Magisterarbeit, 1998
124 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Zur Anatomie des Thrillers
1.1. Spezifikation eines Genres
1.2. Suspense und Spannung
1.3. Die Wahl des Schauplatzes als dramaturgisches Element
2. Reduktion als Grundlage - Der Kammerspielfilm
2.1. Exkurs: Das Kammerspiel als Form des Theaters
2.2. Der deutsche Kammerspielfilm der zwanziger Jahre
2.3. Hitchcock und die Idee des Kammerspiels
3. Der ´Kammerspiel-Thriller´ - Zwischenbilanz und Synthese
4. Filmanalyse
4.1. Zur Auswahl der Filme
4.2. Vorgehensweise und Methodik der Filmanalyse
4.3. WAIT UNTIL DARK
4.3.1. Synopsis
4.3.2. Die Entwicklung von Handlung und Figuren
4.3.3. Raum und Schauplatz
4.3.4. Formen des Suspense
4.4. MISERY
4.4.1. Synopsis
4.4.2. Die Entwicklung von Handlung und Figuren
4.4.3. Raum und Schauplatz
4.4.4. Formen des Suspense
4.5. DEATH AND THE MAIDEN
4.5.1. Synopsis
4.5.1. Die Entwicklung von Handlung und Figuren
4.5.3. Raum und Schauplatz
4.5.4. Formen des Suspense
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die dramaturgischen Charakteristika des „Kammerspiel-Thrillers“. Das primäre Ziel ist es, die spezifische Verbindung zwischen den Elementen des Thrillers (Spannungserzeugung, physische Bedrohung) und den reduzierten Rahmenbedingungen des Kammerspiels (räumliche Enge, begrenzte Personenzahl) zu analysieren und zu zeigen, wie Filmemacher durch diese Limitierungen eine besondere Form der psychologischen Spannung generieren.
4.3.4. Formen des Suspense
Die oft angesprochene Exposition bildet die Grundlage für eine wichtige „suspenseful macro-question“ des Films: Wird Suzy hinter die Verschwörung der Gangster kommen? Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, daß sich die wahre Tragweite dieser vorbereitenden Sequenz erst allmählich in der weiteren Entwicklung der Handlung offenbart. Nach der Anfangs-Information, daß eine Intrige gegenüber einer Zielperson geplant ist, verstärkt Suzys erster Auftritt den Eindruck von der außerordentlichen Skrupellosigkeit der Täter. Während das komplexe Vorhaben auf deren Bedenken schließen läßt, ein wehrhaftes Opfer vorzufinden, wirkt die Protagonistin auf den ersten Blick als das völlige Gegenteil dieser Annahme. Somit wird eine lang anhaltende „statische Spannung“ mit der Frage erzeugt, ob das aufwendige Komplott möglicherweise durch eine andere Fähigkeit von Suzy gerechtfertigt ist, von der der Zuschauer anfänglich noch nichts ahnt.
McCarty sieht im Gegenteil diesen Punkt als auffällige Schwachstelle des Films. Für ihn stellt sich die Frage, warum Roat nicht direkt die Konfrontation mit Suzy sucht, anstatt sich auf eine unsichere Verschwörung zu verlassen: „[…] as the maniacal Roat obviously has no compunction about killing Susy to get the doll - and ultimately tries to do so - it seems likely that in a real life situation he would have chosen precisely that course of action initially rather than bothering with an elaborate hoax involving two untrustworthy henchmen that had so much built-in potential for failure.“
Tatsächlich lassen sich diese Zweifel nicht entkräften, außer mit der wenig aussagekräftigen Begründung, daß eben diese Suspense-Konstruktion Teil der Grundidee des Films ist und die Wahrnehmung bei der erstmaligen Rezeption auf andere dramatische Elemente fokussiert ist.
1. Zur Anatomie des Thrillers: Einführung in die filmische Kategorie des Thrillers mit Fokus auf Spannungserzeugung und die Bedürfnisse des Rezipienten.
2. Reduktion als Grundlage - Der Kammerspielfilm: Untersuchung der Ursprünge des Kammerspiels und dessen Übertragung auf den Film unter Einbeziehung von Alfred Hitchcocks Arbeitsweise.
3. Der ´Kammerspiel-Thriller´ - Zwischenbilanz und Synthese: Theoretische Zusammenführung der Genre-Merkmale und Herausarbeitung der dramaturgischen Kernproblematiken.
4. Filmanalyse: Praktische Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse anhand detaillierter Analysen der Filme Wait Until Dark, Misery und Death and the Maiden.
Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Fazit über die Komplexität und Eigenheiten des untersuchten Sujets.
Kammerspiel-Thriller, Suspense, Spannungserzeugung, Dramaturgie, räumliche Begrenzung, Identifikationsfigur, psychologische Bedrohung, Filmgenre, Hitchcock, filmische Analyse, Schauplatz, Intimität, filmische Struktur, Handlungsdynamik.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des „Kammerspiel-Thrillers“ als eine spezifische filmische Form, die Spannung durch räumliche und personelle Reduktion sowie durch gezielten Einsatz von Suspense erzeugt.
Die Themen umfassen die Anatomie des Thriller-Genres, die historischen Grundlagen des Kammerspiels (Theater und deutscher Stummfilm) sowie die dramaturgische Analyse von Schauplätzen und Spannungsstrukturen.
Ziel ist es, dramaturgische Merkmale aufzuzeigen, wie Autoren und Filmemacher mit einer Limitierung der Mittel umgehen, um dennoch eine hohe Spannung beim Rezipienten zu erreichen.
Es erfolgt eine theoretische Herleitung der Genre-Merkmale, gefolgt von einer detaillierten Analyse von drei Beispielfilmen hinsichtlich ihrer narrativen Struktur und Inszenierung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Zwischenbilanz des Genres und einen umfassenden Analyseteil, der sich mit den Filmen Wait Until Dark, Misery und Death and the Maiden beschäftigt.
Die Arbeit fokussiert primär auf Begriffe wie Kammerspiel-Thriller, Suspense, Dramaturgie, räumliche Begrenzung und psychologische Bedrohung.
Der Schauplatz Wohnung wird für die blinde Protagonistin Suzy Hendrix von einem Ort der Ordnung zu einem Bereich, den sie durch das gezielte Löschen von Lichtquellen zu ihrem taktischen Vorteil umgestaltet.
Die Vergangenheit ist hier der zentrale Motor der Handlung; die gesamte Konfrontation zwischen den Charakteren basiert auf der retrospektiven Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse unter der Diktatur.
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