Examensarbeit, 2007
61 Seiten, Note: 1,3
Arbeitsvorhaben und Aufbau der Arbeit
Teil I: Eine Annäherung von theoretischer Seite
1. Die Entwicklung des Forschungsdiskurses
2. Die Forschungskontroversen
3. Der Methodischer Ansatz
4. Einige Begriffsbestimmungen
Teil II: Die Magie im Mittelalter als Voraussetzung für die Entstehung des Hexenwesens
1. Die Magie – ein Erbe der klassischen Kultur der Antike
1.1 Die Graeco-romanische Welt
1.2 Das frühe Christentum und die Bibel
1.3 Das heidnische Europa
2. Die Zauberei und die Kirche
2.1 Die Meinung der Theologen
2.2 Die Zauberei der Priester und Päpste
3. Die Magie in der Volkstradition des Mittelalters
3.1 Die magische Praxis
3.1.1 Das Ritual und die Zauberbücher
3.1.2 Der magische Spruch
3.1.3 Der Bildzauber und der Liebeszauber
3.1.4 Die Wahrsagerei
3.2 Die Verwendung von Bibel, Psalmen, Sakramenten zu magischen Zwecken
3.3 Die Magie und die Wissenschaft
3.4 Die medicina magica
Teil III: Das mittelalterliche Hexenwesen und der Beginn der Hexenverfolgungen
1. Die Überformung der magischen Volkskultur durch die Hexenlehre
1.1 Der Dämonenpakt
1.2 Die Ketzer
2. Das Verhältnis von Kirche und Staat zur Magie
2.1 Die rechtliche Situation
2.2 Die Inquisition
3. Der Hexenstereotyp
4. Der „Malleus Maleficarum“ – Der Hexenhammer
4.1 Das Entstehungsumfeld und die Rezeption
4.2 Der Inhalt des Hexenhammers
4.3 Die Frauenfeindlichkeit im Titel
4.4 Die Beschuldigung der Hebammen als Hexen
5. Die Voraussetzungen für die Anfänge der Hexenverfolgungen
6. Die Anfänge der Hexenverfolgung
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die gesellschaftlichen Bedingungen, die im Mittelalter zur Entstehung und systematisierung des Hexenbildes führten. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die mittelalterliche Magievorstellung und die kirchliche Hexenlehre gegenseitig beeinflussten, um das Konstrukt der „Hexe“ als Feindbild zu etablieren.
Die Zauberei und die Kirche
Magie ist die einfache und unverhüllte Objektivierung des Wunsches in der menschlichen Vorstellung. Diesem Magiekonzept, welches auf dem „Weltbild der Primitiven“ basierte und einer Religion gleichkam, stand in der Forschung das eines Magiebestehens parallel zur Religion gegenüber, dem die antisozialen oder antireligiösen Entitäten zugeschoben wurden. Diese Dichotomie von Magie und Religion wurde zuerst von Frazer in seiner Studie „The Golden Bough“ (1911) aufgegriffen. Doch noch heute ist nicht eindeutig entschieden, welcher Entwicklung man als der ersten den Vorrang geben soll bzw. ob sie von Anfang an so eng miteinander verwoben waren. Selbst eine komplexe, absolut abgrenzende Definition beider ist nicht möglich. „Auch Beth stellt fest, dass Religion nur verhältnismäßig selten ganz magiefrei erscheine, ja, dass alle Einstellung des Menschen zum Übersinnlichen zwischen den zwei Polen des Magischen und des Religiösen vibriere.“
So existierte in der christlichen Religion ein „ganzer Komplex von offensichtlich magischen Vorstellungen und Praktiken wie z.B. Liebes-, Todes-, Bild- und Heilzauber […], der noch dazu untrennbar mit dem religiösen Brauchtum, Heiligen- und Reliquienkult verbunden“ war.
Arbeitsvorhaben und Aufbau der Arbeit: Einführung in das Thema der Magie und des Hexenwesens im Mittelalter sowie Darstellung des methodischen Rahmens.
Teil I: Eine Annäherung von theoretischer Seite: Überblick über die Forschungsgeschichte, aktuelle Kontroversen und die methodische Herangehensweise an das Thema.
Teil II: Die Magie im Mittelalter als Voraussetzung für die Entstehung des Hexenwesens: Analyse der antiken Wurzeln der Magie und der kirchlichen sowie volksreligiösen Einstellung dazu.
Teil III: Das mittelalterliche Hexenwesen und der Beginn der Hexenverfolgungen: Untersuchung der Transformation magischer Volkskultur in die kirchliche Hexenlehre und der daraus resultierenden Verfolgungspraxis.
Magie, Hexenwesen, Mittelalter, Hexenverfolgung, Inquisition, Malleus Maleficarum, Dämonologie, Ketzerei, Volksglaube, Teufelspakt, Schadenzauber, Geschlechterrollen, Hexenstereotyp, Kirchengeschichte, Religionsgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der Genese des Hexenbildes im Mittelalter und untersucht, wie aus traditionellen Magievorstellungen ein Feindbild geformt wurde, das zur systematischen Hexenverfolgung führte.
Zentrale Themen sind die antiken Grundlagen der Magie, die Position der Kirche zur Zauberei, die Rolle der Inquisition und die Entstehung des Hexenstereotyps.
Das Ziel ist die Nachzeichnung der Entwicklungslinie von Magie über Heidentum und Häresie bis hin zum Hexenwesen, um die Hintergründe der wachsenden Ächtung und Verfolgung zu verstehen.
Die Arbeit nutzt den kulturhistorischen Ansatz der "kulturellen Deutungsmuster", um die Entstehung des Hexenbildes als Reaktion auf soziale, religiöse und politische Krisen zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Annäherung, die Ursprünge der Magie in Antike und Christentum sowie die detaillierte Darstellung des mittelalterlichen Hexenwesens und der beginnenden Verfolgungen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Dämonologie, Schadenzauber, Inquisitionsverfahren, Hexenstereotyp und das Konzept des kulturellen Deutungsmusters.
Hebammen hatten Zugang zu geburtshilflichem Wissen und waren oft allein unter Frauen, was im Kontext einer zunehmend misstrauischen und männerdominierten Kirche als suspekt galt und bei Säuglingssterblichkeit leicht zu Hexereivorwürfen führte.
Der Hexenhammer wird als maßgebliche Autorität für die Rechtspraxis der Hexenverfolger identifiziert, der half, bereits vorhandene volksmagische Ängste in eine dogmatisch begründete Theorie der Hexerei zu integrieren.
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