Diplomarbeit, 2007
184 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Weibliche Adoleszente
2.1 Die Pubertät
2.2 Begriffsklärung: Adoleszenz
2.2.1 Mögliche Periodisierung der Adoleszenz
2.3 Sozialisationsinstanzen und geschlechtsspezifische Sozialisation
2.4 Ursachen von Konflikten mit Erwachsenen in der Adoleszenz
2.5 Problembereiche von Mädchen in der Adoleszenz
2.6 Die Bedeutung der „Peer Group
2.7 Resümee
3. Familie
3.1 Die Bedeutung der Familie
3.1.1 Die Bedeutung der Mutter für Mädchen
3.1.2 Die Bedeutung des Vaters für Mädchen
3.1.3 Die Bedeutung der Geschwister
3.1.4 Scheidungskinder
3.1.5 Zwischenresümee
3.2 Familiäre Gewalt
3.2.1 Formen von Gewalt
3.2.1.1 Psychische (seelische) Misshandlung
3.2.1.2 Körperliche (physische) Misshandlung
3.2.1.3 Sexueller Missbrauch
3.2.2 Mögliche Reaktionen auf Störungen in der Familiendynamik
3.3 Resümee
4. Außerfamiliäres Wohnen
4.1 Herkunftsfamilien und Problembereiche der Betroffenen
4.2 Bringt eine institutionelle Betreuung auch Chancen mit sich?
4.3 Jugendsozialarbeit
4.4 Resümee
5. Außerfamiliäre soziale Hürden von Jugendlichen
5.1 Schule
5.2 Berufsausbildung
5.3 Gesellschaft
5.4 Zukunftsaussichten für junge Menschen der heutigen Zeit
5.5 Resümee
6. Die Institution LSB- Netzwerk
6.1 Kurzer Einblick in die Entwicklungsgeschichte des „betreuten Jugendwohnens“
6.2 Beschreibung der Institution LSB- Netzwerk
6.3 Entwicklungsgeschichte
6.4 Tätigkeitsfelder und Größe der Institution
6.5 Mitarbeiter
6.6 Wichtigste Kooperations- und Bündnispartner
6.7 Zielgruppe und Aufnahmekriterien für das „Betreute Wohnen“
6.8 Das Arbeitsfeld im „Betreuten Wohnen“
6.9 Regeln und Pflichten der Jugendlichen
7. Forschungsmethodische Anlage
7.1 Forschungsfragen
7.2 Methodische Vorgehensweise
7.3 Die qualitative Forschungsmethode
7.3.1 Das narrative Interview
7.4 Stichprobe
8. Datenerhebung und Auswertung
8.1 Biographische Angaben zu den Interviewpartnerinnen
8.2 Kindheits-Erfahrungen
8.3 Empfindung des Abstandes zum Elternhaus
8.4 Vorbildwirkung der Eltern
8.5 Schule und Ausbildung
8.6 Peer Group
8.7 Akzeptanz und Befinden in der Einrichtung
8.8 Weitere soziale Hürden der Mädchen
8.9 Zukunftspläne
8.10 Empfindungen beim Gedanken an Auszug
9. Interpretation und Fazit
Die Arbeit untersucht die Lebenslagen, Empfindungen und Hürden von Mädchen in sozialpädagogischen Betreuungseinrichtungen. Ziel ist es, Vorurteile gegenüber diesen Jugendlichen abzubauen und ein tieferes Verständnis für ihre biographischen Hintergründe, insbesondere im Kontext von familiärer Gewalt und Ablösungsprozessen, zu schaffen.
3.1.2 Die Bedeutung des Vaters für Mädchen
Die „Vaterlosigkeit“ (Aigner, 2005, S. 94) ist kein neues Thema und beschäftigt die Pädagogik und Psychologie schon seit Jahrzehnten. Es wird nun versucht nach möglichen Ursachen dieses „Booms“ zu forschen (Scheidungsziffern, Niedergang väterlicher Obhut und Fürsorge etc.)
Auch in den Humanwissenschaften wurde die enorm wichtige Rolle des Vaters lange Zeit verleugnet bzw. unterschätzt, denn alleine die Mutter kam stets als überragendes Wesen hervor. Im besten Fall erschien der Vater in der Literatur dann, wenn sich das Kind von der Mutter zu lösen beginnt. (vgl. Aigner, 2005, S. 94)
Dabei kann das Fehlen eines Vaters gravierende Folgen für eine gelungene Zukunft der Nachkommen bedeuten: In der Psychotherapie kommt die Sehnsucht nach einem Vater, die Verletzung darüber zu wenig Anerkennung und Liebe vor ihm bekommen zu haben, als auch eine etwaige Angst vor ihm, häufig zum Ausdruck. Viele Patienten bekunden, dass ihnen eine gewaltsame Begegnung mit dem Vater lieber gewesen ist, als gar keine zu haben. Schon alleine aus den bereits genannten Gründen ist es unerklärlich, wie die physische und psychische Präsenz des Vaters so lange übersehen werden konnte. (vgl. Aigner, 2005, S. 95)
1. Einleitung: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation sowie das Ziel der Diplomarbeit dar, ein Verständnis für die Lebensbiographien von Mädchen in sozialpädagogischen Einrichtungen zu schaffen.
2. Weibliche Adoleszente: Dieses Kapitel definiert die Entwicklungsphase der Adoleszenz, ihre Periodisierung sowie die Bedeutung von Sozialisationsinstanzen und der Peer Group für junge Mädchen.
3. Familie: Hier werden die Familie als primäre Sozialisationsinstanz, die Bedeutung einzelner Familienmitglieder sowie die Auswirkungen von familiärer Gewalt auf Kinder und Jugendliche thematisiert.
4. Außerfamiliäres Wohnen: Der Fokus liegt auf den Hintergründen für den Auszug aus dem Elternhaus und der institutionellen Betreuung sowie der Rolle der Jugendsozialarbeit.
5. Außerfamiliäre soziale Hürden von Jugendlichen: Dieses Kapitel beleuchtet externe Herausforderungen wie das Schulsystem, die Berufsausbildung und gesellschaftliche Einflüsse auf die Zukunftsaussichten.
6. Die Institution LSB- Netzwerk: Es erfolgt eine detaillierte Vorstellung der konkreten Institution sowie der Konzeption des „Betreuten Wohnens“ und der Regeln für die Jugendlichen.
7. Forschungsmethodische Anlage: Die Autorin erläutert ihr methodisches Vorgehen, insbesondere die Wahl des narrativen Interviews für die qualitative Befragung der sechs Mädchen.
8. Datenerhebung und Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Interviews, unterteilt in Themenbereiche wie Kindheitserfahrungen, Vorbildwirkung und Zukunftspläne.
9. Interpretation und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Reflexion der Autorin und einer Zusammenführung der gewonnenen Erkenntnisse ab, ergänzt durch einen Appell an Gesellschaft und Fachkräfte.
Adoleszenz, Sozialisation, Familie, Familiäre Gewalt, Betreutes Wohnen, LSB-Netzwerk, Mädchen, Narrative Interviews, Identitätsbildung, Jugendsozialarbeit, Ablösungsprozess, Lebensbiographie, Erziehungshilfe, Vorurteile, Ressourcenorientierung
Die Diplomarbeit befasst sich mit den Lebensbedingungen und dem Befinden von Mädchen, die aufgrund schwieriger familiärer Verhältnisse in einer sozialpädagogischen Einrichtung leben.
Zu den zentralen Themen gehören die weibliche Adoleszenz, die Bedeutung des familiären Umfelds, die Auswirkungen von Gewalt, die institutionelle Betreuung sowie die Zukunftsperspektiven der betroffenen Jugendlichen.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die individuellen Lebensbiographien dieser Mädchen zu schaffen und mit Vorurteilen aufzuräumen, die sie als "Problemfälle" stigmatisieren.
Es wird eine qualitative Forschungsmethode angewandt, wobei die Autorin das narrative Interview nutzt, um die persönlichen Erfahrungen und Empfindungen der sechs befragten Mädchen zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil über Sozialisation und Familie sowie einen empirischen Teil, in dem die Interviewergebnisse zu Kindheit, Schulzeit, Peer-Groups und Zukunftsplänen interpretiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Adoleszenz, Betreutes Wohnen, Sozialisation, familiäre Gewalt und Identitätsbildung charakterisieren.
Die Studie zeigt, dass der Stiefvater bei vielen Mädchen eine sehr negative Rolle einnimmt, häufig mit aggressiven Verhaltensweisen assoziiert wird und die Beziehung zur Mutter sowie das Vertrauensverhältnis zu Männern nachhaltig belastet.
Die meisten Mädchen bewerten das Betreute Wohnen positiv; sie schätzen die neu gewonnene Selbstständigkeit, den sicheren Rahmen und die Unterstützung durch das Fachpersonal, auch wenn sie den Aufenthalt teils als notwendiges Übel aufgrund ihrer familiären Situation sehen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

