Diplomarbeit, 2007
86 Seiten, Note: 2,0
1. Problemstellung, Methoden und Forschungsziele
1.1 Thesen und Fragestellungen
1.2 Methodisches Vorgehen
1.2 Forschungsziele
2. Begriffsklärungen
2.1 Geschlecht
2.2. Geschlechtskonstruktionen
2.2 Gender Mainstreaming
3. Geschlechtsunterschiede in der organisierten Erwachsenenbildung
3.1 Der Status quo in der Erwachsenenbildung
3.1.1 Analyse der Weiterbildungsstatistik
3.1.1.1 Die Weiterbildungssituation bei Männern und Frauen
3.1.1.2 Andragogische Tätigkeitsfelder und die geschlechtsspezifische Verteilung innerhalb der Profession
3.2 Auswirkungen der Geschlechterungleichheit auf die Lehre
3.2.1 Geschlechtsspezifische Lernkulturen und bevorzugte Themengebiete
3.2.2 Geschlechtsspezifische Lehrkulturen und zielführende Seminargestaltung
3.3 Geschlechterrollen und Rollenverteilung in Lernumgebungen
4. Ziele einer genderkonstruktivistischen Didaktik
4.1 Didaktische Ansätze und ihre Einflussnahme auf die Geschlechtskonstruktion
4.1.1 Geschlechtsspezifische Didaktik: erforderliche Anpassung oder hemmendes Moment
4.1.2 Möglichkeiten einer neuen didaktischen Konzeption
4.2 Grenzen der Umsetzung
4.2.1 Finanzierbarkeit
4.2.2 Politischer und fachlicher Rückhalt
4.2.3 Bisherige Entwicklung und Ausblick
5. Schlussgedanken
5.1 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
5.2 Reflexion und Kritik der Ergebnisse
5.3 Weitere Forschungsmöglichkeiten auf dem Gebiet
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Geschlechtskonstruktionen im Kontext der organisierten Erwachsenenbildung. Ziel ist es, den Einfluss von Geschlechterrollen auf Lernprozesse und Lehrkulturen aufzuzeigen sowie ein didaktisches Konzept zu entwickeln, das eine geschlechtsgerechte Lernumgebung fördert und zur Dekonstruktion hemmender Stereotype beiträgt.
3.2.1 Geschlechtsspezifische Lernkulturen und bevorzugte Themengebiete
Auch wenn es den Teilnehmern nicht bewusst war, dass sie sich als Geschlechtswesen darstellen, zeigten sich die folgenden geschlechtsspezifischen Lernkulturen (vgl. Derichs-Kunstmann/ Auszra/ Müthing 1999, 184):
Männliche Teilnehmer zeigten ein eher dominantes Verhalten im Unterricht, lieferten mehr und längere Redebeiträge, übernahmen häufiger die Gesprächssteuerung oder entwickelten Durchsetzungsstrategien und zeigten häufiger Imponier- oder Konkurrenzverhalten.
Frauen zeichneten sich hingegen durch eine höhere Kooperationsbereitschaft, kürzere Redebeiträge und eine soziale Orientierung im Unterricht aus.
Nicht nur die Lern- und Lehrkultur unterscheidet sich bei Männern und Frauen, sondern auch die Weiterbildungsnachfrage nach Themengebieten. Frauen besuchen überproportional häufig VHS-Kurse für Hauswirtschaft, Gesundheits- und Körperpflege, Verwaltung und kaufmännische Praxis, Kunst, manuelle und musische Arbeiten und Französisch, während Männer überproportional häufig an VHS-Kursen für Mathematik, Naturwissenschaften, Technologie, Vorbereitung auf Berufsabschlüsse, Gesellschaft und Politik, Deutsch und Deutsch als Fremdsprache teilnehmen (vgl. Pöggeler 1974, 105). An dieser Stelle zeigt sich das hausarbeitsnahe Tätigkeiten gemäß der Theorie des weiblichen Arbeitsvermögens von Frauen im Weiterbildungsbereich bevorzugt werden, während Männer klassisch außerhäusliche Weiterbildungsorientierungen zeigen.
1. Problemstellung, Methoden und Forschungsziele: Die Einleitung definiert das Thema der Geschlechtskonstruktionen in der Erwachsenenbildung und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Zielsetzungen der Arbeit.
2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel führt in die grundlegenden Begriffe des Geschlechts, der Geschlechtskonstruktionen und des Konzepts Gender Mainstreaming ein, um das theoretische Fundament für die weitere Untersuchung zu legen.
3. Geschlechtsunterschiede in der organisierten Erwachsenenbildung: Hier werden der Status quo der Weiterbildung, die geschlechtsspezifische Verteilung innerhalb der Profession sowie Auswirkungen auf Lehre und Rollenverteilung in Lernumgebungen analysiert.
4. Ziele einer genderkonstruktivistischen Didaktik: In diesem Kapitel werden didaktische Ansätze auf ihre geschlechtsspezifischen Einflüsse hin untersucht und eine neue didaktische Konzeption entwickelt, bevor die Grenzen der praktischen Umsetzung diskutiert werden.
5. Schlussgedanken: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die kritischen Aspekte und zeigt potenzielle weitere Forschungsmöglichkeiten auf dem Gebiet auf.
Erwachsenenbildung, Geschlechtskonstruktion, Gender Mainstreaming, Geschlechterrollen, Lernkulturen, Lehrkultur, Didaktik, Konstruktivismus, Didaktikkonzeption, Androgynie, Weiterbildungsstatistik, Geschlechtergerechtigkeit, Gendertraining, Kompetenzentwicklung
Die Arbeit analysiert die Relevanz von sozialen Geschlechtskonstruktionen für die Erwachsenenbildung und prüft, wie didaktische Konzepte dazu beitragen können, Chancengleichheit und eine geschlechtergerechte Lernatmosphäre zu schaffen.
Die zentralen Felder sind die Analyse von Weiterbildungsdaten, die Untersuchung von geschlechtsspezifischen Lehr- und Lernkulturen sowie die Entwicklung einer „genderkonstruktivistischen Didaktik“.
Ziel ist es, den Einfluss von Geschlechterrollen im Lernkontext zu verstehen und ein Modell zu entwerfen, das zur Dekonstruktion hinderlicher Geschlechterstereotype beiträgt, um die individuelle Lernentwicklung besser zu unterstützen.
Die Arbeit nutzt einen Mix aus quantitativen Daten (Weiterbildungsstatistik) und qualitativen Ansätzen, insbesondere eine hermeneutische Analyse didaktischer Konzeptionen im Hinblick auf ihre genderrelevante Wirkung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Status-quo-Analyse der Weiterbildungslandschaft, die Untersuchung von Lehr- und Lernkulturen sowie die theoretische Herleitung eines rekombinierten didaktischen Modells aus bestehenden Ansätzen.
Wichtige Begriffe sind Gender Mainstreaming, die Konstruktion von Geschlechtlichkeit („Doing Gender“), konstruktivistische Didaktik, andragogische Professionalisierung und geschlechtsgerechte Seminargestaltung.
Sie kombiniert die methodische Struktur des Berliner Modells, die prozessorientierte konstruktivistische Didaktik und die zielorientierte geschlechtergerechte Didaktik zu einem ganzheitlichen, praxistauglichen Ansatz.
Gendertrainings sind laut Autorin eine notwendige Voraussetzung für Lehrende, um die eigene Sensibilität für geschlechtsbezogene Verhaltensweisen zu erhöhen und die neue Didaktikkonzeption kompetent anzuwenden.
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