Diplomarbeit, 2007
110 Seiten, Note: 2,00
1. Einleitung
2. Definitionen und Abgrenzungen
2.1. Der Begriff der Going Private-Transakion
2.2 Der Begriff des Mittelstandes
2.2.1. Definition des Begriffes Mittelstand
2.2.2. Bedeutung des Mittelstandes
3. Historische Entwicklung von Going Private-Transaktionen
4. Motive eines Going Private
4.1. Verlust der Funktion der Börsennotierung
4.1.1. Kapitalbeschaffungsfunktion
4.1.2. Fungibilität und Liquidität der Aktien
4.1.3 Kontrollfunktion
4.1.4. Bewertungsfunktion
4.2. Kosten-Aspekte einer Börsennotierung
4.2.1. Being-Public-Kosten
4.2.1.1. Direkte Kosten
4.2.1.2. Indirekte Kosten
4.2.1.3. Agency-Kosten
4.2.2. Kosten der Durchführung einer Going Private-Transaktion
4.3. Abwendung einer feindlichen Übernahme
4.4. Sanierung abseits der Börsenöffentlichkeit
4.5. Vorhandensein unausgeschöpfter Wertpotentiale
4.5.1. Uneffektive Strukturen
4.5.2. Verlust von Kontrollsystemen
4.5.3. Kapitalstruktur
4.6. Nachteile der Aktiengesellschaft gegenüber Unternehmen mit anderen Rechtsformen
4.6.1. Vorbemerkungen
4.6.2. Rechnungslegungspflichten
4.6.3. Publizitätspflichten
4.6.4. Arbeitnehmermitbestimmung
4.6.5. Steuerliche Gründe
4.6.6. Restrukturierungspotential
4.6.7. Managementkontrolle
4.6.8. Berücksichtigung von Minderheitsaktionären
4.7. Sonstige Aspekte
4.7.1. Unternehmerpersönlichkeit
4.7.2. Nachfolgeregelungen
4.8. Fazit
5. Umsetzung von Going Private-Transaktionen
5.1. Systematisierung der Umsetzungsvarianten
5.2. Personenbezogene Gestaltungsformen
5.2.1. Gestaltung durch unternehmensinterne Personen
5.2.1.1. Management-Buy-Out
5.2.1.2. Belegschafts-Buy-Out
5.2.1.3. Eigentümer-Buy-In
5.2.2. Gestaltung durch unternehmensexterne Personen
5.2.2.1. Management-Buy-In
5.2.2.2. Third-Party-Buy-Out
5.2.3. Fazit
5.3. Umsetzungstechniken
5.3.1. Formelles Delisting
5.3.1.1. Delisting auf Antrag des Emittenten (Reguläres Delisting)
5.3.1.2. Delisting durch Verlust der Zulassungsvoraussetzungen
5.3.2. Materielles oder Kaltes Delisting
5.3.2.1. Vorbereitende Maßnahmen
5.3.2.2. Squeeze-Out
5.3.2.3. Formwechsel
5.3.2.4. Eingliederung
5.3.2.5. Verschmelzung
5.3.2.6. Asset-Deal mit anschließender Liquidation
5.3.3. Fazit
5.4. Finanzierung von Going Private-Transaktionen
5.4.1. Vorbemerkungen
5.4.2. Innenfinanzierung
5.4.3. Außenfinanzierung
5.4.4. Fazit
6. Phasen und Beteiligte einer Going Private-Transaktion
7. Schlussbetrachtung
7.1. Zusammenfassung
7.2. Zu erwartende Entwicklung des Going Private in Deutschland
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Going Private" bei mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Sie analysiert die Motive, die Unternehmen dazu bewegen, ihre Börsennotierung aufzugeben, und beleuchtet die verschiedenen juristischen Umsetzungstechniken sowie Finanzierungsoptionen unter Berücksichtigung der Besonderheiten mittelständischer Strukturen.
4.1.2. Fungibilität und Liquidität der Aktien
Von Fungibilität spricht man, wenn bestimmte Sachen oder Rechte durch andere Sachen oder Rechte gleicher Art, Menge und Güte ersetzt werden können. Man spricht auch von Austauschbarkeit oder Vertretbarkeit der betrachteten Gegenstände. Die Fungibilität ist Vorraussetzung für einen börsenmäßigen Handel und bei börsennotierten Aktien in jedem Fall gegeben. Die Aktienbörse stellt dabei den Aktiengesellschaften einen ausgesprochen detaillierten und gut organisierten Markt dar, um die Gesellschaftsanteile zu handeln.
Die Liquidität von Aktien an der Börse ist umso größer, je mehr Aktien der betreffenden Gesellschaft zusätzlich gehandelt werden. Unter Liquidität versteht man in diesem Zusammenhang das Umsatzvolumen der Aktien oder wie schnell eine Aktie am Markt verkauft und zu Geld gemacht werden kann.
Eine nachlassende Fungibilität und Liquidität von Gesellschaftsanteilen können ebenfalls Gründe für ein Unternehmen sein, ein Going Private zu vollziehen, denn „ein Desinvestment (...) der Altgesellschafter wird durch die Fungibilität [Anmerkung: und Liquidität] der Aktie erheblich erleichtert, teilweise überhaupt erst möglich.“73 Ein Ziel, das mit dem Börsengang erreicht werden sollte ist demnach, die eigenen Unternehmensanteile besser handelbar zu machen. Dies hat zur Folge, dass die Aktien bei Bedarf schnell und problemlos veräußert und zu Geld gemacht werden können.
1. Einleitung: Beschreibt den Trend zum Börsenrückzug und die Forschungsfrage, ob dies eine Kapitulation oder eine strategische Chance für mittelständische Unternehmen darstellt.
2. Definitionen und Abgrenzungen: Klärt die Begriffe "Going Private" und "Mittelstand" im deutschen Kontext und grenzt sie von anderen Transaktionen ab.
3. Historische Entwicklung von Going Private-Transaktionen: Gibt einen historischen Überblick über den Aufstieg und Fall von Going-Private-Wellen, beginnend in den USA.
4. Motive eines Going Private: Analysiert die Gründe für den Börsenrückzug, darunter Kostenbelastung, Unterbewertung, Kontrollfunktion und steuerliche Aspekte.
5. Umsetzung von Going Private-Transaktionen: Detailliert die verschiedenen Gestaltungsformen (z.B. Management-Buy-Out), Umsetzungstechniken (z.B. Squeeze-Out) und Finanzierungswege.
6. Phasen und Beteiligte einer Going Private-Transaktion: Strukturiert den Ablauf eines Going Private in logische Teilprozesse von der Analyse bis zum Delisting.
7. Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Relevanz von Going-Private-Transaktionen in Deutschland.
Going Private, Börsenrückzug, Delisting, Mittelstand, Aktiengesellschaft, Squeeze-Out, Kapitalbeschaffung, Unternehmensführung, Private Equity, Umwandlungsgesetz, Finanzinvestoren, Eigenkapital, Rechtsformwechsel, Publizitätspflichten, Bewertungsfunktion
Die Arbeit untersucht, ob ein "Going Private" für mittelständische Unternehmen eine sinnvolle strategische Entscheidung darstellt, um Perspektiven zu verbessern, oder ob es lediglich als Rückschritt interpretiert werden muss.
Die zentralen Felder umfassen die Motive für den Börsenrückzug, die Abgrenzung von Unternehmensbegriffen, die rechtlichen Umsetzungstechniken (Delisting) und die Finanzierung dieser Transaktionen.
Es handelt sich um eine betriebswirtschaftliche Analyse, die empirische Daten aus der Praxis (z.B. Anzahl der Going Privates von 1995-2003) mit theoretischen Grundlagen aus Rechts- und Finanzwissenschaften verbindet.
Finanzinvestoren treten häufig als Initiatoren oder Partner auf, um durch Eigenkapitalzufuhr und Umstrukturierungen den Unternehmenswert langfristig zu steigern und einen späteren "Exit" zu ermöglichen.
Der Squeeze-Out ermöglicht es dem Mehrheitsaktionär, Minderheitsaktionäre gegen Barabfindung auch gegen deren Willen auszuschließen, was ihn zu einer sehr effizienten, aber rechtlich streng regulierten Methode macht.
Die hohen Kosten und der administrative Aufwand für Ad-hoc-Mitteilungen und Berichterstattung stellen eine erhebliche Belastung dar, die bei einem Börsenrückzug entfällt, was besonders für mittelständische Firmen vorteilhaft ist.
Nein, aber es wird im Buch empfohlen, da ein Wechsel in eine Personengesellschaft steuerliche und organisatorische Vorteile bietet, die als Aktiengesellschaft nicht voll ausgeschöpft werden können.
Der Mittelstand wird als das Rückgrat der Wirtschaft beschrieben, dessen Bedeutung weit über rein quantitative Kennzahlen hinausgeht, da er stark durch langfristige gesellschaftliche und unternehmerische Verantwortung geprägt ist.
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