsregressionsanalysen sowie eine wirtschaftspolitische Bewertung geeigneter Gegenmaßnahmen.
Die zentralen Begriffe sind Ressourcenfluch, Rent Seeking, institutionelles Umfeld, Ressourcenrenten, Wirtschaftswachstum und politische Institutionen.
Das Modell des Autors zeigt, dass das institutionelle Umfeld bestimmt, ob Ressourcenrenten produktiv investiert oder durch unproduktives Rent Seeking abgeschöpft werden. Gute Institutionen verhindern letzteres und ermöglichen somit eine positive Nutzung des Ressourcenreichtums.
Der Autor sieht diese Fonds grundsätzlich als hilfreichen Ansatz an, um Einnahmen zu neutralisieren und Zukunftsgenerationen zu beteiligen, betont aber, dass ihr Erfolg maßgeblich von der institutionellen Qualität des Managements abhängt und sie allein den Ressourcenfluch nicht lösen können.
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