Diplomarbeit, 2003
78 Seiten, Note: 1,0
Zusammenfassung
I. Einleitung
II. Material und Methoden
1. Untersuchungsgebiet
2. Klimafaktoren
3. Untersuchungszeitraum
4. Feldmethoden
4.1. Samenfallen und Untersuchungsflächen
4.2. Kartierung potentieller Fledermaus-Futterpflanzen an ausgesuchten Standorten
4.3. Fledermausfang
4.4. Vogelbeobachtungen
5. Statistische Auswertung
III. Ergebnisse
1. Der zoochore Sameneintrag
1.1. Die Untersuchungsflächen
1.2. Der Sameneintrag durch Fledermäuse
1.3. Der Sameneintrag durch Vögel
2. Vegetation und Vegetationsstruktur auf den Untersuchungsflächen
2.1. Der „Orchideen-Hang“
2.2. Die Queprada-Rutschung
3. Die Samenbank des „Orchideen-Hanges“
4. Die Dichte potentieller Fledermaus-Futterpflanzen an ausgesuchten Standorten
5. Ergebnisse des Fledermausfanges
5.1. Das Nahrungsspektrum frugivorer Fledermäuse
5.2. Weitere Beobachtungen
6. Aspekte frugivorer Vögel auf den Untersuchungsflächen
IV. Diskussion
1. Die Rolle des Sameneintrages durch frugivore Fledermäuse auf Hangrutschungen
2. Etablierung der eingetragenen Samen auf Hangrutschungen
3. Das räumlich gehäufte Auftreten fledermausverbreiteter Pflanzen
4. Nahrungsselektion der frugivoren Fledermausarten
5. Die Problematik der Methode
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Rolle frugivorer Fledermäuse bei der Samenausbreitung und der natürlichen Wiederbesiedlung von Hangrutschungen im Bergregenwald von Südecuador. Zentral ist die Frage, inwieweit diese Tiere zur Regeneration gestörter Flächen beitragen und wie sich ihr Sameneintrag von dem frugivorer Vögel unterscheidet.
1. Die Rolle des Sameneintrags durch frugivore Fledermäuse auf Hangrutschungen
Der Einfluß von Fledermäusen und Vögeln auf den sekundären, sukzessionalen Prozeß ist fundamental für die Entwicklung der Vegetation (MEDELLIN & GAONA 1999). Der Hauptanteil des Sameneintrages auf gestörten Arealen wird durch Vögel und Fledermäuse gewährleistet (CHARLES-DOMINIQUE 1986). Das bestätigen auch die Ergebnisse in der vorliegenden Arbeit, wobei die Fledermäuse hier die größere Rolle zu spielen scheinen.
Der Sameneintrag durch Fledermäuse auf allen Untersuchungsflächen ist höher als jener der Vögel. Durch MEDELLIN & GAONA (1999) wurde ein gleiches Ergebnis in Mexico, ebenfalls für gestörte, offene Areale herausgestellt. Die gleichen Autoren beschreiben ebenfalls, daß der durch Fledermäuse verursachte Samenregen mehr Arten umfaßt, als der der Vögel. Ein ähnliches Ergebnis kann mit der vorliegenden Arbeit auch für den Bergregenwald vorgelegt werden. Trotzdem läßt sich dieses Phänomen nicht verallgemeinern, MARTINEZ-GARZA & GONZALES-MONTAGUT (2002) veröffenlichten in ihrer Arbeit, daß Vögel den höher diversen Samenschatten besitzen.
Die Anzahl und Vielfalt der durch Fledermäuse eingetragenen Diasporen war auf der Wegfläche und dem Orchideenhang deutlich höher, als auf der Quebrada-Rutschung. Die Gründe dafür sind natürlich zum einen der kürzere Bearbeitungszeitraum, aber auch andere Faktoren können in Betracht gezogen werden, z.B. die Lage an einem Bachbett (quebrada). Die Fangerfolge für frugivore Fledermäuse in der betreffenen Quebrada waren nie sehr hoch (MATT persönliche Mitteilung), so daß das betreffende Areal womöglich selten besucht wird. Ein weiterer Grund könnte die Aktivität der betreffenden Rutschung darstellen, die Fläche stellte die jüngere der bearbeiteten Rutschungen dar und war auch nach Ende des Untersuchungszeitraumes wieder aktiv (MATT persönliche Mitteilung).
I. Einleitung: Beschreibt die ökologische Relevanz von Bergregenwäldern, die Problematik der Landschaftsfragmentierung und Hangrutschungen sowie die Bedeutung frugivorer Fledermäuse für die Waldregeneration.
II. Material und Methoden: Erläutert das Untersuchungsgebiet in Südecuador, den Einsatz von Samenfallen, die Fledermausfangmethoden sowie die angewandten statistischen Analysen zur Auswertung der Sameneinträge und Nahrungspräferenzen.
III. Ergebnisse: Präsentiert die Daten zum Sameneintrag durch Tiere, die Vegetationsaufnahme der Rutschungsflächen, Analysen der Samenbank, die Dichte der Futterpflanzen und die spezifischen Ergebnisse der Fledermausfänge sowie Vogelbeobachtungen.
IV. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse hinsichtlich der Rolle von Fledermäusen bei der Sukzession, bewertet die Etablierungschancen auf Rutschungen, diskutiert das räumlich gehäufte Auftreten bestimmter Pflanzen und hinterfragt die angewandten Methoden.
Bergregenwald, Hangrutschungen, Samenausbreitung, Frugivore Fledermäuse, Chiropterochorie, Sukzession, Regeneration, Samenbank, Nahrungsspektrum, Ecuador, Phyllostomidae, Samenregen, Pionierpflanzen, Habitatnutzung, Biodiversität
Die Arbeit untersucht, wie frugivore Fledermäuse durch den Eintrag von Samen zur Regeneration von durch Hangrutschungen gestörten Flächen im Bergregenwald beitragen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Interaktion zwischen frugivoren Fledermäusen, der Samenausbreitung, dem Regenerationspotenzial von Sekundärflächen und dem Vergleich der ökologischen Nischen von Fledermäusen und Vögeln.
Das Ziel ist es, die Rolle von Fledermäusen als Samenausbreiter im tropischen Bergland zu quantifizieren und deren Einfluss auf die Sukzession auf offenen, gestörten Flächen zu bewerten.
Es wurden Samenfallen zur Quantifizierung des Sameneintrags, Netzfänge zur Erfassung der Fledermausarten und Kotanalysen zur Bestimmung der gefressenen Pflanzensamen eingesetzt, ergänzt durch statistische Signifikanztests, Rarefaction-Analysen und Cluster-Analysen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sameneintragsraten auf verschiedenen Untersuchungsflächen, die Analyse der Vegetation und Samenbanken auf den Rutschungen sowie die detaillierte Auswertung des Fledermausfangs und des Nahrungsspektrums der Tiere.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bergregenwald, Hangrutschungen, Samenausbreitung, Frugivore Fledermäuse, Chiropterochorie und Regeneration.
Die Untersuchung der Samenbank ergab, dass sie ein nur geringes Regenerationspotenzial aufweist, da sie im Vergleich zum beobachteten Samenregen sehr spärlich bestückt ist und primär von anemochoren Arten dominiert wird.
Fledermäuse tragen signifikant mehr Samen und eine größere Vielfalt an Arten auf die offenen Rutschungsflächen ein als Vögel, deren Aktivität sich stärker auf die Ränder der Rutschungen beschränkt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

