Doktorarbeit / Dissertation, 2008
420 Seiten
1. Ausgangslage: Beweggründe – Hintergründe – Begriffe
1.1 Untersuchungsgegenstand – Problemlage – Thesen
1.2 Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes–Analyse der Formalien
1.3 Einordnung des Verlages: Analyse der SPD Mediengesellschaft und Verlage
1.4 Begriffliche Vorbetrachtungen: „Linksextremismus“ – „Antifaschismus“ – „demokratische Rechte“ – „Neue Rechte“
2. Analyse der Zeitschrift „blick nach rechts“
2.1 Medium des „Antifaschismus“: Linksextreme Publikationen–von der Propaganda zur Tat
2.2 Geschichte des bnr
2.3 Analyse der bnr Jahrgänge 1990 – 2004
2.3.1 Analyse ausgewählter Fallbeispiele
2.3.2 Akteursanalyse ausgewählter Autoren des bnr
3. Der „blick nach rechts“ als „antifaschistisches“ Symptom politischer Kultur der Bundesrepublik Deutschland (Schlußbetrachtung)
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zeitschrift „blick nach rechts“ (bnr) als ein Instrument der politischen Einflussnahme und deren Einbindung in parteipolitische sowie behördliche Strukturen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei, wie das Medium durch eine spezifische „antifaschistische“ Deutung politischer Ereignisse und durch Netzwerke zur Diskurssteuerung beiträgt.
1.1 Untersuchungsgegenstand – Problemlage – Thesen
Warum eine Arbeit über eine Zeitschrift wie den „blick nach rechts“ (bnr)? Der bnr ist keine normale Publikumszeitschrift. Sie ist in keinem Zeitschriftenladen erhältlich, sondern muß abonniert werden. Die im schlichten Layout gehaltene, auf gelbem Papier gedruckte, meist zwischen 10 und 20 Seiten umfassende Schrift versteht sich vielmehr als ein Informationsdienst für Multiplikatoren.
Mit nur wenigen, aber dafür wichtigen Adressaten, welche als Meinungsträger Themen der politischen Agenda beeinflussen und setzen können, erscheint der bnr im Untersuchungszeitraum 1984 bis 2004 hauptsächlich in gedruckter Fassung unter der institutionellen Schirmherrschaft der „Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ und ist über die „vorwärts“-Verlagsgesellschaft zu 100% eingebunden in die parteieigene Mediengesellschaft DDVG (Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH).
Während andere Pressedienste - aus einem solchen hat sich der bnr entwickelt - von der SPD 1995 eingestellt wurden, existiert dieser seit 1984 kontinuierlich weiter. Dieser lange Zeitraum unterstreicht seine Stellung und Wichtigkeit innerhalb der Partei.
1. Ausgangslage: Beweggründe – Hintergründe – Begriffe: Das Kapitel führt in den Untersuchungsgegenstand ein und entwickelt aus einer Problemanalyse thesenartige Ausgangspunkte für die folgende Untersuchung.
2. Analyse der Zeitschrift „blick nach rechts“: Der Hauptteil analysiert die Geschichte, die Publikationsmethoden und die inhaltliche Ausrichtung des Mediums über den Zeitraum von 1990 bis 2004 anhand von Fallbeispielen.
3. Der „blick nach rechts“ als „antifaschistisches“ Symptom politischer Kultur der Bundesrepublik Deutschland (Schlußbetrachtung): Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das bnr als Symptom einer bestimmten politischen Kultur in Deutschland ein.
blick nach rechts, bnr, SPD, Antifaschismus, Linksextremismus, Neue Rechte, Verfassungsschutz, politische Kultur, Publizistik, Medienholding, DDR, Stasi, Extremismus, politische Einflussnahme, Diskurssteuerung
Die Arbeit analysiert die Zeitschrift „blick nach rechts“ (bnr) als ein politisches Instrument, das im Umfeld der SPD agiert und als „Informationsdienst“ fungiert, um Diskurse über politisch rechte Bestrebungen zu beeinflussen.
Zentrale Felder sind die institutionelle Anbindung des bnr an die SPD, seine publizistischen Methoden, der Gebrauch des Antifaschismus-Begriffs und die Vernetzung zu staatlichen sowie linksextremen Akteuren.
Das primäre Ziel ist es, die Rolle des bnr als Symptom der politischen Kultur in der Bundesrepublik Deutschland zu untersuchen und aufzuzeigen, wie das Medium zur Verschiebung des politischen Koordinatensystems beiträgt.
Die Untersuchung basiert auf einer inhaltsanalytischen Auswertung der bnr-Jahrgänge 1990–2004 sowie der Analyse von Formalien und Akteursnetzwerken unter Verwendung des kritischen Rationalismus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Geschichte des bnr, eine Untersuchung der Publikationsmethoden und eine fallbeispielbasierte Analyse der Berichterstattung über verschiedene politische Akteure.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie bnr, SPD, Antifaschismus, Linksextremismus, Neue Rechte, Verfassungsschutz und politische Kultur charakterisieren.
Das Archiv wird als ein zentraler Bestandteil für die „antifaschistische“ Arbeit des bnr identifiziert, da es als Materialfundus für die Diskreditierung politischer Gegner diente.
Die Arbeit bewertet die Einbindung des bnr in die SPD-Medienholding DDVG als Versuch, den parteipolitischen Einfluss des Mediums hinter einer Fassade des „überparteilichen Informationsdienstes“ zu verschleiern.
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