Diplomarbeit, 2004
130 Seiten, Note: 2
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
2 Charakterisierung der Krankenhausdienstleistung
2.1 Merkmale des stationären Sektors
2.2 Grundlagen der Dienstleistungsproduktion
2.3 Gesundheitsproduktion
3 Qualität
3.1 Definition und Begriffsabgrenzung
3.2 Qualitätsdimensionen - Ansätze zur Messung und Steuerung
3.3 Qualität in der Medizin und im Krankenhaus
3.3.1 Anforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualitäten
3.3.2 Schlüsselergebnisse
3.3.2.1 Klinische Qualität - Medizinisches und pflegerisches Ergebnis
3.3.2.2 Qualität aus Kundensicht - Patientenzufriedenheit
3.3.2.3 Finanzielle und nicht finanzielle Erfolgsgrößen
3.3.3 Gute medizinische Versorgung (Good clinical care)
4 Qualitätsmanagement im Krankenhaus
4.1 Einführungsgründe von Qualitätsmanagement
4.1.1 Aus moralischer Sicht
4.1.2 Aus wirtschaftlicher Sicht
4.1.3 Aus rechtlicher Sicht
4.2 Historische Entwicklung der Qualitätssicherung
4.3 Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem
4.3.1 Umfassendes Qualitätsmanagement und Total Quality Management
4.3.2 Zentrale Prinzipien des Total Quality Management
4.4 Aufgaben und Elemente von Qualitätsmanagement
4.4.1 Qualitätsplanung
4.4.2 Qualitätslenkung und -steuerung
4.4.3 Qualitätsprüfung
4.4.4 Qualitätssicherung und -managementdarlegung
4.5 Qualitätsmanagementsysteme und deren Überprüfung
4.5.1 Interne und externe Qualitätssicherung
4.5.2 Bewertung-, Zertifizierung- und Akkreditierungsverfahren
4.5.2.1 Zertifizierung nach DIN EN IS0 9000:2000 ff.
4.5.2.2 Bewertung nach EFQM
4.5.2.3 Zertifizierung nach KTQ
4.5.2.4 Akkreditierung nach JCAHO und andere Verfahren
4.6 Kritische Würdigung
5 Schlußbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen im Krankenhaussektor vor dem Hintergrund steigender ökonomischer Anforderungen und veränderter Rahmenbedingungen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, welche der in der Industrie entwickelten Managementsysteme sich für deutsche Krankenhäuser eignen, um Qualität bei gleichzeitigem Kostendruck zu sichern und zu steigern.
1. Immaterialität und Intangibilität der Leistung
Eine Dienstleistungen ist i.d.R die Summe menschlicher Arbeit oder die Generierung von Know-how und somit nicht greifbar (intangibel) oder wahrnehmbar (immateriell). So ist auch die in Abb. 3 als Beispiel aufgeführte Vermittlungsleistung einer Partneragentur höchst immateriell. Jedoch ist oft die Bindung des Ergebnisseses an einen materiellen Träger möglich und notwendig, wie in diesem Falle ein vermitteltes Partnerprofil auf Papier. Qualitätsmessungen sind aufgrund mangelnder Materialität der Kernleistung aber schwierig und werden zusätzlich durch eine subjektive und situationsabhängige Wahrnehmung der Merkmale erschwert, die weder reproduzierbar noch stabil ist und sich somit fern von jeglicher Objektivität befindet. Je tangibler dagegen eine Leistung ist, desto mehr wahrnehmbare, ggf. anfassbare Merkmale besitzt sie.
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung: Dieses Kapitel skizziert die aktuellen Herausforderungen des Krankenhaussektors, wie demografischen Wandel, medizinischen Fortschritt und Kostendruck, und definiert das Vorgehen der Untersuchung.
2 Charakterisierung der Krankenhausdienstleistung: Es erfolgt eine Einordnung der Krankenhäuser in den stationären Sektor sowie eine Analyse der Besonderheiten von Dienstleistungsproduktion und Gesundheitsproduktion im Krankenhaus.
3 Qualität: Dieses Kapitel definiert Qualität im medizinischen Kontext und beleuchtet die Herausforderungen bei der Messung und Steuerung durch Struktur-, Prozess- und Ergebnisdimensionen sowie die Bedeutung der Patientenzufriedenheit.
4 Qualitätsmanagement im Krankenhaus: Dieser Hauptteil analysiert Gründe für die Einführung von Qualitätsmanagement, die historische Entwicklung sowie konkrete Instrumente und verschiedene Managementsysteme wie DIN ISO, EFQM, KTQ und JCAHO im Vergleich.
5 Schlußbetrachtung: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, diskutiert das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Effizienz und medizinischer Qualität und gibt einen Ausblick auf die notwendige Transformation hin zum modernen Dienstleistungsunternehmen.
Qualitätsmanagement, Krankenhaus, Dienstleistungsproduktion, Qualitätsindikatoren, DIN ISO 9000, EFQM-Modell, KTQ, JCAHO, Patientenzufriedenheit, Compliance, Gesundheitsproduktion, Prozessmanagement, Total Quality Management, Qualitätsprüfung, Kosten-Nutzen-Relation.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Einführung und dem Nutzen von Qualitätsmanagementsystemen in deutschen Krankenhäusern zur Bewältigung aktueller ökonomischer und qualitativer Herausforderungen.
Die zentralen Felder umfassen die Charakterisierung der Krankenhausleistung, die Definition von Qualität in der Medizin sowie die Analyse verschiedener internationaler Qualitätsmanagementmodelle und deren Eignung für den Krankenhausalltag.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, welches Qualitätsmanagementsystem sich für deutsche Krankenhäuser empfiehlt, um eine hohe Versorgungsqualität bei gleichzeitigem Kostendruck zu erreichen.
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, um ein umfassendes Bild über den Stand der Qualitätssicherung und die Übertragbarkeit industrieller Managementsysteme auf den Krankenhaussektor zu vermitteln.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Einführungsgründe von Qualitätsmanagement (moralisch, wirtschaftlich, rechtlich), stellt historische Entwicklungen dar und prüft spezifische Zertifizierungsverfahren wie DIN ISO 9000 ff., EFQM, KTQ und JCAHO auf ihre Praxistauglichkeit.
Die wesentlichen Begriffe sind Qualitätsmanagement, Krankenhaus, Dienstleistungsproduktion, Qualitätsindikatoren, DIN ISO 9000, EFQM, KTQ, JCAHO und Patientenzufriedenheit.
KTQ bietet den Vorteil, spezifisch auf die Bedürfnisse von Krankenhäusern zugeschnitten zu sein, wird jedoch teilweise aufgrund des hohen zeitlichen Aufwands bei der Selbstbewertung und mangelnder internationaler Vergleichbarkeit kritisch betrachtet.
Aufgrund des Dienstleistungscharakters (uno-actu-Prinzip), der Unwiederbringlichkeit der Leistung, der Abhängigkeit vom Patienten als externen Faktor (Compliance) und der Schwierigkeit, medizinische Qualität objektiv zu quantifizieren, stellt das Qualitätsmanagement im Krankenhaus eine besondere Herausforderung dar.
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