Diplomarbeit, 2007
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung: Auftakt und Anstoß
2. Theoretischer Ausgangspunkt
2.1 Geschlechtertheoretische Thesen Judith Butlers
2.1.1 Gender Trouble um Judith Butler
2.1.2 Von mächtigen Diskursen und performativen Akten
2.1.3 Zur Frage nach dem Subjekt
2.1.4 Geschlechtliche Subjekte
2.1.5 Geschlecht als Körper
2.1.6 Heterosexualität als Norm
2.1.7 Fazit und Forschungsinteresse oder: Das konstitutive Dreieck der Geschlechterintelligibilität
2.2 Weibliche Adoleszenz als normative Anforderung
3. Gegenstand, Methodik und Perspektive der Untersuchung
3.1 Literarische Texte und hegemoniale Diskurse
3.2 Methodische Herangehensweise und Zielsetzung
3.3 Zur ausgewählten Literatur
4. Die Untersuchung: Jugendliterarische Repräsentationen von Geschlechts-, Körper- und Sexualitätskonzeptionen in der weiblichen Adoleszenz
4.1 Körper in der weiblichen Adoleszenz
4.1.1 Körperselbstbilder
4.1.1.1 Der Körper im Spiegel …
4.1.1.2 … und in den Augen der Anderen
4.1.1.3 Zwischenfazit
4.1.2 Körpergestaltung
4.1.2.1 Aufbrezeln und hübsch machen …
4.1.2.2 … für das Date
4.1.2.3 Zwischenfazit
4.1.3 Körperideale
4.1.3.1 Supermodels …
4.1.3.2 … und Traumtypen
4.1.3.3 Zwischenfazit
4.2 Sexualität in der weiblichen Adoleszenz
4.2.1 Heterosexualität als Intelligibilitätsanforderung
4.2.1.1 Die andere Hälfte …
4.2.1.2 … und das erste Mal
4.2.1.3 Zwischenfazit
4.2.2 Heterosexuelle Geschlechterideale
4.2.2.1 Beziehungsgeile Frauen, triebhafte Männer …
4.2.2.2 … und die natürlichste Sache der Welt
4.2.2.3 Zwischenfazit
4.2.3 Heterosexuelle Interaktionspraxen
4.2.3.1 Die Anmache abwarten …
4.2.3.2 … und sich ergeben und hingeben
4.3.3.3 Zwischenfazit
5. Fazit zu den jugendliterarischen Repräsentationen weiblicher Adoleszenz
6. Fazit zum Ausgangspunkt und Anspruch der Untersuchung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die in jugendliterarischen Texten repräsentierten und reproduzierten Diskurse über Geschlecht, Körper und Sexualität in der weiblichen Adoleszenz zu dekonstruieren. Die Forschungsfrage untersucht, wie diese Texte hegemoniale Normkonzeptionen fortschreiben und in welcher Weise sie als normative Ideale auf die Lebenswelt weiblicher Jugendlicher einwirken.
4.1.1.2 … und in den Augen der Anderen
Die Orientierung an den Blicken der Anderen, die Unterwerfung unter die Außenbewertung ist auch Anjas Weg, den veränderten Körper positiv zu erleben und den Selbstwert wiederherzustellen. Anja zufolge sind es aber nicht die Bewertungen von irgendwem, denen sie Bedeutung beimisst, nicht irgendwelche Blicke, in denen sie sich spiegelt, sondern spezifisch männliche:
Nicht die Eltern, sondern die Jungen, die ihr die richtigen Blicke schenkten, gaben ihr Selbstvertrauen. (Anja/Das erste Mal und mehr: 83)
Es sind die Jungen, die autorisiert sind ihren Wert zu bestimmen, durch deren Anerkennung sie Selbstvertrauen gewinnt.
Auch Mona orientiert sich an männlichen Blicken. In der folgenden Szene hilft ihr der imaginative männliche Blick, die richtigen Ballettposen zu finden, gibt ihr Kraft und ersetzt den Spiegel:
Normalerweise tanze ich vorm Spiegel, damit ich sehen kann, ob ich die Posen richtig hab. Jetzt sehe ich mich immer mit seinen Augen – Gegenenergie. Also mache ich viel ohne Spiegel. (…) Jetzt sieht er mich, das gibt mir Kraft, ich passe mich an und biege meine Schritte. (Mona/crazy for love: 153)
Der reale oder phantasierte, der männliche Blick, die Bewertung durch die Jungen, scheint eine enorme Bedeutung zu haben: Er kennt die richtigen Posen, entscheidet über schön oder hässlich, begehrenswert oder im Niemandsland, gibt Kraft und ermöglicht Selbstvertrauen und Zufriedenheit.
1. Einleitung: Auftakt und Anstoß: Diese Einleitung motiviert die Arbeit durch das Auffinden von normativen Geschlechter- und Körperbildern in populären Jugendromanen.
2. Theoretischer Ausgangspunkt: Hier werden die geschlechtertheoretischen Konzepte von Judith Butler zur Basis der Untersuchung gemacht, insbesondere Diskurstheorie, Performativität und Subjektkonstitution.
3. Gegenstand, Methodik und Perspektive der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die literaturwissenschaftliche Herangehensweise, Diskurse in Romanen als performative Akte und Zitationspraxen zu analysieren.
4. Die Untersuchung: Jugendliterarische Repräsentationen von Geschlechts-, Körper- und Sexualitätskonzeptionen in der weiblichen Adoleszenz: Der Hauptteil analysiert, wie Körperbilder, Körpergestaltung, Ideale und Sexualität in den ausgewählten Texten als normative Anforderungen an weibliche Jugendliche dargestellt werden.
5. Fazit zu den jugendliterarischen Repräsentationen weiblicher Adoleszenz: Diese Zusammenfassung reflektiert die Rolle der untersuchten Literatur als Repräsentantin und Reproduzentin hegemonialer Ideale.
6. Fazit zum Ausgangspunkt und Anspruch der Untersuchung: Abschließend werden die Schwierigkeiten bei der Verbindung abstrakter Theorie mit trivialliterarischen Stoffen diskutiert.
Weibliche Adoleszenz, Judith Butler, Geschlechtertheorie, Heteronormativität, Performativität, Körpernormen, Jugendliteratur, Diskursanalyse, Identitätsbildung, Geschlechterrolle, Heterosexuelle Matrix, Sexualisierung, Machtstrukturen, Subjektivation.
Die Arbeit untersucht, wie in aktueller Jugendliteratur Konzepte von Geschlecht, Körper und Sexualität dargestellt werden und welche normativen Anforderungen dies an weibliche Jugendliche stellt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Dekonstruktion von Weiblichkeitsidealen, der Bedeutung von Körperbildern in der Pubertät und dem sozialen Druck, sich heterosexuellen Normen anzupassen.
Die Arbeit fragt danach, wie jugendliterarische Texte hegemoniale Normen reproduzieren und wie diese Prozesse der Normierung die Lebenswelt und Identitätsfindung junger Frauen beeinflussen.
Die Autorin nutzt eine diskurstheoretisch orientierte literaturwissenschaftliche Analyse, die stark auf den geschlechtertheoretischen Ansätzen von Judith Butler basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum Körper (Körperselbstbilder, Körpergestaltung, Ideale) und zur Sexualität (Heterosexualität als Norm, sexuelle Praxen, Beziehungsideale).
Zentrale Begriffe sind die "heterosexuelle Matrix", Performativität, Körpergeschlecht, Subjektivation und die "normative Triade" von Identität, Körper und Begehren.
Das "erste Mal" wird als symbolisches Initiationsritual zur Frauwerdung gedeutet, das den Status des Mädchens in der Peergroup und die soziale Integration maßgeblich bestimmt.
Die Autorin sieht die Literatur als ambivalentes Medium: Sie kann zwar Probleme artikulieren, trägt aber durch die Reproduktion hegemonialer Klischees oft zur Verfestigung gesellschaftlicher Zwänge bei.
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