Examensarbeit, 2006
201 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Wortbildungsmorphologie
2.1 Kompositionen
2.1.1 Kompositionstypen
2.1.2 Kompositionsähnliche Strukturen
2.1.2.1 Affixoidbildungen
2.1.2.2 Dekomposition
2.1.2.3 Pseudokomposition
2.1.2.4 Zusammenbildung
2.1.2.5 Zusammenrückung
2.2 Derivationen
2.2.1 Präfixbildungen
2.2.2 Suffixbildungen
2.2.3 Präfix-/Suffixbildungen
2.3 Konversion
3 Untersuchung der Gedichte
3.1 Gedicht 1 – Abschied von Rom
3.1.1 Textgrundlage
3.1.2 Textanalyse
3.2 Gedicht 2 – Ahasver
3.2.1 Textgrundlage
3.2.2 Textanalyse
3.3 Gedicht 3 – Am Feiertag
3.3.1 Textgrundlage
3.3.2 Textanalyse
3.4 Gedicht 4 – Castellezlandschaft
3.4.1 Textgrundlage
3.4.2 Textanalyse
3.5 Gedicht 5 – Charon
3.5.1 Textgrundlage
3.5.2 Textanalyse
3.6 Gedicht 6 – Der Mensch
3.6.1 Textgrundlage
3.6.2 Textanalyse
3.7 Gedicht 7 – Die Gärten
3.7.1 Textgrundlage
3.7.2 Textanalyse
3.8 Gedicht 8 – Die Katze
3.8.1 Textgrundlage
3.8.2 Textanalyse
3.9 Gedicht 9 – Die Wolke
3.9.1 Textgrundlage
3.9.2 Textanalyse
3.10 Gedicht 10 – Ebenenher
3.10.1 Textgrundlage
3.10.2 Textanalyse
3.11 Gedicht 11 – Ein Leben nach dem Tode
3.11.1 Textgrundlage
3.11.2 Textanalyse
3.12 Gedicht 12 – Einfälle
3.12.1 Textgrundlage
3.12.2 Textanalyse
3.13 Gedicht 13 – Erde
3.13.1 Textgrundlage
3.13.2 Textanalyse
3.14 Gedicht 14 – Exotarium
3.14.1 Textgrundlage
3.14.2 Textanalyse
3.15 Gedicht 15 – Gleichzeitig
3.15.1 Textgrundlage
3.15.2 Textanalyse
3.16 Gedicht 16 – Grabstele
3.16.1 Textgrundlage
3.16.2 Textanalyse
3.17 Gedicht 17 – Heute 1
3.17.1 Textgrundlage
3.17.2 Textanalyse
3.18 Gedicht 18 – Hiroshima
3.18.1 Textgrundlage
3.18.2 Textanalyse
3.19 Gedicht 19 – Interview
3.19.1 Textgrundlage
3.19.2 Textanalyse
3.20 Gedicht 20 – Jeder
3.20.1 Textgrundlage
3.20.2 Textanalyse
3.21 Gedicht 21 – Juni
3.21.1 Textgrundlage
3.21.2 Textanalyse
3.22 Gedicht 22 – Machandelbaum
3.22.1 Textgrundlage
3.22.2 Textanalyse
3.23 Gedicht 23 – Märzschnee in München
3.23.1 Textgrundlage
3.23.2 Textanalyse
3.24 Gedicht 24 – Müllabfuhr
3.24.1 Textgrundlage
3.24.2 Textanalyse
3.25 Gedicht 25 – Nausikaa
3.25.1 Textgrundlage
3.25.2 Textanalyse
3.26 Gedicht 26 – Nicht aus Erde
3.26.1 Textgrundlage
3.26.2 Textanalyse
3.27 Gedicht 27 – Palermo
3.27.1 Textgrundlage
3.27.2 Textanalyse
3.28 Gedicht 28 – Rom 1961
3.28.1 Textgrundlage
3.28.2 Textanalyse
3.29 Gedicht 29 – Selbstbildnis mit sechzig Jahren
3.29.1 Textgrundlage
3.29.2 Textanalyse
3.30 Gedicht 30 – Zumutungen
3.30.1 Textgrundlage
3.30.2 Textanalyse
4 Schluss
5 Literaturverzeichnis
5.1 Linguistik
5.2 Literaturwissenschaft
5.2.1 Primärliteratur
5.2.2 Sekundärliteratur
5.3 Nachschlagewerke und Wörterbücher
6 Anhang
6.1 Morphologische Analyse
6.1.1 Gedicht 1 – Abschied von Rom
6.1.1.1 Kompositionen
6.1.1.2 Derivationen
6.1.1.3 Konversionen
6.1.2 Gedicht 2 – Ahasver
6.1.2.1 Kompositionen
6.1.2.2 Derivationen
6.1.2.3 Konversionen
6.1.3 Gedicht 3 – Am Feiertag
6.1.3.1 Kompositionen
6.1.3.2 Derivationen
6.1.3.3 Konversionen
6.1.4 Gedicht 4 – Castellezlandschaft
6.1.4.1 Kompositionen
6.1.4.2 Derivationen
6.1.4.3 Konversionen
6.1.5 Gedicht 5 – Charon
6.1.5.1 Kompositionen
6.1.6 Gedicht 6 – Der Mensch
6.1.6.1 Kompositionen
6.1.6.2 Derivationen
6.1.6.3 Konversionen
6.1.7 Gedicht 7 – Die Gärten
6.1.7.1 Kompositionen
6.1.7.2 Derivationen
6.1.7.3 Konversionen
6.1.8 Gedicht 8 – Die Katze
6.1.8.1 Kompositionen
6.1.8.2 Derivationen
6.1.8.3 Konversionen
6.1.9 Gedicht 9 – Die Wolke
6.1.9.1 Kompositionen
6.1.9.2 Derivationen
6.1.9.3 Konversionen
6.1.10 Gedicht 10 – Ebenenher
6.1.10.1 Kompositionen
6.1.10.2 Derivationen
6.1.10.3 Konversionen
6.1.11 Gedicht 11 – Ein Leben nach dem Tode
6.1.11.1 Kompositionen
6.1.11.2 Derivationen
6.1.11.3 Konversionen
6.1.12 Gedicht 12 – Einfälle
6.1.12.1 Kompositionen
6.1.12.2 Derivationen
6.1.12.3 Konversionen
6.1.13 Gedicht 13 – Erde
6.1.13.1 Kompositionen
6.1.13.2 Derivationen
6.1.13.3 Konversionen
6.1.14 Gedicht 14 – Exotarium
6.1.14.1 Kompositionen
6.1.14.2 Derivationen
6.1.14.3 Konversionen
6.1.15 Gedicht 15 – Gleichzeitig
6.1.15.1 Kompositionen
6.1.15.2 Derivationen
6.1.15.3 Konversionen
6.1.16 Gedicht 16 – Grabstele
6.1.16.1 Kompositionen
6.1.16.2 Derivationen
6.1.16.3 Konversionen
6.1.17 Gedicht 17 – Heute 1
6.1.17.1 Kompositionen
6.1.17.2 Derivationen
6.1.17.3 Konversionen
6.1.18 Gedicht 18 – Hiroschima
6.1.18.1 Kompositionen
6.1.18.2 Derivationen
6.1.18.3 Konversionen
6.1.19 Gedicht 19 – Interview
6.1.19.1 Kompositionen
6.1.19.2 Derivationen
6.1.19.3 Konversionen
6.1.20 Gedicht 20 – Jeder
6.1.20.1 Kompositionen
6.1.20.2 Derivationen
6.1.20.3 Konversionen
6.1.21 Gedicht 21 – Juni
6.1.21.1 Kompositionen
6.1.21.2 Derivationen
6.1.21.3 Konversionen
6.1.22 Gedicht 22 – Machandelbaum
6.1.22.1 Kompositionen
6.1.22.2 Derivationen
6.1.22.3 Konversionen
6.1.23 Gedicht 23 – Märzschnee in München
6.1.23.1 Kompositionen
6.1.23.2 Derivationen
6.1.23.3 Konversionen
6.1.24 Gedicht 24 – Müllabfuhr
6.1.24.1 Kompositionen
6.1.24.2 Derivationen
6.1.24.3 Konversionen
6.1.25 Gedicht 25 – Nausikaa
6.1.25.1 Kompositionen
6.1.25.2 Derivationen
6.1.25.3 Konversionen
6.1.26 Gedicht 26 – Nicht aus Erde
6.1.26.1 Kompositionen
6.1.26.2 Derivationen
6.1.26.3 Konversionen
6.1.27 Gedicht 27 – Palermo
6.1.27.1 Kompositionen
6.1.27.2 Derivationen
6.1.27.3 Konversionen
6.1.28 Gedicht 28 – Rom 1961
6.1.28.1 Kompositionen
6.1.28.2 Derivationen
6.1.28.3 Konversionen
6.1.29 Gedicht 29 – Selbstbildnis mit sechzig Jahren
6.1.29.1 Kompositionen
6.1.29.2 Derivationen
6.1.29.3 Konversionen
6.1.30 Gedicht 30 – Zumutungen
6.1.30.1 Kompositionen
6.1.30.2 Derivationen
6.2 Tabellenauszählungen
6.2.1 Gesamtauszählung
6.2.2 Präfixauszählung
6.2.3 Suffixauszählung
6.2.4 Konversionsauszählung
Die vorliegende Arbeit untersucht linguistische Strukturen und Textfunktionen von Wortbildungen innerhalb von 30 ausgewählten Gedichten von Marie Luise Kaschnitz. Ziel ist es, Regelmäßigkeiten sowie Unregelmäßigkeiten in der Verwendung dieser Wortbildungsprozesse aufzuzeigen und deren Rolle für die Bedeutungskonstitution in den lyrischen Texten zu analysieren.
3.1.2 Textanalyse
‚Abschied von Rom’ erschien in dem Gedichtsband Kein Zauberspruch, der 1972 – also zwei Jahre vor Marie Luise Kaschnitz’ Tod – veröffentlicht wurde. Das Gedicht gliedert sich in fünf Strophen, wobei die ersten vier Strophen aus jeweils acht Versen und die letzte Strophe aus sechs Versen bestehen. Es lassen sich alle drei Wortbildungsarten belegen.
Die Überschrift des Gedichts leitet thematisch das Verlassen der Stadt Rom ein. Die Konversion Abschied (1.1) verstärkt die Vorstellung von einem Ende, durch das enthaltene Affixoid {ab} der Basis abscheiden. Die Erwartungshaltung aus der Überschrift erfüllt sich in der ersten Strophe, in der von der Villa Medici gesprochen wird. Diese Villa befindet sich auf dem Pincio-Hügel in Rom. Die Lage der Villa auf einem Berg wird durch das Kompositum hinaufging (1.2) dargestellt, das hier die Richtung nach oben angibt. Der Gebrauch des Präteritums lässt die Strophe als einen Rückblick auf vergangene Momente erscheinen. Die Strophe schließt mit dem Determinativkompositum Judasbaum (1.9), den man auf der einen Seite als ein typisches Gewächs im Mittelmeerraum betrachten kann, aber auch der Legende nach mit Judas Ischariot in Verbindung bringen kann, der sich an einem solchen Baum erhängt haben soll.
In der zweiten Strophe tritt nun ein Wechsel vom Alten zum Neuen ein, hervorgehoben durch den Tempuswechsel vom Präteritum zum Präsens. Das Ende des Alten wird signalisiert durch die Affixoidbildung absterben (1.11) mit der Modifikation weg. Das Neue wird ebenfalls mit einer Affixoidbildung auftauchst (1.12) eingeleitet, das eine inchoative Funktion hat. Das neu Auftauchende ist die australische Stadt Sydney, die im Gegensatz zu Rom, das die Antike und das Alte repräsentiert, für die Moderne und das Neue steht mit dem „extremen Kontrast zu der sie umgebenden Wildnis“118. Das Adjektiv undurchdringlich (1.17) beschreibt hier diese Wildnis. Mit dem Präfix {un} wird das Unmögliche hervorgehoben.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die linguistischen Grundlagen der Wortbildung nach SIMMLER und stellt den Textkorpus sowie die Zielsetzung der morphologischen Untersuchung der Kaschnitz-Gedichte vor.
2 Wortbildungsmorphologie: Dieses Kapitel definiert theoretisch die wesentlichen Wortbildungsprozesse (Komposition, Derivation, Konversion) und stellt die methodischen Kriterien für deren Analyse innerhalb der Arbeit auf.
3 Untersuchung der Gedichte: Dieser Hauptteil analysiert detailliert dreißig ausgewählte Gedichte von Marie Luise Kaschnitz hinsichtlich ihrer Wortbildungen und vergleicht die Ergebnisse mit existierenden literaturwissenschaftlichen Interpretationen.
4 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse der quantitativen und qualitativen Untersuchung zusammen und diskutiert die Bedeutung der Wortbildung für die lyrische Struktur der untersuchten Texte.
5 Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche verwendeten linguistischen Fachwerke, literaturwissenschaftlichen Primär- und Sekundärquellen sowie Nachschlagewerke aufgelistet.
6 Anhang: Der Anhang enthält umfangreiche tabellarische Analysen aller Wortbildungen nach Gedichten und Wortbildungstypen sowie die statistischen Auswertungen der Gesamtzählung, Präfix- und Suffixauszählung.
Wortbildung, Morphologie, Komposition, Derivation, Konversion, Marie Luise Kaschnitz, Lyrik, Sprachwissenschaft, Affixoidbildung, Textanalyse, Morphologische Analyse, Neologismen, Gedichtinterpretation, Semantik, Wortschatz
Die Arbeit untersucht die Wortbildungsmorphologie in Gedichten von Marie Luise Kaschnitz. Dabei werden die verwendeten sprachlichen Verfahren wie Komposition, Derivation und Konversion systematisch analysiert und deren Textfunktionen interpretiert.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Wortbildung (nach SIMMLER u.a.), die linguistische Analyse einzelner Gedichte und einen Vergleich mit literaturwissenschaftlichen Interpretationen ab.
Ziel ist es, die spezifischen Wortbildungsmuster in Kaschnitz' Lyrik zu identifizieren, Regelmäßigkeiten und Unregelmäßigkeiten in deren Verwendung aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit diese die Bedeutungskonstitution der Texte unterstützen.
Es wird eine korpusbasierte morphologische Analyse angewandt. Die Autorin kategorisiert die Wortbildungen nach morphologischen Prinzipien, ordnet sie zu und stellt diese Ergebnisse in tabellarischen Übersichten sowie statistischen Auszählungen dar.
Im Hauptteil werden dreißig ausgewählte Gedichte einzeln analysiert. Jede Analyse beginnt mit der Textgrundlage, gefolgt von einer detaillierten linguistischen Untersuchung der darin enthaltenen Wortbildungsprozesse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wortbildungsmorphologie, Komposition, Derivation, Konversion, lyrische Textanalyse, Sprachgebrauch bei Marie Luise Kaschnitz und Morphologische Analyse charakterisieren.
Die Autorin folgt bei der Definition des Affixoids primär SIMMLER und grenzt es als Übergangsbereich zwischen Komposition und Derivation ab. Sie belegt das Vorkommen von Affixoiden, besonders in der Verbindung mit Verben, anhand von Beispielen aus den Gedichten.
Die Komposition ist laut der statistischen Gesamtauswertung der am häufigsten verwendete Wortbildungstyp in den Gedichten von Marie Luise Kaschnitz, wobei Determinativkomposita den größten Anteil ausmachen.
Diese Unterscheidung dient der theoretischen Abgrenzung von Wort und Wortform. Sie ermöglicht ein präzises Verständnis der morphologischen Einheit des Wortes als abstraktes System gegenüber seiner konkreten Realisierung im Gedichttext.
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