Diplomarbeit, 2007
105 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Arbeit
2 Der Begriff des Mittelstands
2.1 Quantitative Abgrenzung
2.2 Qualitative Abgrenzung
2.3 Arbeitsspezifische Definition
3 Motivation für internationale Standards im Mittelstand
3.1 Empirische Studien
3.2 Motive für eine Umstellung auf Full IFRS/ ED SMEs
3.2.1 Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit
3.2.2 Erleichterungen im Rechnungswesen
3.2.3 Vorteile bei der Fremdkapitalfinanzierung
3.2.4 Vorteile bei der Eigenkapitalfinanzierung
3.3 Probleme und Kosten einer Umstellung auf IFRS/ ED SMEs
3.3.1 Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital nach Full IFRS/ ED SMEs
3.3.2 Parallelität von Handelsbilanz und Full IFRS-/ ED SMEs-Abschluss
3.3.3 Kosten der Umstellung auf internationale Standards
3.4 Zusammenfassung und Würdigung
4 Das SMEs-Projekt des IASB
4.1 Grundlagen des SMEs-Projekts
4.1.1 Meilensteine der Entwicklung des ED SMEs
4.1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland und in der EU
4.1.3 Anwenderkreis nach ED SMEs und nationale Ausgestaltung
4.1.4 Zielsetzung und Adressaten eines Abschlusses nach ED SMEs
4.2 Grundlagen der Rechnungslegung nach ED SMEs
4.2.1 Aufbau und Entwicklungskonzeption
4.2.2 Pflichtbestandteile des Jahresabschlusses
4.2.3 Kapitalerhaltungskonzeption
4.2.4 Bewertungskonzeption
4.2.4.1 Grundlagen der Bewertung nach ED SMEs
4.2.4.2 Vergleich mit der Bewertungskonzeption der Full IFRS
4.2.5 Bilanzierungskonzeption
4.2.5.1 Grundlegende Bilanzierungskonzeption nach ED SMEs
4.2.5.2 Vergleich mit der Bilanzierungskonzeption der Full IFRS
5 Grundlagen der Bilanzpolitik
5.1 Bilanzpolitik im Mittelstand
5.1.1 Begriff der Bilanzpolitik
5.1.2 Finanzpolitische Ziele
5.1.3 Informationspolitische Ziele
5.1.4 Besonderheiten im Mittelstand
5.2 Das bilanzpolitische Instrumentarium
5.2.1 Materielle und formelle Sachverhaltsabbildung
5.2.2 Sachverhaltsgestaltung
6 Bilanzpolitische Spielräume nach Full IFRS/ ED SMEs
6.1 Maßnahmen zur materiellen Sachverhaltsabbildung
6.1.1 Bilanzierungsspielräume im Überblick
6.1.1.1 Ermessensspielräume durch unscharfe Begriffe
6.1.1.2 Ermessensspielräume durch unscharfe Grenzen
6.1.2 Bewertungsspielräume im Überblick
6.1.2.1 Grundlegende Bewertungswahlrechte nach Full IFRS/ ED SMEs
6.1.2.2 Überblick über die Ermessensspielräume im Rahmen der Bewertung
6.1.3 Ausgewählte Einzelregelungen nach Full IFRS/ ED SMEs
6.1.3.1 Neubewertungsmodell bei langfristigen Vermögenswerten
6.1.3.2 Die Fair Value-Option bei Investment Properties
6.1.3.3 Bewertungsvereinfachungsverfahren im Vorratsvermögen
6.1.3.4 Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten
6.1.3.5 Bemessung der planmäßigen Abschreibung
6.1.3.6 Die Folgebewertung von Finanzinstrumenten
6.1.3.7 Impairment Test für Vermögenswerte
6.1.3.8 Corridor Approach bei Pensionsrückstellungen
6.2 Ausgewählte Maßnahmen zur Sachverhaltsgestaltung
6.2.1 Kurzfristige Maßnahmen im Sinne des Window Dressing
6.2.2 Gestaltung von Leasingverträgen
6.2.3 Sale-and-Lease-back-Transaktionen
6.3 Besonderheiten der Konzernbilanzpolitik
7 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den aktuellen Diskussionsstand zu internationalen Rechnungslegungsstandards für mittelständische Unternehmen. Ziel ist es, die bilanzpolitischen Spielräume und Grenzen einer Anwendung von Full IFRS oder des ED IFRS for SMEs im Mittelstand zu analysieren und deren Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aufzuzeigen.
3.2.1 Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit
Für eine Umstellung der Rechnungslegung auf internationale Standards spricht die erleichterte Anbahnung neuer Kunden- bzw. Lieferantenbeziehungen bei grenzüberschreitenden Beschaffungs- oder Absatzaktivitäten, weil ausländische Unternehmen immer öfter im Rahmen der Lieferantenauswahl von mittelständischen Unternehmen die Einreichung eines Jahresabschlusses verlangen. Dieser wird von den potenziellen Vertragspartnern analysiert, um das Investitionsrisiko zu minimieren. Wird der Jahresabschluss auf Basis der handelsrechtlichen Normen erstellt und wird dies vom Analysten nicht berücksichtigt (z. B. wegen fehlenden Kenntnissen im Bereich der handelsrechtlichen Normen), kann es zu gravierenden Fehleinschätzungen kommen. Zudem könnten Wettbewerbsnachteile entstehen, wenn auf Märkten mit angelsächsisch geprägten Rechnungslegungskulturen deutsche und heimische Unternehmen im direkten Konkurrenzkampf verwickelt sind. Die (freiwillige) Vorlage eines Abschlusses nach international anerkannten Standards kann diesem Nachteil entgegenwirken. Geht das Auslandsengagement über eine Partnerschaft hinaus (z. B. Akquisition eines ausländischen Tochterunternehmens oder Gründung eines Joint Ventures), ist eine harmonisierte Rechnungslegung ein entscheidender strategischer Erfolgsfaktor. Dies gilt sowohl für den Akquisitionsprozess als auch für die spätere Zusammenarbeit.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass mit zunehmender Internationalisierung der Geschäftstätigkeit, eine Umstellung der Rechnungslegung auf internationale Standards an Relevanz gewinnt. Hiernach zählen besonders exportorientierte mittelständische Unternehmen zu den potenziellen Anwendern der Full IFRS bzw. des ED SMEs.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, wonach internationale Standards für nicht-kapitalmarktorientierte mittelständische Unternehmen aufgrund ihrer Komplexität ungeeignet sind, weshalb der ED IFRS for SMEs entwickelt wurde.
2 Der Begriff des Mittelstands: Das Kapitel erörtert die Herausforderungen bei der Definition des Mittelstands, wobei zwischen quantitativen und qualitativen Abgrenzungskriterien unterschieden wird.
3 Motivation für internationale Standards im Mittelstand: Hier werden Motive für eine Umstellung, wie die Internationalisierung und Erleichterungen im Rechnungswesen, den Problemen und Kosten einer Umstellung gegenübergestellt.
4 Das SMEs-Projekt des IASB: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen und Meilensteine des SMEs-Projekts sowie die konzeptionelle Herleitung der Rechnungslegungsvorschriften für kleine und mittlere Unternehmen.
5 Grundlagen der Bilanzpolitik: Das Kapitel definiert den Begriff der Bilanzpolitik und systematisiert das Instrumentarium sowie die damit verfolgten finanz- und informationspolitischen Ziele.
6 Bilanzpolitische Spielräume nach Full IFRS/ ED SMEs: Dies ist der Kernteil der Arbeit, der detailliert auf die Ermessensspielräume bei Ansatz, Bewertung und Sachverhaltsgestaltung eingeht.
7 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel würdigt die Ergebnisse und stellt fest, dass eine Umstellung unternehmensindividuell abzuwägen ist, wobei die Standardisierung Vorteile bei der internationalen Expansion bietet.
Bilanzpolitik, IFRS, ED IFRS for SMEs, Mittelstand, Rechnungslegung, Kapitalerhaltung, Jahresabschluss, Bewertung, Ermessensspielraum, Konsolidierung, Leasing, Pensionsrückstellungen, Internationalisierung, Finanzierung, Finanzinstrumente.
Die Arbeit untersucht die bilanzpolitischen Spielräume und die Anwendbarkeit internationaler Rechnungslegungsstandards (Full IFRS sowie der Entwurf für KMU) auf mittelständische Unternehmen in Deutschland.
Im Fokus stehen die Kosten-Nutzen-Analyse einer Umstellung, die Definition des Mittelstands im Kontext der internationalen Rechnungslegung sowie die konkreten Ansatz- und Bewertungswahlrechte.
Das Ziel ist es, die Spielräume und Grenzen der Bilanzierung nach IFRS im Mittelstand unter besonderer Berücksichtigung des ED IFRS for SMEs aufzuzeigen und deren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage darzustellen.
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse und vergleicht die Vorschriften des ED IFRS for SMEs mit den Full IFRS, unterstützt durch eine Kosten-Nutzen-Systematik.
Der Hauptteil analysiert das bilanzpolitische Instrumentarium sowie die konkreten Ermessensspielräume und expliziten Wahlrechte bei der Bilanzierung und Bewertung unter internationalen Standards.
Wichtige Begriffe sind Bilanzpolitik, IFRS, ED IFRS for SMEs, Mittelstand, Rechnungslegung, Bewertungswahlrechte und die Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital.
Aufgrund Kündigungs- und Abfindungsrechten werden Teile des Eigenkapitals nach IFRS häufig als finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert, was negative Auswirkungen auf das Ergebnis und die Bilanzstruktur haben kann.
Durch kurzfristige Maßnahmen kurz vor dem Bilanzstichtag, wie den Verkauf von Vorräten oder Kreditaufnahmen, können Bilanzstruktur und Cashflow gezielt beeinflusst werden, um das Rating oder andere Finanzkennzahlen zu verbessern.
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