Masterarbeit, 2020
79 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
2 Ziel, Fragestellung und Aufbau
3 Methodik
4 Theoretisches Verständnis von Macht und Gewalt
4.1 Die personale (direkte) Gewalt
4.2 Die strukturelle Gewalt
4.3 Kulturelle Gewalt
5 dip-Studie
5.1 Methodik der Stichprobe
5.2 Gewalterfahrungen im Pflegealltag
6 Fazit und mögliche Präventivmaßnahmen
Die Arbeit untersucht inwieweit und in welchem Umfang Macht und Gewalt durch Pflegende in Pflegestationen deutscher Krankenhäuser ausgeübt wird, wobei insbesondere institutionelle Rahmenbedingungen und organisatorisches Schweigen analysiert werden, um Präventionsmaßnahmen abzuleiten.
4.1.2 Organisationsverschulden
Organisationsverschulden ist im Deliktsrecht die Haftung wegen der Verletzung von Organisationspflichten oder wegen Nichterfüllung rechtlicher Anforderungen an betriebliche organisatorische Maßnahmen. Damit wird das Verschulden in Organisationen nicht unbedingt der handelnden Person zugeordnet. In den typischen Anwendungsfällen wird damit ein organisationsbedingter Fehler eines Arbeitnehmers dem Arbeitgeber angelastet (vgl. WIKIPEDIA 2020: Organisationsverschulden).
Zur Beantwortung dieser Fragen ist ein detaillierter Blick auf die Leitungs- und Organisationspflichten des Unternehmens „Krankenhaus“ notwendig. Es lassen sich abgeleitet aus § 130 OWiG, einige grundlegende Unternehmerpflichten beschreiben, die in jedem Unternehmen Anwendung finden sollten (vgl. FLEISCHER 2008: 1, 2). Der Umfang der Organisationspflichten variiert und ist von Art, Größe, Organisation und der vom Unternehmen zu beachtenden Vorschriften abhängig (vgl. FLEISCHER 2003: 291, 292). Auch der Geschäftsgegenstand oder das Operationsgebiet des Unternehmens sind von Bedeutung. Ein Unternehmen, das etwa in hohem Maße mit Insiderinformationen umgeht, hat von vornherein gesteigerte Organisationspflichten, um diese Informationen systemisch besonders zu schützen (vgl. HAUSCHKA/GREEVE 2007: 165-173). Sowohl beim Klinikum Oldenburg als auch beim Klinikum Delmenhorst kann man von einem „größeren Unternehmen“ sprechen.
Die Unternehmensleitung muss geeignete und zumutbare organisatorische Maßnahmen treffen, um Regelverstöße von Mitarbeitern zu verhüten oder zumindest zu erschweren. Dazu gehören eine trennscharfe Festlegung der Verantwortlichkeiten einzelner Mitarbeiter und Aufsichtspersonen sowie deren Dokumentierung. Außerdem kann sich bei größeren Unternehmen die Notwendigkeit ergeben, eine Revisionsabteilung einzurichten und personell angemessen auszustatten. In jedem Unternehmen muss es Mechanismen geben, die alle Mitarbeiter von den an sie übertragenen Pflichten auf dem Laufenden halten, beispielsweise durch Mitarbeiterschulungen (vgl. BOCK 2009: 68, 78). Für die Gewaltanwendung des Personals gegenüber Patienten im Krankenhaus sind häufig mangelnde Aufsicht und eine kalte, enthumanisierende und eine entpersonalisierende Atmosphäre mitursächlich (vgl. HEITMEYER/SCHRÖTTLE 2006: 113). Es herrscht ein rauer Umgangston und das Personal leistet sich degradierende Übergriffe in der Wortwahl. Es mangelt an emotionaler Zuwendung gegenüber alten Menschen. Durch permanenten Kontakt mit dem Sterben ist das Personal oft stark psychisch belastet.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Macht und Gewalt in der Pflege und thematisiert den Fall des Krankenpflegers Niels Högel als Beispiel für systemisches Versagen.
2 Ziel, Fragestellung und Aufbau: Dieses Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, Gewalt in deutschen Pflegestationen zu untersuchen, und stellt die zentralen Forschungsfragen sowie den strukturellen Aufbau vor.
3 Methodik: Es wird das methodische Vorgehen erläutert, das eine Literaturrecherche und die Analyse verschiedener theoretischer Ansätze und Messinstrumente umfasst.
4 Theoretisches Verständnis von Macht und Gewalt: Das Kapitel bietet eine theoretische Fundierung der Begriffe Macht und Gewalt und untersucht institutionelle Faktoren sowie Organisationsverschulden.
5 dip-Studie: Hier werden die Ergebnisse einer Befragung zu Gewalterfahrungen in der Pflege vorgestellt und analysiert.
6 Fazit und mögliche Präventivmaßnahmen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert notwendige organisatorische und kulturelle Veränderungen zur Prävention von Gewalt.
Macht, Gewalt, Krankenhaus, Pflege, Niels Högel, Patientenmorde, Organisationsverschulden, institutionelle Rahmenbedingungen, Speaking Up, Gewaltprävention, Pflegemanagement, Totale Institution, professionelle Pflege, Fehlerkultur, Qualitätssicherung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen von Macht und Gewalt durch Pflegende in deutschen Krankenhäusern und analysiert, welche institutionellen Strukturen solche Übergriffe begünstigen.
Zu den Schwerpunkten gehören das theoretische Verständnis von Macht, das Konzept der Totalen Institution, Organisationsverschulden, das Phänomen des "toten Schweigens" und empirische Studien zu Gewalterfahrungen.
Ziel ist es zu klären, inwieweit und in welchem Umfang Macht und Gewalt durch Pflegende ausgeübt werden und welche institutionellen Ursachen und Präventionsmaßnahmen dabei eine Rolle spielen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Studien, Theorien und Falldokumentationen.
Im Hauptteil werden theoretische Modelle zur Entstehung von Gewalt, die rechtliche Haftung, das Organisationsverschulden sowie spezifische Ergebnisse zur Gewalterfahrung in der Pflege diskutiert.
Zentrale Begriffe sind Macht, Gewalt, Pflegestation, Niels Högel, Organisationsverschulden, Prävention und institutionelle Rahmenbedingungen.
Der Fall dient als zentrales, exemplarisches Beispiel für die Komplexität der Entstehung von Gewalt und das Zusammenwirken eines Systems, das solche Taten über Jahre hinweg ermöglicht hat.
Das Konzept beschreibt Krankenhausstrukturen, in denen die Lebensbereiche der Patienten stark reglementiert sind und institutionelle Zwänge die Entstehung von Machtmissbrauch begünstigen können.
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