Bachelorarbeit, 2006
42 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Prinzip und Technologie des digitalen Kinos
2.1 Begriffsbestimmung D- und E-Cinema
2.2 Funktionsweise des digitalen Kinos
2.2.1 Filmproduktion und -distribution
2.2.2 IT-Infrastruktur und Projektion im Kino
3 Chancen und Risiken der Markteinführung
3.1 Chancen
3.1.1 Kostenersparnis und Flexibilitätssteigerung
3.1.2 Alternative Inhalte und Nutzungsformen
3.1.3 Aufwertung des Kinos als Werbeträger
3.1.4 Qualität der Projektion
3.1.5 Neue Schutzmechanismen vor Filmpiraterie
3.1.6 Etablierung neuer Marktteilnehmer und Berufsfelder
3.2 Risiken
3.2.1 Hohe Investitionen
3.2.2 Fehlende Finanzierungs- und Geschäftsmodelle
3.2.3 Fragliche Technologiestandards
3.2.4 Verfügbarkeit des Contents
3.2.5 Verkürzung des Kinofensters
3.2.6 Subjektive Risiken einzelner Marktteilnehmer
4 Aktueller Status der Digitalisierung
4.1 Marktsituation in Deutschland
4.2 Geschäftsmodelle für E- und D-Cinema: CinemaNet Europe und XDC
4.3 Internationale Entwicklung digitaler Leinwände und Kinostarts
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit analysiert den Transformationsprozess des deutschen Kinomarktes durch die Digitalisierung. Das Hauptziel besteht darin, die ökonomischen, technischen und strukturellen Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette – von der Produktion über die Distribution bis zur Projektion – zu untersuchen und dabei die spezifische Situation in Deutschland kritisch zu beleuchten.
3.1.1 Kostenersparnis und Flexibilitätssteigerung
Das größte Einsparpotenzial einer flächendeckenden Einführung des digitalen Kinos sehen Fachleute in der Herstellung und Distribution der Inhalte wie Filme und Werbung. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2001 circa 50.000 Filmkopien, Stückpreis rund 1.200 € plus Transport, angefertigt und an die Kinos geliefert, so dass die deutsche Filmbranche 75 Mio. € dafür ausgab. Durch den Wegfall analoger Kopien erhofft sich die Branche, allen voran die Filmverleiher, trotz anfallender Kosten für digitale Master und Distribution weltweit jährlich Einsparungen bei Herstellungs- und Logistikkosten von bis zu 90 %. Hier gehen die Angaben und Meinungen jedoch auseinander. Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbands der Filmverleiher e.V. (VdF), schätzt das durch die digitale Filmdistribution zu erreichende Einsparpotenzial für den deutschen Kinomarkt nach Abzug aller übrigen Kosten auf höchstens 15 bis 20 % gegenüber den analogen Kopien.
In erster Linie profitieren die Produzenten und Verleiher von der digitalen Filmdistribution, da sie ihre Inhalte schneller, flexibler und kostengünstiger direkt an die Kinos verteilen und nach der dort erfolgten Auswertung nicht mehr vernichten müssen. Ihnen bietet sich also ein enormer ökonomischer und logistischer Vorteil, wenn man bedenkt, dass „(...) viele Filme den größten Teil ihrer Box Office-Erlöse in immer kürzerer Zeit einspielen - bis zu 44 Prozent bereits in der ersten Kinowoche -, (...) [und somit] die Investitionen für Filmkopien schon nach kurzer Zeit ohne Wert [sind]“.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des digitalen Wandels für das Kino dar und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Schwerpunkte der Analyse.
2 Prinzip und Technologie des digitalen Kinos: Hier werden die technischen Grundlagen, die Differenzierung zwischen D- und E-Cinema sowie die veränderte Prozesskette von der Produktion bis zur Projektion erläutert.
3 Chancen und Risiken der Markteinführung: Dieses Kapitel analysiert detailliert die ökonomischen Vorteile wie Kostenersparnisse und neue Geschäftsfelder sowie die Hürden wie Investitionslasten und Standardisierungsfragen.
4 Aktueller Status der Digitalisierung: Der Abschnitt gibt einen Überblick über den Stand der Digitalisierung in Deutschland und weltweit sowie über existierende Geschäftsmodelle.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die künftige Entwicklung des digitalen Kinos als technologische Notwendigkeit.
Digitales Kino, D-Cinema, E-Cinema, Filmdistribution, Digitale Projektion, Wertschöpfungskette, Kinomarkt Deutschland, Kosteneinsparung, Filmpiraterie, Digitale Rechteverwaltung, DRM, Kinofenster, Geschäftsmodelle, Breitbandübertragung, Standardisierung.
Die Arbeit untersucht den Übergang vom analogen zum digitalen Kino und dessen weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Kinolandschaft.
Die zentralen Felder sind die technologischen Grundlagen, die Chancen für neue Einnahmequellen sowie die ökonomischen Risiken und strukturellen Herausforderungen der Umstellung.
Ziel ist es, die Auswirkungen der Digitalisierung zu bewerten und die Bedingungen für einen flächendeckenden Roll-out in Deutschland zu identifizieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Branchenstudien sowie der Untersuchung existierender Geschäftsmodelle und Pilotprojekte.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Gegenüberstellung von Chancen und Risiken für die verschiedenen Akteure des Marktes, wie Kinobetreiber, Verleiher und Werbepartner.
Wichtige Begriffe sind Digitales Kino, D-Cinema, Filmdistribution, Wertschöpfungskette und Finanzierungsmodelle.
Während globale Schätzungen von Einsparungen bis zu 90 % sprechen, schätzen Branchenvertreter in Deutschland den Effekt nach Abzug der Kosten für digitale Infrastruktur deutlich geringer ein.
Die Verkürzung des Zeitraums zwischen Kinostart und Zweitauswertung (z.B. DVD) gefährdet die Exklusivität der Kinos und stellt somit ein zentrales wirtschaftliches Risiko für die Kinobetreiber dar.
DCI-Spezifikationen dienen als technische Richtlinien, um Interoperabilität zu gewährleisten, stellen jedoch aufgrund der hohen Kosten und der notwendigen 4K-Auflösung eine Investitionsbarriere für viele Kinos dar.
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