Examensarbeit, 2006
100 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Themenwahl
1.2 Der Aufbau der Arbeit
2 Lernbehinderung
2.1 Das Phänomen Lernbehinderung
2.2 Lernen und Lernbehinderung
2.3 Lernen und Gedächtnis
3 Gedächtnismodelle
3.1 Mehrspeichermodelle
3.1.1 Zeitabhängige Gedächtnis-Klassifikation
3.1.2 Arbeitsgedächtnis
3.2 Inhaltsabhängige Gedächtnis-Klassifikation
3.3 Das LOP-Konzept
3.4 Vergessen
4 Einflussfaktoren auf die Gedächtnisleistung
4.1 Gedächtniskapazität
4.2 Bereichsspezifisches Vorwissen
4.3 Metakognition und Metagedächtnis
5 Gedächtnisleistungen von Lernbehinderten
5.1 Förderung der Gedächtnisleistungen von Lernbehinderten
5.2 Mnemostrategien
5.2.1 Rehearsal-Strategien
5.2.2 Organisationsstrategien
5.2.3 Elaborationsstrategien
6 Untersuchung
6.1 Ziele und Begründung der Untersuchung
6.2 Fragestellung
6.3 Hypothesen
6.4 Methode
6.5 Stichprobe
6.6 Versuchsplan
6.7 Variablen
6.8 Ablauf und zeitlicher Rahmen
6.8.1 Der Vortest
6.8.2 Das Training
6.8.3 Nachtest
7 Auswertung und Ergebnisse
7.1 Auswertungsplan
7.2 Ergebnisse
7.2.1 Auswertung der Daten auf Intervallskalenniveau
7.2.1.1 Kovarianzanalayse
7.2.1.2 Effektstärken der Trainingsmaßnahme
7.2.2 Zusammenfassende Betrachtung
7.2.3 Auswertung der Daten auf Nominalskalenniveau
8 Diskussion der Ergebnisse
8.1 Beantwortung der Fragestellung
8.2 Kritische Reflexion der Versuchsdurchführung
9 Schlussfolgerungen und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob lernbehinderte Schüler durch das Erlernen der Loci-Methode ihre Gedächtnisleistung im Unterricht verbessern können, um so ihren Lernzuwachs zu fördern.
2.1 Das Phänomen Lernbehinderung
Bleidick definierte 1977 Lernbehinderung durch eine scheinbar tautologische Erklärung, indem er sagte „lernbehindert ist, wer eine Schule für Lernbehinderte besucht“ (zit. nach Schröder, 2000, S. 88) und ergänzt diese Aussage später um den Zusatz, „…weil er in der allgemeinen Schule nicht hinreichend gefördert werden kann“ (zit. nach Schröder, 2000, S. 89). Diese Äußerung regte die Diskussion über Lernbehinderung und Lernbehinderte sehr an (Schröder, 2000, S. 88). Sie lässt bereits erkennen, dass eine eindeutige Definition und Abgrenzung von Lernbehinderung zu anderen Beeinträchtigungen ebenso wie eine einheitliche Beschreibung des Personenkreises der Lernbehinderten schwierig zu sein scheint. Ich werde in diesem Kapitel versuchen, mich einer Beschreibung von Lernbehinderung zu nähern, die die verschiedenen Aspekte des Phänomens berücksichtigt.
Zunächst einmal kann man Lernbehinderung in das übergeordnete Konstrukt der Lernstörung einordnen und von Lernbeeinträchtigungen abgrenzen. Unter dem Begriff Lernstörung sind „Minderleistungen beim absichtsvollen Lernen“ (Lauth, Brunstein und Grünke, 2004, S. 13) zu verstehen. Lernstörungen äußern sich darin, dass verschiedenstes Können, Wissen und Verhalten nicht ausreichend gut, nicht ausreichend schnell und nicht ausreichend sicher erworben wird. Trotz Lernangeboten, die als angemessen erachtet werden, bleiben die gezeigten Leistungen lernbehinderter Schüler hinter den Erwartungen zurück (Lauth et al., 2004). Bleidick hat grundlegende Merkmale lernbehinderter Schüler im Vergleich zu nicht lernbehinderten Schülern zusammengetragen. Dabei unterscheidet er Leitmerkmale und Begleitmerkmale. Leitmerkmale sind demnach, dass lernbehinderte Schüler wesentlich langsamer und insgesamt weniger lernen. Weiter vergessen sie gelernte Inhalte schneller wieder, sie haben größere Schwierigkeiten beim abstrakten Begriffslernen, wohingegen ihnen anschauliche, konkrete, motorische und bedürfnisorientierte Sachverhalte leichter zugänglich sind. Außerdem können sie gelernte Inhalte schlechter auf andere Situationen übertragen. Als Begleitmerkmale kann beobachtet werden, dass lernbehinderte Schüler
1 Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch Beobachtungen im Sonderschulwesen und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2 Lernbehinderung: Es erfolgt eine definitorische Einordnung des Begriffs Lernbehinderung sowie eine Erörterung der Zusammenhänge zwischen Lernen, Gedächtnis und lernspezifischen Beeinträchtigungen.
3 Gedächtnismodelle: Verschiedene kognitionspsychologische Modelle, wie Mehrspeichermodelle und das LOP-Konzept, werden erläutert, um die Grundlagen der Informationsverarbeitung darzustellen.
4 Einflussfaktoren auf die Gedächtnisleistung: Die Arbeit diskutiert zentrale Determinanten wie Kapazität, Vorwissen und Metakognition, die die Gedächtnisentwicklung entscheidend beeinflussen.
5 Gedächtnisleistungen von Lernbehinderten: Hier werden die spezifischen Defizite lernbehinderter Kinder analysiert und Möglichkeiten der gezielten Förderung durch Strategietraining diskutiert.
6 Untersuchung: Dieser Abschnitt beschreibt das Design, die Hypothesen, die Methode (Loci-Methode) sowie die Durchführung der explorativen Studie.
7 Auswertung und Ergebnisse: Die erhobenen Daten aus Vor- und Nachtest werden statistisch analysiert, um die Effektivität des Trainings zu bewerten.
8 Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert und die Ausgangsfragestellung wird unter Berücksichtigung der individuellen Lernverläufe beantwortet.
9 Schlussfolgerungen und Ausblick: Abschließend werden praktische Empfehlungen für die sonderpädagogische Unterrichtspraxis abgeleitet.
Lernbehinderung, Loci-Methode, Gedächtnistraining, Mnemotechniken, Lernstörung, Arbeitsgedächtnis, Metakognition, Elaboration, Strategievermittlung, sonderpädagogische Förderung, Gedächtnisleistung, Reproduktion, Interferenz, Lernpsychologie, Informationsverarbeitung.
Die Arbeit untersucht die Effektivität eines Gedächtnistrainings mittels der Loci-Methode bei Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Gedächtnispsychologie, den Besonderheiten lernbehinderter Schüler sowie der praktischen Anwendung von Mnemostrategien im Unterricht.
Es soll geklärt werden, ob lernbehinderte Schüler durch die gezielte Vermittlung der Loci-Methode in der Lage sind, ihre Gedächtnisleistung beim freien Reproduzieren von Lerninhalten zu steigern.
Es wurde ein quasi-experimentelles Prätest-Posttest-Design mit einer Trainings- und einer Kontrollgruppe durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen des Gedächtnisses, die Analyse von Lernbehinderungen sowie die detaillierte Beschreibung des durchgeführten Trainingsprogramms.
Kernbegriffe sind Loci-Methode, Lernbehinderung, Gedächtnisstrategien und Mnemotechniken.
Die Wahl des Körpers als Ortsliste sollte den Schülern durch die ständige Verfügbarkeit (Präsenz) und die taktile Erfassbarkeit das Erlernen und Abrufen der Strategie erleichtern.
Metakognition ist entscheidend, da sie den Lernenden befähigt, sein eigenes Handeln während des Lernprozesses zu planen, zu überwachen und bei Bedarf zu korrigieren.
Die Ergebnisse bestätigen die Alternativhypothese, da die Trainingsgruppe im Nachtest signifikant bessere Leistungen erzielte als die Kontrollgruppe.
Die Methode sollte in konkrete Unterrichtsinhalte eingebettet und mit anschaulichen Beispielen verknüpft werden, um die Motivation und das Verständnis der Schüler zu maximieren.
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