Magisterarbeit, 2007
121 Seiten, Note: 2,6
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Einleitung (Ziele und Daten der Arbeit)
1. Zielsetzung der vorliegenden Arbeit
2. Zu den Quellen
3. Zur Transliteration der Beispiele
4. Aufbau der Arbeit
Theoretischer Teil
1. Methoden und Planung bei soziolinguistischen Untersuchungen
2. Zur Befragung
3. Soziale Funktionen der Grüße
4. Der Gruß im interkulturellen Vergleich
Praktischer Teil: Kontrastive Analyse
Kontaktaufnahme
1. Begegnungsgrüße im Vergleich
1.2. Mit einer Tageszeit verbundene Grüße
1.2.1. Guten Morgen! Morgen! Moin!
1.2.2. Guten Tag! Tag! Tagchen! Tach!
1.2.3. Mahlzeit!
1.2.4. Guten Abend! Abend! n`Abend!
1.3. Von der Tageszeit unabhängige Grüße
1.3.1. Grüß dich! und Grüß Sie!
1.3.2. Hallo! Hallöle! Hi!
1.3.3. Servus!
1.3.4. Küss` die Hand!
1.3.5. Willkommen! und Herzlich willkommen!
2. Befindlichkeitsfragen
2.1. Befindlichkeitsfragen als grußbegleitende Äußerungen
2.2. Auf Frage nach dem Befinden reagieren
3. Überraschungsfragen
3.1. Auf Überraschungsfragen reagieren
3.2. Erstaunensausrufe bei unerwarteten Begegnungen
3.3. Evidenzfragen und Evidenzbemerkungen als Grußäußerungen
4. Grüße bei Telefongesprächen
4.1. Sich als Anrufender am Telefon vorstellen und begrüßen
5. Nonverbale Grüße im Vergleich
5.1. Handbewegungen beim Distanzgruß
5.1.1. Das Handheben
5.1.2. Das Heranwinken
5.1.3. Das Hände-Entgegenstrecken
5.2. Kopfbewegungen und Mimik beim Distanzgruß
5.2.1. Der Augengruß
5.2.2. Der Lidgruß
5.2.3. Das Lächeln
5.2.4. Das Nicken und die Verbeugung
5.3. Der Kontaktgruß
5.3.1. Das Händeschütteln und der Händedruck
5.3.2. Der Handkuss
5.3.3. Der Kuss auf die Wange
5.4. Andere nonverbale Formen des Grußes im Vergleich
5.4.1. Das Niederknien
5.4.2. Das Lüften des Hutes
Kontaktbeendigung
6. Abschiedsgrüße
6.1. Von der Tageszeit unabhängige Abschiedsgrüße
6.1.1. Auf Wiedersehen! Auf Wiederschauen!
6.1.2. Tschüß!
6.1.3. Leb(t) wohl!
6.1.4. Mach`s gut!
6.1.5. Bleibe gesund!
6.1.6. Bis ...!
6.2. Von der Tageszeit abhängige Abschiedsgrüße
6.2.1. Guten Tag! Guten Abend!
6.2.2. Gute Nacht! Nacht!
7. Abschiedsgrüße bei Telefongesprächen
8. Alle Gruß- und Abschiedsformeln im Überblick
9. Fazit
10. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht kontrastiv den Gebrauch von Begrüßungs- und Abschiedsformeln im Deutschen und im Ukrainischen, um kulturelle Unterschiede und Ähnlichkeiten bei der Gestaltung zwischenmenschlicher Kommunikation offenzulegen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die situationsabhängige Wahl von Formeln sowie die Rolle von sozialen Machtverhältnissen und kulturellen Hintergründen.
1. 2. 1. Guten Morgen! Morgen! Moin!
Der Morgengruß Guten Morgen! wird in Deutschland und in der Ukraine in den meisten Begegnungssituationen am Morgen verwendet:
Laut Bolhöfer ist guoten morgen! im Mittelhochdeutschen erst seit Ende des 12. Jahrhunderts allgemein gebräuchlich. Die vollständigen Formeln für diese Begrüßung lauteten damals: Got gebe dir guoten morgen! und Got gebe dir saeligen morgen!. Diese Grußformeln haben im Mittelhochdeutschen die hochfeierliche Bedeutung gehabt. Später verkürzte man diese langen Grußformeln auf guoten morgen!.
Die Verwendung dieser Grußformel in der Ukraine unterliegt denselben Bedingungen wie die des deutschen Grußes. Diese Grußformel wird zeitlich von den frühen Morgenstunden bis etwa 11-12 Uhr verwendet, wie in offiziellen als auch in nichtoffiziellen Situationen. Zu Ausnahmen gehören Kontakte unter Kindern, Schülern und Jugendlichen, die sich sehr selten mit Guten Morgen! begrüßen. Sogar am frühen Morgenstunden auf dem Weg zur Schule begrüßen sich die Jugendlichen mit Hallo! oder Hi!.
In der Familie wird diese Formel oft gebraucht. Sowohl Eltern, als auch Kinder begrüßen einander mit Guten Morgen!. Das gilt für beide Sprachen.
1. Zielsetzung der vorliegenden Arbeit: Definiert das Ziel, Unterschiede und Ähnlichkeiten in den Begrüßungs- und Abschiedsformeln zwischen Deutschen und Ukrainern kontrastiv zu untersuchen.
2. Zu den Quellen: Erläutert die Datengrundlage, die auf primären Erfahrungen, eigenen Beobachtungen und sekundärer Fachliteratur basiert.
3. Zur Transliteration der Beispiele: Beschreibt das verwendete System zur wissenschaftlichen Transliteration des ukrainischen Alphabets in lateinische Schriftzeichen.
4. Aufbau der Arbeit: Gibt einen Überblick über die zweigeteilte Struktur in einen theoretischen und einen praktischen (empirischen) Teil sowie die thematische Aufteilung der Kapitel.
Begrüßungsformeln, Abschiedsformeln, Kontrastive Linguistik, Pragmatik, Ukrainisch, Deutsch, Soziolinguistik, Kommunikation, Grußrituale, Höflichkeit, nonverbale Kommunikation, Telefongespräche, Interkultureller Vergleich.
Die Arbeit befasst sich mit der kontrastiven pragmatischen Analyse der Begrüßungs- und Abschiedsformeln im Deutschen und im Ukrainischen.
Es werden verbale Grußformeln, nonverbale Gesten, die Bedeutung von Tageszeiten, soziale Statusverhältnisse und die Besonderheiten von Telefongesprächen thematisiert.
Ziel ist es, Unterschiede und Ähnlichkeiten im Kommunikationsverhalten aufzuzeigen, um interkulturelle Missverständnisse zwischen Ukrainern und Deutschen zu minimieren.
Der Autor nutzt eine Kombination aus Analyse von Sekundärquellen, schriftlichen Befragungen von Muttersprachlern und nichtstandardisierter Beobachtung von Gesprächen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kontrastive Analyse der Kontaktaufnahme (Begrüßungen) und der Kontaktbeendigung (Abschiede), inklusive nonverbaler Kommunikation.
Die wichtigsten Schlagworte sind Pragmatik, interkultureller Vergleich, Grußformeln, Höflichkeitskonventionen und soziale Kommunikation.
Während es in Deutschland üblich ist, Kunden aktiv zu begrüßen, wird in der Ukraine oft eine abwartende Haltung eingenommen, um den Kunden nicht beim Umsehen zu stören.
Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Anrede mit Titel als Zeichen von Respekt gilt, ist die Anrede mit Titel in der Ukraine unüblich und kann ironisch oder beleidigend wirken.
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