Diplomarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 1,0
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Aspekte von Mikrokrediten, die als ein Instrument zur Bekämpfung von Armut in Entwicklungsländern diskutiert werden. Ziel ist es, die Effektivität und die Grenzen von Mikrokreditprogrammen in einem ökonomischen Rahmen zu untersuchen.
Das erste Kapitel führt in das Thema ein und beleuchtet die Ineffizienzen des Kreditmarkts, insbesondere in Entwicklungsländern, die durch die Principal-Agent-Problematik entstehen. Kapitel 2 erläutert das allgemeine Principal-Agent-Modell. Kapitel 3 untersucht die Auswirkungen von adverser Selektion und Moral Hazard auf den Kreditmarkt, wobei insbesondere die Probleme der Unter- und Überinvestition sowie Kreditrationierungen thematisiert werden. Kapitel 4 widmet sich Standardlösungen zur Überwindung dieser Ineffizienzen und analysiert ihre Anwendbarkeit in Entwicklungsländern. Kapitel 5 bietet einen Überblick über die Entwicklung der Mikrokredite, von den Anfängen bis zur "Mikrokreditrevolution". In Kapitel 6 werden Gruppenkredite als ein Mittel zur Lösung der Principal-Agent-Problematik im Kontext von Mikrokrediten vorgestellt. Kapitel 7 diskutiert verschiedene Ansätze zur Weiterentwicklung von Mikrokreditprogrammen, die über Gruppenkredite hinausgehen.
Mikrokredite, Entwicklungsländer, Kreditmarkt, Principal-Agent-Problem, Adverse Selektion, Moral Hazard, Gruppenkredite, Subventionen, Poverty Lending, Finanzielle Unabhängigkeit, Kosten-Nutzen-Analyse
Das Hauptproblem ist die asymmetrische Information. Banken können das Risiko bei besitzlosen Kreditnehmern schwer einschätzen und verlangen oft Sicherheiten (Pfand), die arme Menschen nicht leisten können. Dies führt zu Kreditrationierungen.
Bei Gruppenkrediten haften mehrere Kreditnehmer gemeinsam füreinander. Wenn ein Mitglied nicht zahlt, erhalten die anderen keine weiteren Kredite mehr. Dies nutzt den sozialen Druck innerhalb der Gemeinschaft, um Rückzahlungen zu sichern.
Moral Hazard (riskantes Verhalten nach Kreditvergabe) wird durch soziale Überwachung in der Gruppe und durch dynamische Anreize (steigende Kreditbeträge bei pünktlicher Rückzahlung) minimiert.
Studien zeigen, dass Frauen oft eine höhere Rückzahlungsdisziplin haben und Kredite eher für das Wohl der Familie (Ernährung, Bildung der Kinder) einsetzen, was die Armutsbekämpfung effektiver macht.
Ja, Kritiker weisen auf die oft sehr hohen Zinsen und den enormen sozialen Druck in den Gruppen hin. Zudem gibt es einen Zielkonflikt zwischen der finanziellen Unabhängigkeit der Institute und der tatsächlichen Erreichung der ärmsten Bevölkerungsschichten.
Es beschreibt das Phänomen, dass Kapital entgegen der ökonomischen Theorie nicht automatisch von reichen in arme Länder fließt, obwohl dort aufgrund der geringen Kapitalausstattung eigentlich höhere Renditen zu erwarten wären.
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