Examensarbeit, 2005
106 Seiten, Note: 2,00
1. Einleitung
1.1. Fragestellung der Arbeit
1.2. Einführung in den Stand der Wissenschaft
2. Geschichtlicher Hintergrund
2.1. Die Gründung des Zisterzienserordens
2.2. Der Weg eines Klosters in den Orden: Stiftung - Inkorporation
2.3. Frauenbild des Mönchtums
2.4. Mystik der Zisterzienser
3. Das Verhältnis der Zisterzienser zu den Nonnen
3.1. Das 12. Jahrhundert
3.2. Berichte von Zeitgenossen des 12. Jahrhunderts
3.2.1. Hermann von Tournai
3.2.2. Unbekannte Quelle über Stefan, den Gründer von Obazine
3.2.3. Idung von Prüfening
3.3. Das 13. Jahrhundert
3.4. Bericht eines Zeitgenossen des 13. Jahrhunderts
3.5. Das Leben in den Frauenzisterzen
3.5.1. Unterschiede zwischen Männer- und Frauenklöstern
3.5.2. Aufgaben von Vaterabt und Beichtvater
3.5.3. Die Äbtissin und andere Ämter im Kloster
3.5.4. Alltagsleben
4. Die Beziehungen der Klöster Eberbach und Haina zu den Zisterzienserinnen
4.1. Eberbach
4.1.1. Die Geschichte des Klosters Eberbach
4.1.2. Frauenklöster um Eberbach
4.1.2.1. Mainz-Altmünster
4.1.2.2. Mainz-St. Agnes
4.1.2.3. Mainz-Weißfrauen
4.1.2.4. Dalheim
4.1.2.5. Gottesthal – Rheingau
4.1.2.6. Marienhausen-Aulhausen
4.1.2.7. Tiefenthal
4.1.2.8. Worms-Marienmünster / Nonnenmünster
4.1.2.9. Mariakron bei Oppenheim
4.1.2.10. Rosenthal
4.1.2.11. St. Johann bei Alzey
4.1.2.12. Sion bei Alzey
4.1.2.13. Weidas bei Alzey
4.1.2.14. Kumbd
4.1.2.15. St. Katharinen bei Kreuznach
4.2. Haina
4.2.1. Geschichte des Klosters Haina
4.2.2. Frauenklöster um Haina
4.2.2.1. Caldern
4.2.2.2. St. Georgenberg
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis des Zisterzienserordens zu den ihm unterstellten bzw. umliegenden Frauenklöstern im 12. und 13. Jahrhundert am Beispiel der Klöster Eberbach und Haina. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie der Orden die Integration religiös motivierter Frauenklöster unter Berücksichtigung von Exemtion, spirituellen Idealen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten regelte.
3.1. Das 12. Jahrhundert
Gründe für die Entstehung von Nonnenklöstern waren die Sehnsucht nach Spiritualität, Bildung und nach sozialer Geborgenheit in unsicheren Zeiten. Die Frau galt im Mittelalter als ein schutzbedürftiges Wesen, dass sich dem Mann unterzuordnen hatte, dieser war dann auch für ihr Wohlergehen verantwortlich. Das Leben im Kloster stellte für die Frau eine alternative Lebensform zu Ehe und Familie dar und da den Frauen das Priesteramt verwehrt wurde, war die Existenz im Kloster für sie oft die einzige Möglichkeit, ein rein religiöses Dasein zu führen.
Das Klosterleben war im frühen Mittelalter nur adeligen Frauen vorbehalten. Sozial versorgt, konnten sich die Frauen der Dichtung, Philosophie, Geschichtsschreibung oder Buchmalerei widmen und so ihre intellektuellen Fähigkeiten ausbauen und ausleben. Der Anteil der Nonnen am geistigen Leben war sehr hoch. Könige, Adelige und Bischöfe stifteten und gründeten Frauenklöster. Die Klöster waren als Orte der Spiritualität auch Versorgungs- und Bildungsstätten.
Einheitliche Regeln gab es in den Klöstern zunächst nicht. Einige lebten nach der Regel Benedikts andere nach der Regel, die Cäsarius von Arles für Frauenstifte geschrieben hatte. Diese Regel wurde Grundlage für das Leben in den Kanonissenstiften. „In der Reichsgesetzgebung der Jahre 817/818 war zweifellos die idealtypische Scheidung von Frauengemeinschaften in solche nach der Benediktregel lebende einerseits und nach kanonikaler Verfassung andererseits intendiert.“ Folgerichtig kam es zu einer Trennung von religiösen Frauengemeinschaften in jene, die nach der Regel Benedikts leben wollten und jene, die die auf der Reichssynode in Aachen besprochenen Punkte als Kanonissen einhalten wollten. Seither unterscheidet man Kloster von Stift und Nonnen von Kanonissen.
1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach dem Verhältnis des Zisterzienserordens zu seinen Frauenklöstern und stellt den wissenschaftlichen Diskussionsstand vor.
2. Geschichtlicher Hintergrund: Skizziert die Gründung des Zisterzienserordens, das monastische Frauenbild und die Entwicklung der mystischen Strömungen innerhalb des Ordens.
3. Das Verhältnis der Zisterzienser zu den Nonnen: Analysiert die Entwicklung der Beziehung vom 12. bis zum 13. Jahrhundert sowie die spezifischen Strukturen des Alltags in den Frauenzisterzen.
4. Die Beziehungen der Klöster Eberbach und Haina zu den Zisterzienserinnen: Untersucht die konkreten regionalen Verhältnisse und visitatorischen Beziehungen der Abteien Eberbach und Haina zu ihren jeweiligen Tochter- und Unterklöstern.
5. Fazit: Resümiert, dass das Verhältnis stark von spirituellen Vorgaben und pragmatischen, ökonomischen Notwendigkeiten geprägt war, wobei die Zentrale des Ordens oft erst spät und unter Druck von außen reagierte.
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Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis des Zisterzienserordens zu den Frauenklöstern des 12. und 13. Jahrhunderts, wobei der Fokus auf den regionalen Beispielen Eberbach und Haina liegt.
Die Autorin behandelt die Entwicklung des Frauenklosterwesens, die rechtliche Eingliederung in den Zisterzienserorden, die spirituelle Rolle der Frau (Mystik) sowie die sozioökonomischen Aspekte des Klosterlebens.
Ziel ist es, zu klären, wie die Zisterzienser auf den Zulauf religiöser Frauen reagierten, inwieweit sie diese in den Orden inkorporierten und welche Rolle dabei ökonomische und politische Faktoren spielten.
Es handelt sich um eine historische Untersuchung auf Basis von Quellentexten (Statuten, Visitationsberichte, Stiftungsurkunden) und einer breiten Auswertung der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Darstellung des Verhältnisses zum Frauenklosterwesen im Mittelalter und eine spezifische Analyse der Klöster Eberbach und Haina mit ihren jeweiligen abhängigen Frauenklöstern.
Zentral sind die Begriffe Inkorporation, Visitation, Generalkapitel, Klausur und die spezifische "zisterziensische" Identität in Bezug auf Frauenkonvente.
Eberbach fungierte als starker, wirtschaftlich gut aufgestellter Vaterabt, der die ihm unterstellten Klöster visitierte, für die Einhaltung der Disziplin sorgte und oft in wirtschaftlichen Fragen als Mentor oder Kontrollinstanz auftrat.
Haina war wirtschaftlich weniger stabil als Eberbach und befand sich in einem komplexen geopolitischen Spannungsfeld zwischen den Thüringer Landgrafen und dem Erzbistum Mainz, was eine konsistente Betreuung der Frauenklöster erschwerte.
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