Diplomarbeit, 2007
78 Seiten, Note: 1,7
1. Fragestellung
2. Einleitung
Erster Teil – Das Modell vom Inneren Team
1. Schulz von Thun und das Modell vom Inneren Team
2. Innere Pluralität
2.1 Arbeitstechnik des Modells
2.2 Vielfalt der Teammitglieder
2.3 Herkunft der inneren Stimmen
3. Wissenschaftliche Grundlage des Modells
4. Das Oberhaupt und die Aufgaben der inneren Führung
4.1 Die innere Ratsversammlung
4.2 Der Führungsstil
5. Innere Teamkonflikte
5.1 Aufdeckung der Konfliktparteien
5.2 Dialog
5.3 Aussöhnung und Verständigung
6. Aufbau und Entwicklung der Persönlichkeit
6.1 Die Antipoden oder der Gegenpol der Stammspieler
6.1.1 Erste Ausschlussstufe
6.1.2 Zweite Ausschlussstufe
6.1.3 Dritte Ausschlussstufe
6.2 Ausschlussstufe und Abwehrmechanismen
6.3 Stammspieler, Antipoden, Persönlichkeit – ein Fazit
7. Variationen der inneren Mannschaftsaufstellung
7.1 Personenbezogene Grundaufstellung
7.2 Themenbezogene Mannschaftsaufstellung
8. Inneres Team und Gehalt einer Situation
8.1 Wie lässt sich eine Situation erfassen?
8.2 Die Stimmigkeit als Ideal
9. Kritische Auseinandersetzung mit dem Modell
Zweiter Teil – Streetwork
1. Streetwork - eine Einführung
2. Streetwork – Anfänge und Begriffsklärung
3. Gesetzliche Grundlage und Finanzierung
4. Die Zielsetzung von Streetwork
5. Die Zielgruppe von Streetwork
6. Die Arbeitsprinzipien von Streetwork
7. Tätigkeitsbereiche und Angebote von Streetwork
8. Rahmenbedingungen von Streetwork
9. Spannungen zwischen Auftrag und Wirklichkeit
Dritter Teil – Das doppelte Mandat
1. Die soziale Rolle – Erwartungen und Konflikt
2. Das doppelte Mandat in der Sozialen Arbeit
3. Der Auftrag des Arbeitgebers
4. Der Auftrag des Klienten
5. Das doppelte Mandat im Streetwork
Vierter Teil – Rollenklärung mit Hilfe des Modells
1. Klärung des beruflichen Selbstverständnisses mit Hilfe des Modells
1.1 Die innere Ratsversammlung zum beruflichen Selbstverständnis des Streetworkers
1.1.1 Identifikation und Anhörung der Teammitglieder
1.1.2 Brainstorming
1.1.3 Integrierte Stellungnahme
2. Praktischer Nutzen des geklärten beruflichen Selbstverständnisses
2.1 Einfluss des beruflichen Selbstverständnisses auf die Wahl der Arbeitsstelle
3. Mannschaftsaufstellung und situativer Kontext
3.1 Mannschaftsaufstellung im klientenbezogenen Kontext
3.2 Mannschaftsaufstellung im institutionsbezogenen Kontext
3.3 Fazit der Auseinandersetzung mit dem situativen Kontext
1. Abschließende Einschätzungen zur Wirkungsfähigkeit des Modells
2. Persönliches Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Rollenkonflikt, dem Streetworker durch das doppelte Mandat zwischen institutionellen Anforderungen und den Interessen der Klienten ausgesetzt sind. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen des Modells vom Inneren Team nach Friedemann Schulz von Thun als Methode zur Rollenklärung und Bewältigung dieses Konflikts zu prüfen.
1.1 Identifikation und Anhörung der Teammitglieder
Der Humanist: Ganz vorne an der Kontaktlinie ergreift sofort der Humanist das Wort. Dieser ist von einem positiv geprägten Wesen des Menschen überzeugt und macht sich für einen von Menschlichkeit geprägten Umgang stark. Dies beinhaltet gegenseitigen Respekt und Toleranz. Vor diesem Hintergrund soll jeder einzelne die Freiheit haben, seine Persönlichkeit in sozialer Verantwortung frei zu entfalten, was eine Vielfältigkeit an Lebensformen mit sich bringt. Diese Vielfalt erlebt der Humanist als Bereicherung. Der Humanist setzt sich ein, um bestehendes Leid zu minimieren und die Menschenwürde zu wahren (vgl. Möller, 2006, S.1f.).
Der unterstützende Förderer: Diese Stimme im beruflichen Selbstverständnis will den Klienten auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit begleiten. Die Aufgaben und Anforderungen die sich dabei ergeben, sollen durch gezielte Hilfestellung sowie Aufzeigen und Nutzen persönlicher Ressourcen zunehmend selbständig übernommen werden. Der Klient soll in seinen Fähigkeiten gefördert werden, um so die entstandenen Benachteiligungen ausgleichen zu können. Dieses Teammitglied zeichnet sich dem Klienten gegenüber durch eine parteiliche, akzeptierende und vertrauliche Grundhaltung aus.
Der Emanzipationsorientierte: Das Anliegen dieser Stimme liegt darin, den Adressaten von einem Zustand des Angewiesenseins oder gar der Abhängigkeit gegenüber sozialarbeiterischer Unterstützung freizumachen. Bei diesem Prozess steht der Emanzipationsorientierte dem Klienten so lange wie nötig unterstützend zur Seite.
Die systemkritische Interessenvertretung: Das kapitalistische System scheint keinen Platz für all jene zu bieten, die nicht nach den Regeln von Arbeit und Konsum funktionieren. Doch diese sozial benachteiligten „Menschen sind da, ob sie uns passen oder nicht und sie müssen Rechte haben wie alle Bürger der Stadt“ (Disch, 2007, S.21). Tatsächlich haben diese Menschen keine Lobby und keine Stimme in der Öffentlichkeit. Deswegen muss auf die Missstände hingewiesen, für Akzeptanz und Problembewusstsein geworben und die Interessen der Adressaten vertreten werden. Die Forderung nach entsprechenden Maßnahmen muss an bestehende Strukturen herantragen und gegenwärtige, gesellschaftlich bedingte, Defizite ausgeglichen werden.
1. Fragestellung: Diese Einführung erläutert die zentrale Fragestellung der Arbeit: Wie kann Schulz von Thuns Modell vom Inneren Team bei der Bearbeitung des Rollenkonflikts in der aufsuchenden Sozialarbeit helfen?
2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Paradoxie des doppelten Mandats in der Sozialen Arbeit und führt in die Wahl des Arbeitsansatzes Streetwork sowie das persönliche Motiv des Verfassers ein.
Erster Teil – Das Modell vom Inneren Team: Dieser Teil legt die theoretischen Grundlagen des Modells dar, von der inneren Pluralität über die Arbeitstechnik bis hin zu Ansätzen der Persönlichkeitsentwicklung.
Zweiter Teil – Streetwork: Dieses Kapitel definiert den Arbeitsansatz Streetwork, beschreibt dessen gesetzliche Grundlagen, Prinzipien, Zielgruppen und die Spannungen zwischen institutionellem Auftrag und der Realität vor Ort.
Dritter Teil – Das doppelte Mandat: Der dritte Teil analysiert die soziologische Kategorie der sozialen Rolle und konkretisiert das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle im spezifischen Kontext der aufsuchenden Sozialarbeit.
Vierter Teil – Rollenklärung mit Hilfe des Modells: Im letzten Teil wird die praktische Anwendung des Modells durchgeführt, um das berufliche Selbstverständnis zu klären und Strategien für die Mannschaftsaufstellung in verschiedenen Kontexten zu entwickeln.
Streetwork, Soziale Arbeit, Doppeltes Mandat, Inneres Team, Friedemann Schulz von Thun, Rollenkonflikt, Professionelles Handeln, Klientenorientierung, Institutionelle Anforderungen, Hilfe und Kontrolle, Persönlichkeitsentwicklung, Mobile Jugendarbeit, Teamentwicklung, Situative Anpassung, Selbstverständnis
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Rollenkonflikt von Sozialarbeitern in der aufsuchenden Sozialarbeit (Streetwork), die durch das sogenannte doppelte Mandat – zwischen staatlichen Kontrollinteressen und der Hilfe für Klienten – entsteht.
Die zentralen Felder sind die Theorie des Inneren Teams nach Schulz von Thun, die Grundlagen und Prinzipien der Arbeit als Streetworker sowie die soziologische Analyse des doppelten Mandats in der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit das Modell vom Inneren Team dem Streetworker dazu dienen kann, sein berufliches Selbstverständnis zu klären, den Rollenkonflikt zu bearbeiten und eine professionelle Handlungsfähigkeit trotz widersprüchlicher Erwartungen zu bewahren.
Die Arbeit nutzt die theoretische Reflexion und die Anwendung des Modells vom Inneren Team auf die spezifische berufliche Praxis. Dabei werden fachwissenschaftliche Literatur und Konzepte der Sozialpädagogik sowie der Psychologie integriert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Modells vom Inneren Team, eine detaillierte Betrachtung des Arbeitsfeldes Streetwork und die Analyse des doppelten Mandats, gefolgt von einer praktischen Anwendung der Arbeitstechnik auf den Rollenkonflikt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Streetwork, doppeltes Mandat, Inneres Team, professionelles Selbstverständnis, Hilfe und Kontrolle, Rollenkonflikt und situative Anpassung.
Durch die Technik der inneren Ratsversammlung können verschiedene Anteile der Persönlichkeit (z.B. der "Humanist" oder der "Systemkritiker") identifiziert und zu einer integrierten Stellungnahme geführt werden, die dem Sozialarbeiter hilft, eine authentische und begründete Position zu beziehen.
Das Oberhaupt fungiert als zentrale Instanz, die eine reflektierende Metaposition einnimmt, um die verschiedenen inneren Stimmen zu moderieren, Konflikte zu managen und eine "Mannschaftsaufstellung" für die jeweilige soziale Situation zu treffen.
Da verschiedene Situationen unterschiedliche Anforderungen an den Streetworker stellen (mal sind eher unterstützende, mal eher kontrollnahe Ansätze gefragt), hilft die flexible Aufstellung des inneren Teams, situationsadäquat und "stimmig" zu handeln.
Nein, die Arbeit stellt fest, dass sich der Konflikt als strukturelles Merkmal nicht auflösen lässt. Das Modell hilft jedoch dabei, den Konflikt als "Schaukelpolitik" produktiv zu bearbeiten, anstatt sich einseitig und unreflektiert einer Seite zu unterwerfen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

