Diplomarbeit, 2007
98 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
1.1 Situationsanalyse
1.1.1 Wirtschaftsanalyse
1.1.2 Gesellschaftsanalyse
1.1.3 Konsumentenanalyse
1.1.4 Fazit
2. Emotionale Botschaftsgestaltung durch Fernsehwerbung
2.1 Die Kommunikationspolitik im Marketing Mix
2.2 Kommunikationsziele
2.2.1 Ökonomische Ziele
2.2.2 Kommunikative Ziele
2.3 Gestaltung der Botschaft
2.3.1 Modelle der Werbewirkung
2.3.2 Informative Botschaftsgestaltung
2.3.3 Emotionale Botschaftsgestaltung
2.4 Fernsehwerbung
2.4.1 Definition und Einordnung
2.4.2 Organisation in Deutschland
2.4.3 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.4.4 Fernsehnutzung der Verbraucher
2.4.5 Die Zukunft des Fernsehens
2.5 Die allgemeine Bedeutung der Werbung
2.6 Fazit
3. Zum Manipulationsvorwurf gegen die Werbung
3.1 Steuerung und Manipulation
3.2 Steuerung aus Sicht der Ökonomen
3.3 Steuerung aus Sicht der Kritiker
3.4 Fazit
4. Steuerung des Kaufverhaltens
4.1 Ökonomische Perspektive
4.1.1 Die Wirtschaftstheorien im Überblick
4.1.2 Die neoklassische Wirtschaftstheorie
4.1.3 Annahmen und Aussagen
4.1.4 Die Sicht des Konsumenten
4.1.5 Steuerung aus neoklassischer Sicht
4.2 Psychologische Perspektive
4.2.1 Abgrenzung der Werbepsychologie
4.2.2 Modelle der Werbepsychologie
4.2.3 Das System innerer Vorgänge
4.2.3 Die Sicht des Konsumenten
4.2.4 Steuerung aus psychologischer Sicht
4.3 Ethische Perspektive
4.3.1 Einführung
4.3.2 Grundbegriffe: Werte und Normen, Moral und Ethik
4.3.3 Ethische Denkansätze: Pflicht- und Folgenethik
4.3.4 Steuerung aus deontologischer Sicht
4.4 Fazit
5. Leitlinien für Ökonomen
5.1 Handlungsempfehlungen für Werbetreibende
5.1.1 Der Umgang mit unmoralischer Werbung
5.1.2 Der Umgang mit Nebenwirkungen der Werbung
5.2 Zukunftsperspektiven der Verhaltenssteuerung
5.3 Fazit
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit eine für den Konsumenten nicht durchschaubare Steuerung des Verbraucherverhaltens durch emotionale Werbebotschaften (Spots) im Medium Fernsehen möglich ist, und betrachtet diese Frage aus ökonomischer, psychologischer und ethischer Sicht.
1. Einleitung
„Halleluja! Treten Sie ein in die beste aller Welten, das Paradies auf Erden, das Reich der Glückseligkeit, des sicheren Erfolgs und der ewigen Jugend. In diesem Wunderland mit immer blauem Himmel trübt kein saurer Regen das glänzende Grün der Blätter, nicht der kleinste Pickel wölbt die babyrosa Haut der Mädchen und niemals verunziert ein Kratzer die spiegelblanken Karosserien der Autos. Auf leergefegten Straßen fahren junge Frauen mit langen, braungebrannten Beinen in schimmernden Limousinen, die soeben aus der Waschanlage kommen. Unfälle, Glatteis, Radarkontrollen und geplatzte Reifen sind ihnen fremd. Wie Aale schlängeln sich durch die Staus der Großstädte, entgehen all den braungebrannten Autoscheibenputzern an den Ampelkreuzungen und verirren sich auch niemals in heruntergekommene Viertel, sondern gleiten geräuschlos zu geräumigen Altbauwohnungen oder zu luxuriösen Wochenendhäusern mit unbezahlbaren Möbeln.“
So beschreibt der Fotograf des italienischen Modeherstellers Benetton, Oliviero Toscani, die Welt der Werbung. Um eine wie oben geschilderte Welt zu kreieren, nutzen Werbetreibende Techniken der emotionalen Botschaftsgestaltung im Rahmen der Kommunikationspolitik. Dabei steht meist der Absatz der Produkte im Mittelpunkt. Neue Erkenntnisse des Neuromarketings ergänzen bisherige Forschungsergebnisse des Konsumentenverhaltens und symbolisieren einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Entstehung des „gläsernen“ Konsumenten. Denn auch laut Gehirnforschung soll der Verbraucher seine Kaufentscheidungen zum grössten Teil unbewusst, das heißt instinktiv treffen. Spricht demnach Werbung überwiegend die Erbanlagen der Konsumenten an, ist ein vom Verbraucher nicht direkt realisierter Einfluss und eine gezielte Steuerung des Kaufverhaltens nicht ausgeschlossen. Seit Packards Buch „Die geheimen Verführer“ im Jahr 1957 erschienen ist, wird Werbung aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ambivalent bewertet. Kritiker behaupten, Werbung würde den Konsumenten manipulieren und ihn heimlich verführen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Welt der emotionalen Werbung ein und beleuchtet die Ambivalenz zwischen absatzorientiertem Marketing und dem Vorwurf der heimlichen Manipulation durch das Medium Fernsehen.
2. Emotionale Botschaftsgestaltung durch Fernsehwerbung: Das Kapitel definiert den Stellenwert emotionaler Werbung im Marketing-Mix, erläutert die Grundlagen der Werbewirkungsmodelle und analysiert die Rahmenbedingungen des Fernsehens als zentrales Werbemedium.
3. Zum Manipulationsvorwurf gegen die Werbung: Hier werden die kontroversen Ansichten von Ökonomen und Kritikern bezüglich des Begriffs der Manipulation gegenübergestellt und der Vorwurf der heimlichen Verführung diskutiert.
4. Steuerung des Kaufverhaltens: Dieses Kapitel analysiert die Möglichkeiten der Steuerung des Konsumentenverhaltens fundiert aus ökonomischer, psychologischer und ethischer Perspektive.
5. Leitlinien für Ökonomen: Das Kapitel bietet konkrete Handlungsempfehlungen für die Werbewirtschaft, um mit ethischen Herausforderungen und den Nebenwirkungen emotionaler Beeinflussung umzugehen.
6. Zusammenfassung: Die Kernaussagen werden reflektiert und das Fazit gezogen, dass eine Beeinflussung durch emotionale Werbung zwar möglich ist, jedoch eine erhöhte ethische Verantwortung der Werbetreibenden erfordert.
Emotionale Botschaftsgestaltung, Fernsehwerbung, Kaufverhaltenssteuerung, Neuromarketing, Manipulation, Werbewirkung, Konsumentenverhalten, Ethik, Deontologische Ethik, Teleologische Ethik, Marketing, Kommunikationspolitik, Werbepsychologie, Marktsättigung, Verbraucherschutz
Die Arbeit untersucht die Möglichkeit, das Kaufverhalten von Konsumenten durch emotionale Fernsehwerbung zu steuern, und beleuchtet dabei die ethischen und psychologischen Hintergründe sowie die Relevanz für die moderne Marktwirtschaft.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Einordnung emotionaler Werbetechniken, die Rolle des unbewussten Konsumentenverhaltens sowie den Vergleich zwischen ökonomischen Rationalitätsannahmen und psychologischen Erkenntnissen.
Das Ziel ist es zu ergründen, ob eine gezielte, vom Konsumenten nicht durchschaubare Verhaltenssteuerung durch Fernsehspots möglich ist und ob diese aus ethischer Sicht als vertretbar eingestuft werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Fachliteratur aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Psychologie, Ethik und Neuromarketing zusammenführt und diese auf die Werbepraxis anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Situationsanalyse, eine theoretische Abgrenzung der Werbewirkung, eine Diskussion über Manipulationsvorwürfe sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Kaufverhaltenssteuerung aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven.
Zentrale Begriffe sind emotionale Botschaftsgestaltung, Kaufverhaltenssteuerung, Manipulation, Neuromarketing, Werbewirkungsmodelle und deontologische Ethik.
Während die Neoklassik von einem vollständig rationalen und mündigen Konsumenten ausgeht, zeigen aktuelle Erkenntnisse aus dem Neuromarketing, dass ein Großteil der Kaufentscheidungen unbewusst und instinktiv gesteuert erfolgt.
Die Ethik, insbesondere Kants deontologischer Ansatz, wird herangezogen, um zu beurteilen, ob der Einsatz manipulativer Techniken zulässig ist, wenn der Konsument dabei bloß als Mittel zum Zweck der Absatzmaximierung instrumentalisiert wird.
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