Diplomarbeit, 2008
85 Seiten, Note: 1,70
1. Problemstellung und Ziel der Arbeit
2. Grundlagen
2.1. Kundenbindung und Unternehmenserfolg
2.2. Besonderheiten von Dienstleistungen
2.3. Definition des Begriffs "Beschwerdemanagement"
2.4. Kritik am Begriff "Beschwerdemanagement"
2.5. Differenzierung von "Beschwerde" und "Reklamation"
2.6. Einordnung des Beschwerdemanagements in das Customer-Relationship-Konzept (CRM-Konzept)
3. Beschwerdemanagement im kundenorientierten Unternehmen
3.1. Warum brauchen Unternehmen ein Beschwerdemanagement
3.2. Beschwerdemanagement als Instrument der Kundenbindung
3.3. Kundenunzufriedenheit
3.3.1. Entstehung von Kundenunzufriedenheit
3.3.2. Messung von Kundenunzufriedenheit
3.4. Beschwerdeverhalten des Kunden
3.5. Beschwerde(un)zufriedenheit
3.6. Ziele des Beschwerdemanagements im kundenorientierten Unternehmen
3.6.1. Globalziele
3.6.2. Umsatzrelevante Teilziele
3.6.3. Kostenrelevante Teilziele
3.7. Aufgaben des Beschwerdemanagements im kundenorientierten Unternehmen
3.8. Kundenbindungsstrategien
3.9. Werbliche Effekte durch Beeinflussung der Mundkommunikation
4. Phasen des Beschwerdeprozesses
4.1. Der direkte Beschwerdeprozess
4.1.1. Beschwerdestimulierung
4.1.1.1. Mündlicher Beschwerdekanal
4.1.1.2. Schriftlicher Beschwerdekanal
4.1.1.3. Telefonischer Beschwerdekanal
4.1.1.4. Elektronischer Beschwerdekanal
4.1.2. Beschwerdeannahme
4.1.2.1. Erreichbarkeitskonzept
4.1.2.2. Beschwerdeannahme und Weiterleitung
4.1.2.3. Interaktionskonzept
4.1.2.4. Erfassungskonzept
4.1.3. Erfassung der Beschwerdedaten
4.1.4. Beschwerdebearbeitung und Beschwerdereaktion
4.1.4.1. Verantwortlichkeit festlegen
4.1.4.2. Festlegung von Bearbeitungsterminen
4.1.4.3. Schaffung von differenzierten Leitlinien und Verhaltensregeln
4.1.4.4. Entscheidung über Fall-Lösungen
4.2. Der indirekte Beschwerdeprozess
4.2.1. Auswertung der Daten
4.2.1.1. Quantitatives Auswertungskonzept
4.2.1.2. Qualitatives Auswertungskonzept
4.2.2. Controlling
4.2.2.1. Aufgaben-Controlling
4.2.2.2. Kosten-Nutzen-Controlling
4.2.2.3. Evidenz-Controlling
4.2.3. Beschwerdereporting
4.2.4. Nutzen der Beschwerdeinformationen
5. Rahmenfaktoren des Beschwerdemanagements
5.1. Führungskräfte und Mitarbeiter im Beschwerdemanagementprozess
5.2. Mitarbeiterqualifikation
5.3. Empowerment
5.4. Organisatorische Aspekte des Beschwerdemanagements
5.4.1. Dezentrales Beschwerdemanagement
5.4.2. Zentrales Beschwerdemanagement
5.4.3. Duales Beschwerdemanagement
6. Beschwerdemanagement bei der Musterbank
6.1. Marktanalyse 2007 der Privatkunden der Musterbank
6.1.1. Steckbrief der Untersuchung
6.1.2. Betreuung und Beratung
6.1.3. Kundenbindung
6.2. Organisatorische Vorgehensweise für die Bearbeitung von Kundenbeschwerden
6.2.1. Klassifizierung von Kundenbeschwerden
6.2.2. Zentrale Koordination der Kundenbeschwerden innerhalb der Stabsabteilung
6.2.2.1. Hilfestellung für Geschäftsstellen und andere Stabsabteilungen
6.2.2.2. Erfassung der eingehenden Beschwerde bzw. Reklamation
6.2.2.2.1. Verfahrensweisen bei mündlichen Beschwerden
6.2.2.2.2. Verfahrensweisen bei schriftlichen Beschwerden
6.2.2.3. Beschwerdeanalyse durchführen
6.2.2.4. Verbesserung aus Beschwerden ableiten
7. Verbesserungsmöglichkeiten für die Musterbank
7.1. Mitarbeiterqualifikation
7.2. Beschwerdestimulierung
7.3. Prozessorientierte Umsetzung des Beschwerdemanagements
7.4. Größe der Abteilung
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die Bewertung des Beschwerdemanagements bei einem exemplarischen Finanzdienstleistungsunternehmen (Musterbank) sowie die Erarbeitung von konkreten Verbesserungsmöglichkeiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch ein professionelles Beschwerdemanagement die Kundenbindung gestärkt, negative Kundenerfahrungen reduziert und der Unternehmenserfolg langfristig gesichert werden können.
4.1.1. Beschwerdestimulierung
Wer Beschwerdemanagement ernst nimmt und Kundenzufriedenheit und Kundenbindung als zentrale Unternehmensziele anstrebt, dem muss daran gelegen sein, dass sich idealer Weise jeder unzufriedene Kunde beschwert, bevor er entweder die Geschäftsbeziehung abbricht und/ oder negative Mundkommunikation betreibt. Insofern besteht die Zielsetzung darin, alle unzufriedenen Kunden zu veranlassen, sich mit ihren Problemen in Form von Beschwerden an das Unternehmen zu wenden und vor diesem Hintergrund Beschwerden bewusst zu stimulieren.
Hierbei sind insbesondere drei Teilaspekte zu berücksichtigen: a) Analyse von Beschwerdebarrieren. Voraussetzung für die gezielte und erfolgreiche Stimulierung von Beschwerden ist die Kenntnis über diejenigen Faktoren, die Kunden davon abhalten können, sich bei Unzufriedenheit an das Unternehmen zu wenden. Folgende Determinanten beeinflussen das Beschwerdeverhalten unzufriedener Kunden: Beschwerdekosten. Die Kunden nehmen eine interne Kosten-Nutzen-Abschätzung vor, von deren Ergebnis es abhängig ist, ob sie sich beschweren oder nicht. Je nach Art des Beschwerdeweges entsteht für den Kunden ein unterschiedlicher Kosten- und Zeitaufwand, der oftmals mit Frustration und Stress verbunden ist. Die Höhe dieser Kosten (sowohl materieller als auch emotionaler Art) bestimmt grundsätzlich das Unternehmen und zwar durch die Art der Beschwerdemöglichkeit des Kunden und durch den Umgang mit der Beschwerde, was die Art der Annahme und die Bearbeitung angeht.
Beschwerdenutzen. Die oben beschriebenen Kosten setzt der Kunde ins Verhältnis zum Nutzen, also zum subjektiv wahrgenommenen Wert der Problemlösung, die der Kunde erwartet. Wobei in erster Linie die Erfolgswahrscheinlichkeit eine Rolle spielt. Kunden beschweren sich nicht, wenn die Aussicht auf Erfolg (= Lösung des Problems und ggfls. Wiedergutmachung) gering oder nicht vorhanden ist.
1. Problemstellung und Ziel der Arbeit: Diese Einleitung beleuchtet den steigenden Wettbewerbsdruck auf Finanzdienstleister und definiert das Ziel, das Beschwerdemanagement der Musterbank zu bewerten und zu optimieren.
2. Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe definiert und der strategische Zusammenhang zwischen Kundenbindung, Unternehmenserfolg und der speziellen Natur von Dienstleistungen erläutert.
3. Beschwerdemanagement im kundenorientierten Unternehmen: Das Kapitel analysiert die Notwendigkeit von Beschwerdemanagement, die Entstehung von Unzufriedenheit sowie die strategischen Ziele und Aufgaben innerhalb eines kundenorientierten Unternehmens.
4. Phasen des Beschwerdeprozesses: Die Arbeit beschreibt detailliert die Abläufe des direkten Kundenkontakts (Beschwerdestimulierung bis -reaktion) sowie die indirekten Prozesse wie Datenauswertung und Controlling.
5. Rahmenfaktoren des Beschwerdemanagements: Hier werden die organisatorischen Voraussetzungen, die Bedeutung der Mitarbeiterqualifikation sowie Empowerment und zentrale bzw. dezentrale Organisationsformen diskutiert.
6. Beschwerdemanagement bei der Musterbank: Dieser Teil enthält eine praktische Marktanalyse der Musterbank und zeigt die aktuelle organisatorische Vorgehensweise bei der Bearbeitung von Kundenbeschwerden auf.
7. Verbesserungsmöglichkeiten für die Musterbank: Basierend auf der Analyse werden konkrete Optimierungsansätze in den Bereichen Mitarbeiterqualifikation, Stimulierung und Prozessmanagement für die Musterbank vorgeschlagen.
Beschwerdemanagement, Kundenbindung, Kundenzufriedenheit, Finanzdienstleister, Dienstleistungsqualität, Reklamation, Beschwerdestimulierung, Beschwerdebarrieren, Customer Relationship Management, CRM, Controlling, Beschwerdereporting, Prozessmanagement, Mitarbeiterqualifikation, Musterbank
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Bedeutung und Ausgestaltung eines effektiven Beschwerdemanagements in Finanzdienstleistungsunternehmen, um Kunden langfristig zu binden.
Die Arbeit umfasst theoretische Grundlagen der Kundenbindung, Prozessphasen des Beschwerdemanagements, die Rolle der Mitarbeiter sowie eine empirische Analyse der Praxis in einer Beispielbank.
Das Ziel ist die Bewertung des Beschwerdemanagements der sogenannten „Musterbank“ und die Herleitung von konkreten Verbesserungsmöglichkeiten zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu theoretischen Konzepten mit einer praxisorientierten Marktanalyse und der Auswertung realer Beschwerdedaten der Musterbank.
Im Mittelpunkt steht die detaillierte Darstellung des Beschwerdeprozesses, von der Stimulierung über die Annahme und Bearbeitung bis hin zur indirekten Analyse und dem Controlling.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Beschwerdemanagement, Kundenbindung, Kundenzufriedenheit, Finanzdienstleister und Prozessoptimierung.
Während eine Beschwerde eine generelle Unzufriedenheit artikuliert, bezeichnet eine Reklamation eine Untermenge, bei der ein Kunde eine kaufrechtliche Forderung (z.B. Erstattung oder Nachbesserung) stellt.
Der Autor stellt fest, dass die Beschwerderate bei unzufriedenen Kunden zu niedrig ist und die Bearbeitungsqualität bei der Musterbank signifikant verbessert werden muss.
Empowerment beschreibt die Übertragung von Entscheidungsrechten auf Mitarbeiter an der Kundenfront, um Probleme schneller und direkt ohne unnötige Weiterleitung zu lösen.
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