Examensarbeit, 2007
112 Seiten, Note: 1,5
1. EINLEITUNG
2. DAS VORBILD: DIE JENA- PLAN SCHULE NACH DEN IDEEN PETER PETERSENS
2.1 DIE LICHTWARK- SCHULE ALS VORFORM DER JENA- PLAN- SCHULE
2.2 DIE ÜBERNAHME DER UNIVERSITÄTSSCHULE DURCH PETERSEN
2.3 DIE JENA- PLAN SCHULE: EIN SCHULVERSUCH IN DER UNIVERSITÄTSSCHULE
2.4 UNTERSCHIEDE ZWISCHEN UNTERRICHT NACH DEM JENA- PLAN UND HERKÖMMLICHEM UNTERRICHT
2.4.1 STAMMGRUPPEN STATT JAHRGANGSKLASSEN
2.4.2 WOCHENPLAN STATT „FETZENSTUNDENPLAN“
2.4.3 GRUPPENUNTERRICHTLICHES VERFAHREN NEBEN FACHUNTERRICHT
2.4.4 KURSE SICHERN „MINDESTWISSEN“
2.4.5 LÖSUNG DES VERSETZUNGS- UND ZENSURENPROBLEMS
2.4.6 AUFGABEN DER SCHULGEMEINDE
2.4.7 FEIER ALS ELEMENT DER GEMEINSCHAFTSFÖRDERUNG
2.5 GRÜNDE FÜR DAS AUFGREIFEN DER ANSÄTZE PETER PETERSENS
3. DIE AKTUELLE NEUGESTALTUNG DER SCHULEINGANGSSTUFE
3.1 RECHTLICHE GRUNDLAGEN IN NIEDERSACHSEN
3.2 INHALTLICHE KONZEPTION DER „NEUEN SCHULEINGANGSPHASE“
3.3 VERSCHIEDENE ANSÄTZE ZUR ORGANISATION DER „NEUEN SCHULEINGANGSPHASE“
3.4 ÜBERBLICK ÜBER DIE „NEUE SCHULEINGANGSSTUFE“ IN DEN BUNDESLÄNDERN
4. DIE ARBEIT IN DER „NEUEN SCHULEINGANGSSTUFE“
4.1 DIE UMGESTALTUNG VON JAHRGANGSKLASSEN ZU JAHRGANGSGEMISCHTEN KLASSEN AM BEISPIEL DER OTTERMEERSCHULE
4.2 VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE EINFÜHRUNG DER „NEUEN SCHULEINGANGSSTUFE“
4.2.1 DIE LERNUMGEBUNG GESTALTEN
4.2.2 OFFENE UNTERRICHTSFORMEN IN DER EINGANGSSTUFE
4.2.3 DIAGNOSE UND FÖRDERUNG
4.2.4 DAS „HELFERPRINZIP“
4.2.5 DIE VERÄNDERTE LEHRERROLLE
5. DIE „NEUE SCHULEINGANGSSTUFE“ IN DER PRAXIS AM BEISPIEL DER GRUNDSCHULE AM OTTERMEER IN WIESMOOR UND DER GRUNDSCHULE IN TANNENHAUSEN
5.1 VORÜBERLEGUNGEN FÜR EINE QUALITATIVE ERHEBUNG
5.1.1 METHODOLOGIE DER INTERVIEWS
5.1.2 DIE INHALTLICHE STRUKTUR DER INTERVIEWS
5.2 EINBLICKE IN DIE PRAXIS DER NEUEN SCHULEINGANGSSTUFE: DAS BEISPIEL DER GRUNDSCHULE AM OTTERMEER
5.2.1 ERGEBNISSE DER LEHRERBEFRAGUNG
5.2.2 ERGEBNISSE DER ELTERNBEFRAGUNG
5.2.3 ERGEBNISSE DER SCHÜLERBEFRAGUNG
5.3 EINBLICKE IN DIE PRAXIS DER NEUEN SCHULEINGANGSSTUFE: DAS BEISPIEL DER GRUNDSCHULE IN TANNENHAUSEN
5.3.1 ERGEBNISSE DER LEHRERBEFRAGUNG
5.3.2 ERGEBNISSE DER ELTERNBEFRAGUNG
5.3.3 ERGEBNISSE DER SCHÜLERBEFRAGUNG
5.4 PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME ZU DER ARBEIT DER NEUEN SCHULEINGANGSSTUFE
6. SCHLUSSBEMERKUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht das pädagogische Konzept der "neuen Schuleingangsstufe" in Niedersachsen. Ziel ist es, die historischen Wurzeln dieses Konzepts in den Ideen Peter Petersens aufzuzeigen, die aktuelle rechtliche und inhaltliche Umsetzung zu erläutern sowie die praktische Realisierung anhand qualitativer Interviews an zwei Grundschulen kritisch zu reflektieren.
Die Lichtwark- Schule als Vorform der Jena- Plan- Schule
Die Jena- Plan Schule basiert in ihren Intentionen auf der so genannten Lichtwark- Schule.
Die Lichtwark- Schule ist bedeutsam geworden als eine „höhere Schule“, die dafür vorgesehen war, neue Ideen in den Unterricht und das Schulleben einzuführen.
In Jena entwickelte Petersen zusammen mit seinen Kollegen in den Jahren 1920-1921 die Prinzipien dieser „neuen“ Schule. So probierte er neben schul- und unterrichtsorganisatorischen Maßnahmen neue Wege im Hinblick auf die inhaltliche und methodische Ausgestaltung des Unterrichts aus. Die Ergebnisse sind im späteren Jena- Plan enthalten. Dabei würde die Schule bewusst nach den „Grundsätzen der Arbeits- und Gemeinschaftsschule“ entwickelt und außerdem als Schulgemeinde organisiert, d.h. dass alle schulischen Aufgaben in der Verantwortung der Eltern, Lehrer und Schüler liegen. Der Lehrer nimmt in dieser Form der Kooperation die „Führer- Rolle“ ein. Das „Schulleben“ steht insgesamt im Mittelpunkt der schulischen und unterrichtlichen Veranstaltungen. Petersen wandte sich bei diesem Konzept bereits gegen die Jahrgangsklassen und entwickelte „Gruppen oder Abteilungen“, d.h. mehrere Jahrgänge wurden entweder „rein organisatorisch“ zusammengesetzt oder sie setzten sich gemäß ihrer Entwicklung, Arbeits- und Lernhaltung zusammen. Ein weiterer wichtiger Reformansatz war in dem Zusammenschluss mehrerer Schulen zu so genannten „Schulgemeinschaften“ zu sehen. Hierbei ging es um die Zusammenarbeit mehrerer Schulen eines Bezirks in einer „höheren Schule“, von Petersen als „Mittelschule“ bezeichnet.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Problematik des bisherigen Einschulungsverfahrens und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Konzept der neuen Schuleingangsstufe theoretisch und praktisch zu beleuchten.
2. DAS VORBILD: DIE JENA- PLAN SCHULE NACH DEN IDEEN PETER PETERSENS: Dieses Kapitel stellt die historischen Wurzeln der Jena-Plan Schule dar und erläutert die Konzepte von Stammgruppen, Wochenplanarbeit und Schulgemeinde als Grundlage für moderne Reformansätze.
3. DIE AKTUELLE NEUGESTALTUNG DER SCHULEINGANGSSTUFE: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen in Niedersachsen sowie verschiedene Organisationsformen der jahrgangsübergreifenden Schuleingangsphase detailliert beschrieben.
4. DIE ARBEIT IN DER „NEUEN SCHULEINGANGSSTUFE“: Dieses Kapitel widmet sich den praktischen Voraussetzungen und methodisch-didaktischen Anforderungen, wie der Gestaltung der Lernumgebung, dem Helferprinzip und der veränderten Lehrerrolle.
5. DIE „NEUE SCHULEINGANGSSTUFE“ IN DER PRAXIS AM BEISPIEL DER GRUNDSCHULE AM OTTERMEER IN WIESMOOR UND DER GRUNDSCHULE IN TANNENHAUSEN: Eine qualitative Erhebung durch Interviews mit Lehrern, Eltern und Schülern an zwei Standorten zur Reflexion des Alltags, der Herausforderungen und der Akzeptanz des neuen Konzepts.
6. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Das Fazit ordnet die Schuleingangsstufe in gesellschaftliche Modernisierungsprozesse ein und betont die Notwendigkeit der individuellen Förderung zur Unterstützung der Selbstständigkeit von Schülern.
Schuleingangsstufe, Peter Petersen, Jena-Plan, jahrgangsübergreifendes Lernen, offener Unterricht, Förderdiagnostik, Helferprinzip, Schulfähigkeit, Individualisierung, Grundschule, Inklusion, Wochenplanarbeit, Schulleben, Lehrerrolle, Schulgemeinde.
Die Arbeit analysiert das Konzept der "neuen Schuleingangsstufe" in Niedersachsen, das darauf abzielt, den Schulanfang flexibler und integrativer zu gestalten, indem starre Jahrgangsklassen durch altersgemischte Lerngruppen ersetzt werden.
Zentrale Themen sind die Reform des Einschulungsverfahrens, die historischen Einflüsse der Jena-Plan Pädagogik, die praktische Umsetzung in Schulen durch offene Unterrichtsformen und die Herausforderungen bei der Diagnose und Förderung in heterogenen Klassen.
Ziel ist es, das Konzept der neuen Schuleingangsstufe theoretisch zu fundieren und durch eine qualitative Untersuchung an zwei Beispielschulen zu prüfen, wie sich das neue Modell auf Unterrichtspraxis, Elternakzeptanz und das Lernen der Kinder auswirkt.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer qualitativen empirischen Forschung, bestehend aus Interviews mit Schulleitungen, Lehrkräften, Eltern und Schülern an zwei niedersächsischen Grundschulen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Vorbilder (Petersen), die rechtlichen Grundlagen in Niedersachsen, die organisatorischen Modelle der Eingangsstufe und die detaillierten Ergebnisse der qualitativen Befragungen in den Schulen.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Schuleingangsstufe, jahrgangsübergreifendes Lernen, offener Unterricht, individuelle Förderung und Peter Petersen charakterisieren.
Im Gegensatz zum herkömmlichen Unterricht, der oft lehrerzentriert und nach Jahrgängen getrennt ist, steht in der neuen Schuleingangsstufe das soziale Lernen in altersgemischten Stammgruppen, das Helferprinzip und ein individuelles Lerntempo im Vordergrund.
Das Helferprinzip ist eine zentrale Methode, bei der leistungsstärkere oder ältere Kinder jüngere unterstützen. Dies fördert nicht nur die soziale Kompetenz und Selbstständigkeit, sondern festigt auch das Wissen bei den "Helfern" durch das Erklären von Inhalten.
Die Lehrkräfte setzen vermehrt auf verstärkte Teamarbeit innerhalb des Kollegiums, eine strukturierte Gestaltung der Lernumgebung sowie den Einsatz von Förderdiagnostik, um den komplexeren Anforderungen der jahrgangsübergreifenden Arbeit gerecht zu werden.
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