Magisterarbeit, 2007
88 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Geschlecht und Frühberentung
2.1.1 Frühberentung in der Bundesrepublik Deutschland
2.1.2 Frühberentungen und sozioökonomischer Status
2.1.3 Frühberentung und Familienstand
2.1.4 Frühberentung und Erwerbstätigkeit
2.1.5 Fazit: Geschlecht und Frühberentung
2.2 Geschlecht und psychische Störungen
2.2.1 Allgemeine Epidemiologie
2.2.2 Geschlechtsunterschiede bei Depressionen
2.2.3 Geschlechtsunterschiede bei Angststörungen
2.2.4 Geschlechtsunterschiede bei somatoformen Störungen
2.2.5 Geschlechtsunterschiede bei Alkoholstörungen
2.2.6 Geschlechtsunterschiede bei Schizophrenie
2.2.7 Erwerbsarbeit, Geschlecht und psychische Gesundheit
2.2.8 Epidemiologie im Ost-West-Vergleich
2.2.9 Fazit: Geschlecht und psychische Störungen
2.3 Geschlecht und Erwerbsarbeit
2.3.1 Die Entwicklung der Lebensverlaufsforschung
2.3.2 Geschlechtsspezifik von Erwerbsverläufen in Westdeutschland
2.3.3 Erwerbsverläufe im Ost-West-Vergleich
2.3.4 Fazit: Geschlecht und Erwerbsarbeit
2.4 Zusammenfassung
3 Empirische Untersuchung
3.1 Datengrundlage
3.2 Methode
3.2.1 Soziodemographische Merkmale
3.2.2 Epidemiologische Merkmale
3.2.3 Erwerbsbezogene Rentenmerkmale
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Frühberentung, Geschlecht und Risikofaktoren
3.3.2 Epidemiologie, Geschlecht und Region
3.3.3 Erwerbsverlauf, Geschlecht und Region
3.4 Diskussion der Ergebnisse
3.4.1 Frühberentung und Risikofaktoren
3.4.2 Frühberentung und Epidemiologie
3.4.3 Frühberentung und Erwerbsarbeit
3.4.4 Stärken und Schwächen der Methode
4 Schlussfolgerungen
Die Arbeit analysiert die Rolle des Faktors Geschlecht beim Prozess der Frühberentung aufgrund psychischer Erkrankungen unter Einbeziehung erwerbsbiographischer Merkmale und regionaler Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.
2.2.2 Geschlechtsunterschiede bei Depressionen
Depressionen gehören zu den affektiven Erkrankungen und bezeichnen Veränderung in Stimmung und Antrieb, wobei sich das Spektrum von der leichten zumeist vorübergehenden bis hin zur manifesten schweren Depression erstreckt. Menschen mit einer depressiven Störung leiden unter übermäßig niedergeschlagenen Stimmungslagen verbunden mit Energielosigkeit bis hin zu Suizidgedanken (vgl. Ebner & Fischer 2004). „Depressionen sind weltweit die häufigste Ursache für mit Behinderung gelebte Lebensjahre. Durch keine andere Erkrankung gehen in Industrieländern mehr gesunde Lebensjahre verloren als durch Depressionen.“ (Spießl 2006: 166) Entsprechend geht man davon aus, dass die Depression häufigste psychische Erkrankung weltweit ist.
Nach Angaben des Bundesgesundheitssurvey wird bei Frauen zweimal häufiger eine Depression diagnostiziert als bei Männern. Die Zwölf-Monats-Prävalenz depressiver Erkrankungen beträgt 15,4 Prozent (Frauen) bzw. 8,5 Prozent (Männer), die Lebenszeitprävalenz liegt bei 25 Prozent der Frauen gegenüber 12,3 Prozent der Männer (Jacobi et al. 2004b: 6). Diskutiert werden in diesem Kontext häufig Vulnerabilitätsfaktoren aus der sozialen Umwelt wie kritische Lebensereignisse und chronische Stressoren. Empirisch wurde vielfach belegt, dass Frauen tendenziell öfter Opfer von Gewalt und sozial benachteiligt sind, sowie die Bürde der Doppelbelastung tragen. Medizinische Forschungsarbeiten verweisen dagegen darauf, dass biologische Auslöser in Form von hormonellen Störungen im Verdacht stehen, Depressionen herbei zu führen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Übertritts in den Ruhestand ein und thematisiert den Anstieg psychischer Störungen als Berentungsursache sowie die Relevanz geschlechtsspezifischer Erwerbsverläufe.
2 Theoretische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel erörtert den theoretischen Hintergrund zu Frühberentung, psychischen Störungen und Erwerbsverläufen mit Fokus auf Geschlechts- und Regionsunterschiede.
3 Empirische Untersuchung: Die empirische Untersuchung präsentiert eine Auswertung der Rentenzugänge 2003 des Scientific Use Files der Rentenversicherung und vergleicht diese mit epidemiologischen Daten.
4 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert den Einfluss des Faktors Geschlecht auf das Frühberentungsrisiko bei psychischen Erkrankungen.
Frühberentung, psychische Störungen, Geschlecht, Erwerbsverlauf, Epidemiologie, Erwerbsminderung, Rentenversicherung, sozioökonomischer Status, Depression, Angststörungen, Schizophrenie, Ost-West-Vergleich, Lebensverlaufsforschung, Arbeitsmarkt, Geschlechtsunterschiede
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede und regionalen Besonderheiten beim Prozess der Frühberentung aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland.
Im Zentrum stehen die drei Bereiche Frühberentung, Epidemiologie psychischer Störungen und die geschlechtsspezifischen Erwerbsverläufe.
Ziel ist es, den Einfluss des Faktors Geschlecht auf das Berentungsgeschehen bei psychisch Kranken zu analysieren und zu prüfen, ob sich epidemiologische Befunde in den Rentendaten widerspiegeln.
Es handelt sich um eine explorative Studie, die deskriptive statistische Verfahren auf Basis des Scientific Use File der Deutschen Rentenversicherung anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Literaturaufarbeitung und einen empirischen Teil, der Datensätze analysiert und die Ergebnisse diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Frühberentung, Erwerbsminderung, Geschlechterunterschiede, psychische Gesundheit und Ost-West-Differenzen.
Bei der Schizophrenie tritt das Krankheitsbild oft deutlich früher auf, was bei Männern zu einem dramatischen Erwerbsverlauf führt; der Berentungsbeginn ist hier etwa zehn Jahre früher als bei anderen Störungen.
Er verdeutlicht, dass trotz allgemein niedrigerer Prävalenzraten psychischer Störungen in den neuen Bundesländern spezifische erwerbsabhängige Faktoren wie die Arbeitsmarktsituation zu gehäuften Frühberentungen führen können.
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