Bachelorarbeit, 2018
84 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundbegriffe
2.1 Ästhetische Operationen
2.2 Der Kontext
3. Erster Bildbezug: Das Floß der Medusa
3.1 Ein großes Bild mit großer Wirkung
3.2 Kippenbergers Neuinszenierung
4. Zweiter Bildbezug: Die Dantebarke
4.1 Die Dantebarke als Referenz
4.2 Die Entstehung eines neuen Werkes
4.3 (Ent-) Kontextualisierung
4.3.1 Destruktion
4.3.2 Rekonstruktion
4.3.3 Neuinszenierung
4.4 Die Betrachtung der einzelnen Figur
4.5 Bezug zu Kippenbergers “Medusa”
5. Bezug zum Sampling
6. Logik in Worten und Bildern
7. Didaktische Einsatzbereiche
8. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Verfahren der (De-)Konstruktion sowie die Auswirkungen von (Ent-)Kontextualisierung auf die Wahrnehmung von Kunstwerken, wobei sie sich primär auf den Werkkomplex Medusa von Martin Kippenberger und eigene experimentelle Bezüge zu Eugène Delacroix' Dantebarke stützt.
4.3.1 Destruktion
Um den Kontext als solchen erkennen zu können, ist es notwendig, sich außerhalb dessen zu begeben. Der kunstpraktische Versuch, welcher die folgende Arbeit als praktisches Anschauungsbeispiel und Gegenstand begleitet, setzt sich aus zwei entscheidenden Komponenten zusammen. Der erste Schritt stellt dabei eine Form der Destruktion des Referenzbildes dar. Anschließend findet eine Weiterverarbeitung der einzelnen Elemente statt. Somit geht die Konstruktion in diesem Fall von etwas schon zuvor Existentem aus.
Mit der Übertragung der einzelnen Figuren auf jeweils eine Folie hat der Prozess der Destruktion bereits stattgefunden. Die Destruktion kontrastiert mit der schematischen Vorgehensweise und erweist sich als eine subversive Art der Bildannäherung. Sowohl Das Floß der Medusa als auch Die Dantebarke fallen in die Kategorie der ikonischen Bilder, was bedeutet, dass sie über einen historischen Hintergrund verfügen. Das Entnehmen und Übertragen der einzelnen Elemente auf das Referenzbild lösen sie dadurch aus ihrem Kontext und schaffen zudem neue Möglichkeiten für eine Weiterverarbeitung, welche wiederum einen essenziellen Teil des Dekonstruktionsprozesses ausmacht. Diesem Vorgehen liegt der Gedanke zugrunde, das Bild aus seiner geschlossenen Form zu befreien. Mit der Destruktion wird der Kunstgegenstand in einen Zustand der Offenheit und Purität gebracht. Die konventionellen Muster und hierarchischen Strukturen werden auf diese Weise aufgebrochen. Das Resultat eines dekonstruierten Werkes eröffnet eine polyvalente Perspektive auf dieses Werk und führt dazu, den auf dem ursprünglichen und den auf dem neuen Werk zu sehenden Inhalt aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Kontext und Bedeutung im Bild ein und erläutert die (De-)Konstruktion als künstlerisches Verfahren anhand von Kippenbergers Werkkomplex Medusa sowie eigenen Experimenten.
2. Grundbegriffe: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie "Ästhetische Operationen" nach Maset und die Bedeutung des Kontextes für die Wahrnehmung von Kunstobjekten definiert.
3. Erster Bildbezug: Das Floß der Medusa: Das Kapitel beleuchtet das historische Gemälde von Géricault und dessen kritische Rezeption sowie Martin Kippenbergers künstlerische Neuinszenierung.
4. Zweiter Bildbezug: Die Dantebarke: Dieser Abschnitt widmet sich Delacroix' Dantebarke als Referenzwerk und beschreibt den Prozess der eigenen künstlerischen Auseinandersetzung mittels Destruktion, Rekonstruktion und Neuinszenierung.
5. Bezug zum Sampling: Hier wird das in der Arbeit angewandte Verfahren als Form des Samplings in der bildenden Kunst diskutiert, welches existierende Werke neu kontextualisiert.
6. Logik in Worten und Bildern: Es erfolgt eine theoretische Differenzierung zwischen verbaler Kommunikation und der eigenständigen Logik bildnerischer Darstellungen.
7. Didaktische Einsatzbereiche: Das Kapitel diskutiert, wie die erforschten ästhetischen Operationen und Verfahren konstruktiv in schulische Lehrvorgänge integriert werden können.
8. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass die bewusste Irritation durch (De-)Konstruktion neue Wahrnehmungsspielräume eröffnet und Forschungs- sowie Praxispotenzial für den Kunstunterricht bietet.
Ästhetische Operationen, Kontext, Dekonstruktion, Rekonstruktion, Sampling, Martin Kippenberger, Floß der Medusa, Dantebarke, Géricault, Delacroix, Bildanalyse, Kunstdidaktik, Wahrnehmung, Ideentransfer, (Ent-)Kontextualisierung.
Die Arbeit untersucht, wie durch künstlerische Verfahren wie Dekonstruktion und Neuinszenierung neue Perspektiven auf bekannte Kunstwerke und deren historischen Kontext gewonnen werden können.
Die zentralen Themenfelder sind ästhetische Operationen, der Einfluss des Kontextes auf die Bildwahrnehmung und das künstlerische Sampling-Verfahren.
Das Ziel ist es, am Beispiel der Werkkomplexe von Kippenberger und Delacroix zu zeigen, wie durch die Isolierung und Rekontextualisierung einzelner Bildelemente ein "Ideentransfer" stattfindet und starre Wahrnehmungsmuster aufgebrochen werden.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Analyse mit einem kunstpraktischen, experimentellen Ansatz, bei dem Bildelemente auf Overhead-Folien isoliert und neu kombiniert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse historischer Referenzbilder (Géricault, Delacroix), die Beschreibung eigener künstlerischer Experimente und die theoretische Fundierung durch den Sampling-Begriff.
Schlüsselwörter sind unter anderem Ästhetische Operationen, Dekonstruktion, (Ent-)Kontextualisierung, Sampling und Bilddidaktik.
Die Wahl fiel auf dieses Werk aufgrund der engen historischen und persönlichen Verbindung zwischen Delacroix und Géricault sowie der hohen Ausdrucksstärke der einzelnen Figuren, die sich für eine isolierte Betrachtung eignen.
Der Ideentransfer beschreibt den Prozess des ständigen Wechsels zwischen Kunstkontext und anderen Kontexten, der durch die künstlerische Arbeit initiiert wird, um neue Bedeutungsebenen zu erschließen.
Die größte Herausforderung war die technische Beschaffenheit der Folien als Maluntergrund für Ölfarben sowie die Schwierigkeit, die Bilddetails bei der manuellen Übertragung in DIN-A4-Größe präzise darzustellen.
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