Magisterarbeit, 2006
81 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Kurze Geschichte des Verlagshauses
2.1 Die Anfänge
2.2 Erste Erweiterung zum Verlagshaus und der Fall Biermann
2.3 Die Nachwendezeit
2.3.1 Der Besitzerwechsel
2.3.2 Weitere Ergänzungen des Verlagshauses
2.4 Der neue Verleger
2.5 Die Eigentumsfrage
3 Die Entwicklung des Verlages von seiner Gründung bis zur Wiedervereinigung im Detail
3.1 Die Arbeitsbedingungen in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR
3.2 Das Programm und die Autoren
4 Was ändert sich mit der Wiedervereinigung?
4.1 Strukturveränderungen und die daraus resultierenden Probleme
4.1.1 Autorenrechte und Lizenzverträge
4.1.2 Der Buchhandel und das „Leseland“
4.1.3 Entlassungen, Kürzungen am Programm und die neue Bedeutung von Marketing und Werbung
4.1.4 Erfahrungen mit der westlichen Arbeitsweise eines Verlages
4.1.5 Die Affäre um Plusauflagen
4.1.6 Schutzfristen und positive Erfahrungen mit der Wende
4.2 Programmveränderungen
4.2.1 Profilbestimmung
4.2.2 Sachbuch und neue Editionen
4.2.3 Die Reform des Verlagshauses
4.2.4 Veränderungen am Programm aus ökonomischen Gründen
4.2.5 Erneuter Ausbau des Verlagshauses
4.2.6 Der Aufbau-Verlag im 21. Jahrhundert
5 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des Aufbau-Verlags von seiner Gründung im Jahr 1945 bis in das 21. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf die massiven Strukturveränderungen, die durch die deutsche Wiedervereinigung ausgelöst wurden. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie der Verlag den Transformationsprozess von der DDR-Planwirtschaft zur marktwirtschaftlichen Konkurrenz bewältigte und ob er sein Renommee sowie sein spezifisches literarisches Profil unter den neuen ökonomischen Rahmenbedingungen wahren konnte.
Die Anfänge
Der Grundstein des Verlages wurde am 16. August 1945 mit der Gründung der Aufbau-Verlag GmbH gelegt. Der Dichter Johannes R. Becher, dessen Name den Besatzern als Bürgschaft für die politische Richtung des Verlages galt, initiierte das Unternehmen im Auftrag des Kulturbundes zur Demokratischen Erneuerung Deutschlands. Noch im selben Monat erhielt der Verlag die notwendige Lizenz der sowjetischen Militäradministration und begann mit der Produktion der ersten Bücher. Im Frühjahr 1946 erwarb der Kulturbund e. V. durch notariellen Kaufvertrag alle Gesellschaftsanteile an der Aufbau-Verlag GmbH. 1947 wurde der aus dem Moskauer Exil zurückgekehrte Erich Wendt Verlagsleiter. In den ersten fünf Jahren seines Bestehens hat der Verlag 236 Erstauflagen in insgesamt 6,5 Millionen Exemplaren herausgegeben; mehr als die Hälfte dieser Bücher stammte aus der Feder von Schriftstellern, welche die NSDAP ins Exil getrieben hatte.
Walter Janka, der im Exil in Mexiko den Verlag El libro libre geleitet hatte, löste 1952 Erich Wendt als Verleger ab. 1955 wurde der Aufbau-Verlag auf Anweisung des Sekretärs des Magistrats von Berlin im Handelsregister von der Abteilung B für juristische Personen (Kapitalgesellschaften) – wie Aktiengesellschaften (AGs), Kommanditgesellschaften auf Aktien sowie Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHs) – in die Abteilung C für volkseigene und gleichgestellte Betriebe umgeschrieben; die handelsrechtliche Form der GmbH entfiel. Er blieb jedoch Eigentum des Kulturbundes. Nach Jankas Inhaftierung 1956 – auf welche an anderer Stelle noch eingegangen wird – trat Klaus Gysi dessen Nachfolge an.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Aufbau-Verlags als traditionsreiches Haus vor und formuliert das Ziel der Arbeit, den Wandel von der DDR-Ära bis zur Gegenwart zu analysieren.
2 Kurze Geschichte des Verlagshauses: Dieses Kapitel rekapituliert die Gründung 1945, die organisatorischen Erweiterungen in der DDR sowie den Übergang zum neuen Verleger Lunkewitz und die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten.
3 Die Entwicklung des Verlages von seiner Gründung bis zur Wiedervereinigung im Detail: Hier werden die Arbeitsbedingungen in der sowjetischen Besatzungszone, die Mechanismen der Zensur sowie die Programmgestaltung und Autorenbeziehungen unter den spezifischen Vorzeichen der DDR beleuchtet.
4 Was ändert sich mit der Wiedervereinigung?: Dieses Kapitel analysiert tiefgehend die strukturellen Probleme nach dem Mauerfall, den Kampf um Autorenrechte, das veränderte Leseverhalten sowie die notwendigen strategischen Neuausrichtungen und Reformen des Verlages.
5 Resümee: Das Schlusskapitel bilanziert die Entwicklung des Verlages und resümiert, dass der Aufbau-Verlag den Transformationsprozess vor allem durch seinen Autorenstamm und strategische Anpassungen überlebt hat.
Aufbau-Verlag, DDR-Literatur, Wiedervereinigung, Privatisierung, Lektorat, Verlagsgeschichte, Literaturzensur, Marktwirtschaft, Belletristik, Sachbuch, Verlagsrechte, Transformation, Kulturbund, Literaturpolitik, Verlagsmanagement
Die Arbeit analysiert die Überlebensstrategien und die strukturelle Entwicklung des bedeutenden Ost-Verlages Aufbau während und nach der Wendezeit.
Im Zentrum stehen die Verlagsgeschichte, die Auswirkungen der staatlichen Zensur in der DDR, die Privatisierung nach 1990 sowie der schwierige Übergang zur marktwirtschaftlichen Programmgestaltung.
Die Forschungsfrage lautet, wie der Verlag den Wechsel zur Marktwirtschaft vollzog, welche Rolle dabei der Erhalt der literarischen Identität spielte und wie er sich im gesamtdeutschen Markt behauptete.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Auswertung von Presseberichten, Programmvorschauen, Verlagsarchiven sowie Experteninterviews mit ehemaligen und aktuellen Akteuren der Verlagsleitung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der DDR-Zeit sowie eine detaillierte Untersuchung der Strukturbrüche, Autorenverluste und der Neuausrichtung des Portfolios nach der Wiedervereinigung.
Die zentralen Schlagworte umfassen Verlagsgeschichte, Transformationsprozess, DDR-Kulturpolitik, Autorenrechte und den Übergang von Plan- zu Marktwirtschaft.
Die Plusauflagen waren eine Praxis, bei der der Verlag im Auftrag des DDR-Staates westliche Literatur ohne Lizenzierung heimlich nachdruckte, was nach der Wende zu erheblichen rechtlichen und finanziellen Problemen führte.
Der Verlag setzte auf eine Mischkalkulation, bei der erfolgreiche Massen- und Sachbuch-Titel die anspruchsvollen, aber verkaufsschwachen literarischen Werke quersubventionierten, um so die wirtschaftliche Stabilität zu sichern.
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