Examensarbeit, 2006
88 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Der Tod
1.0 Sterben und Tod – was ist das?
1.1 Ein Tabuthema in unserer Gesellschaft
1.2 Kindliche Erfahrungen mit Sterben und Tod
1.2.1 Sterben, Tod und Vergänglichkeit in der kindlichen Lebenswelt
1.2.2 Sterben und Tod in den Medien im Erleben des Kindes
1.2.3 Sterben und Tod eines Tieres im Erleben des Kindes
1.2.4 Sterben und Tod eines Verwandten im Erleben des Kindes
1.2.5 Sterben und Tod eines Freundes im Erleben des Kindes
1.2.6 Sterben und Tod von Geschwistern im Erleben des Kindes
1.3 Das kindliche Todeskonzept in den einzelnen Alterstufen
1.3.1 Kleinkinder unter drei Jahren
1.3.2 Kindergartenkinder zwischen drei und fünf Jahren
1.3.3 Grundschulkinder zwischen sechs und neun Jahren
1.3.4 Schulkinder zwischen zehn und vierzehn Jahren
1.3.5 Jugendliche
2 Die Trauer
2.0 Die Trauer - Was ist das?
2.0 Definition und Funktion der Trauer
2.1 Die Phasen der Trauer
2.1.1 Die Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens
2.1.2 Die Phase der aufbrechenden Emotion
2.1.3 Die Phase des Suchens und Sich-Trennens
2.1.4 Die Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs
2.2 Ausdruck kindlicher Trauer
2.2.1 Freude und Trauer
2.2.2 Gefühlschaos
2.2.3 Nicht-Wahrhaben-Wollen
2.2.4 Schuldgefühle
2.2.5 Wut und Zorn
2.2.6 Angst
2.2.7 Nachahmung
2.3 Die Begleitung des Kindes in seiner Trauer
2.3.1 Aufmerksame, einfühlsame und sensible Begleitung
2.3.2 Vorbereitung
2.3.3 Klare Antworten
2.3.4 Gemeinschaft
2.3.5 Rituale
2.3.6 Symbole der Erinnerung
2.3.7 Orientierung, Stabilität und Kontinuität
3 Das Bilderbuch
3.0 Kategorisierung des Bilderbuches
3.0 Funktionen des Bilderbuches
3.1 Tod in der Kinderliteratur
3.2 Können Bilderbücher dem trauernden Kind helfen?
4 Analyse des Bilderbuches „Abschied von Rune“ von Wenche Øyen und Marit Kaldhol
Informationen zur Autorin und Illustratorin
4.0 Inhaltliche Analyse
4.0.1 Inhaltsangabe
4.0.2 Realitäts- und Problemgehalt
4.1 Stilanalyse
4.1.1 Äußere Aufmachung
4.1.2 Bildanalyse
4.1.3 Sprache
4.1.4 Adressatenbezug
4.2 Didaktisch-methodische Fragestellung
4.3 Fazit
5 Didaktische Überlegungen
5.0 Fächerübergreifende Möglichkeiten des Themas
5.0.1 Eine Projektarbeit zum Thema „Tod und Sterben“
5.1 Durchführung eines Elternabends
6 Schlusswort
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die didaktischen Möglichkeiten, das existenziell bedeutsame und gesellschaftlich oft tabuisierte Thema „Tod und Trauer“ im Grundschulunterricht zu behandeln. Zentrales Ziel ist es, Lehrkräften Hilfestellungen zu bieten, wie sie Kinder in Trauersituationen einfühlsam begleiten und durch den gezielten Einsatz geeigneter Medien – insbesondere des Bilderbuches „Abschied von Rune“ – bei der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod unterstützen können.
1.2.6 Sterben und Tod von Geschwistern im Erleben des Kindes
Die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, die über viele Jahre sterbende Kinder begleitet und mit ihnen gearbeitet hat, behauptet, „daß nicht die sterbenden Erwachsenen, nicht die sterbenden Kinder und nicht die Eltern von sterbenden Kindern die vernachlässigste Gruppe von Menschen sind, sondern die Geschwister von sterbenden Kindern.“60 Wie dies zu verstehen ist, möchte ich im Folgenden erläutern.
Liegt ein krankes oder sterbendes Kind im Krankenhaus, so ist es nur verständlich, dass die Eltern versuchen, die meiste Zeit bei ihm zu sein. Sie schenken dem kranken Kind in dieser Zeit ihre ganze Aufmerksamkeit, Fürsorge und Liebe. Hat das sterbende Kind noch Geschwister, so müssen diese ihre Eltern, in der ohnehin schon schweren Zeit, entbehren. In der Regel gibt es jemanden aus dem näheren Umfeld der Familie, der das Geschwisterkind oder die Geschwisterkinder61 zu Hause mit dem Nötigsten versorgt. In den seltensten Fällen jedoch wagt jemand mit dem Kind über die Situation und den Zustand des kranken Geschwisterkindes zu sprechen, seine Fragen zu beantworten, seine Trauer und Sorgen aufzufangen und ihm viele Ängste zu nehmen.62
Sind die Eltern einmal zu Hause, sind sie meist so mit ihrer eigenen Trauer, Hilflosigkeit, Angst und Ohnmacht beschäftigt, dass es ihnen kaum gelingt, sich dem Kummer des gesunden Kindes zu widmen. Als Ausweg aus dieser bedrängenden Situation, versuchen Eltern oft ihre wahren Gefühle so zu überspielen, dass dem Kind jede Möglichkeit genommen wird, über seine Sorgen und Ängste zu sprechen. „Niemand wagt, mit dem anderen zu weinen.“63
Auch nachdem das Geschwisterkind gestorben ist, ändert sich an der Situation zu Hause wenig. Die Eltern sind zwar nun wieder öfter zuhause, jedoch die meiste Zeit in ihrer Trauer und ihrem Leid versunken. Das Kind muss so nicht nur die Trauer und die Sorgen um den Tod des Geschwisterkindes ertragen, sondern zusätzlich auch das veränderte und befremdlich wirkende Verhalten der Eltern und Angehörigen.
1. Der Tod: Dieses Kapitel vermittelt Basiswissen über gesellschaftliche Erfahrungen mit dem Tod und erläutert die verschiedenen Todeskonzepte, die Kinder je nach Alter und Entwicklungsstand entwickeln.
2 Die Trauer: Hier wird der Trauerprozess definiert und in seine Phasen gegliedert; zudem wird beleuchtet, wie Kinder trauern und wie Erwachsene sie dabei unterstützen können.
3 Das Bilderbuch: Dieser Teil untersucht das Bilderbuch als pädagogisches Medium und analysiert, inwiefern es trauernden Kindern bei der Bewältigung ihrer Erlebnisse helfen kann.
4 Analyse des Bilderbuches „Abschied von Rune“ von Wenche Øyen und Marit Kaldhol: Das Kapitel bildet den Schwerpunkt der Arbeit und bietet eine detaillierte inhaltliche sowie stilanalyse des Werkes inklusive didaktischer Reflexion.
5 Didaktische Überlegungen: Hier werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Thema „Tod und Trauer“ fächerübergreifend in den Unterricht integriert werden kann, inklusive praktischer Ansätze für Elternabende.
Tod, Trauer, Grundschule, Bilderbuch, Kinderliteratur, Abschied von Rune, Trauerbewältigung, Kindliche Entwicklung, Todeskonzept, Trauerphasen, Elternarbeit, Tod eines Freundes, Didaktik, Projektarbeit, Sterben.
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Herausforderung, Kindern das Thema Tod und Trauer behutsam nahezubringen, um ihnen den Umgang mit Verlusten zu erleichtern.
Die zentralen Felder sind das kindliche Verständnis vom Tod, der Trauerprozess bei Kindern, die Rolle von Kinderliteratur als Begleitmedium und die didaktische Umsetzung im schulischen Kontext.
Das Hauptziel ist es, Erzieher und Lehrer für das Thema zu sensibilisieren und ihnen konkrete methodische Hilfestellungen für den professionellen Umgang mit trauernden Kindern an die Hand zu geben.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse zum kindlichen Todes- und Trauerverständnis sowie auf eine detaillierte qualitativ-analytische Untersuchung des Bilderbuches „Abschied von Rune“.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die psychologischen Aspekte von Tod und Trauer, gefolgt von einer medienpädagogischen Analyse des Bilderbuches und der Vorstellung konkreter didaktischer Projekte.
Kernbegriffe sind Tod, Trauer, Grundschulpädagogik, Bilderbuchanalyse, Trauerbegleitung und kindgerechte Kommunikation.
Das Buch gilt als „Klassiker“ der realistischen Kinderliteratur, da es die Thematik Tod und Trauer kindernah aufgreift und vielfältige Gesprächsanlässe für den Unterricht bietet.
Die Familie fungiert als zentrales „Auffangnetz“; die Arbeit unterstreicht, wie wichtig die offene und ehrliche Begleitung durch Eltern und Bezugspersonen für die Verarbeitung eines Verlustes ist.
Kritisiert wird die gesellschaftliche Tabuisierung von Tod und Sterben, die dazu führt, dass Kinder oft von schmerzhaften, aber lehrreichen Erfahrungen ferngehalten werden, was ihre eigene Trauerarbeit erschwert.
Die Lehrkraft sollte dem Kind Sicherheit bieten, Raum zur Trauer lassen, den Verlust im Klassenverband thematisieren und dabei stets auf eine einfühlsame, ehrliche und altersgerechte Kommunikation achten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

