Masterarbeit, 2008
107 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung und Problemstellung
2 Fischerei heute – Probleme und Alternativen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Fischkonsum
2.3 Die Problematik der Überfischung
2.4 Lösungsansätze
3 Markterfolg von Umweltlabeln bei Fischprodukten
3.1 Begriffsbestimmungen
3.2 Umweltlabel: Wirkmechanismen und Erfolgsfaktoren
3.3 Konsumentenpräferenzen für Fischprodukte mit Umweltlabel
4 Umweltbezogene Informationen auf Fischprodukten
4.1 Initiativen auf dem deutschen Markt
4.1.1 Der Marine Stewardship Council (MSC)
4.1.2 Ökologische Aquakultur
4.1.3 Das Thunfischkontrollprogramm „Safe“
4.2 Einkaufsführer für Fisch
4.3 Produktkennzeichnungen – Orientierungshilfen beim Einkauf
5 Quantitative Erhebung bei Fischkonsumenten
5.1 Explorative Voruntersuchung und Ableitung von Hypothesen
5.2 Methodisches Vorgehen
5.2.1 Fragebogenkonzeption
5.2.2 Stichprobe
5.2.3 Auswertung
5.3 Ergebnisse und Diskussion
5.3.1 Konsumgewohnheiten vs. Angebot an nachhaltig erzeugten Fischprodukten
5.3.2 Produkteigenschaften und ihre Bedeutung bei Konsumentscheidungen
5.3.3 Umweltwissen und Konsumkompetenz der Konsumenten
5.3.4 Bekanntheitsgrad und Berücksichtigung von Umweltlabeln
5.3.5 Einfluss des umweltbezogenen Konsumentenwissens auf die Akzeptanz von Umweltlabeln
5.4 Methodenreflexion
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Literatur und Quellen
Anhang
Diese Masterarbeit untersucht den Markterfolg und die Verbraucherakzeptanz von Umweltlabeln auf Fischprodukten in Deutschland. Ziel ist es zu analysieren, welche Bedeutung Umweltkriterien im Vergleich zu anderen Produkteigenschaften bei der Kaufentscheidung haben und inwiefern der Bekanntheitsgrad dieser Labels die Kaufentscheidung der Konsumenten beeinflusst.
3.2 Umweltlabel: Wirkmechanismen und Erfolgsfaktoren
Einen theoretischen Erklärungsansatz, welche Funktion Produktkennzeichnungen wie Umweltlabel auf dem Markt erfüllen, liefert die Informationsökonomie. Die Informationsökonomie geht davon aus, dass Informationen zwischen Anbietern und Nachfragern asymmetrisch, d.h. ungleich verteilt sind (Kaas 1991, S. 359). Für die Funktionsfähigkeit von Märkten ist es wichtig, diese Informationsasymmetrien aufzulösen oder soweit wie möglich zu reduzieren. Andernfalls kann es zum Zusammenbruch des Marktes kommen, wie es AKERLOF in seinem wegweisenden Beitrag The Market for „Lemons“ beschreibt (Akerlof 1970).
Ob und wie sich Informationsasymmetrien überwinden lassen, hängt wesentlich von der Art der Produkteigenschaften ab. Die Informationsökonomie typologisiert Produkteigenschaften in Abhängigkeit davon, wie gut (schnell, sicher, kostengünstig) Produktqualitäten überprüfbar sind (Kaas und Busch 1996, S. 243). Das theoretische Konzept der informationsökonomischen Unterscheidung von Produkteigenschaften wurde von NELSON (1970, 1974) eingeführt und später von DARBY und KARNI (1973) erweitert. Das Konzept unterscheidet in Such-, Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaften. Sucheigenschaften eines Produkts lassen sich schon vor dem Kauf durch Inspektion des Produktes beurteilen, z.B. ob ein Fisch geräuchert ist oder nicht. Erfahrungseigenschaften wie der Geschmack eines Fischprodukts können erst nach dem Kauf bewertet werden. Das Qualitätsmerkmal „aus nachhaltiger Fischerei“ ist eine Vertrauenseigenschaft, denn ob der Fisch tatsächlich aus nachhaltiger Fischerei stammt, kann der Konsument zu keinem Zeitpunkt sicher beurteilen. Dieser Information muss er vertrauen. Gerade bei Gütern mit einer ökologischen Qualität herrscht eine ausgeprägte Informationsasymmetrie, da Konsumenten in der Regel nicht überprüfen können, ob das Produkt tatsächlich umweltfreundlich erzeugt wurde (Kaas 1990, S. 544).
Aus Sicht der Informationsökonomie stellen Label eine Möglichkeit dar, diese Informationsasymmetrien abzubauen. Anbieter nachhaltig erzeugter Produkte betreiben ein Signaling, in dem sie Informationen in verdichteter Form als Label anbieten. Ein Umweltlabel ist somit ein Informationsinstrument, welches den Nachfragern die besondere Umweltqualität des Produkts signalisiert.
1 Einleitung und Problemstellung: Einführung in die globale Fischereiproblematik, den Fischkonsum und die Motivation der Arbeit, die Marktrolle von Umweltlabeln zu untersuchen.
2 Fischerei heute – Probleme und Alternativen: Definition zentraler Begriffe sowie Darstellung der Problematik der Überfischung und allgemeiner Lösungsansätze.
3 Markterfolg von Umweltlabeln bei Fischprodukten: Theoretische Herleitung der Funktion von Produktkennzeichnungen und Analyse der Erfolgsfaktoren für Umweltlabel.
4 Umweltbezogene Informationen auf Fischprodukten: Vorstellung konkreter Initiativen wie MSC, ökologischer Aquakultur und Delfinschutzprogrammen auf dem deutschen Markt.
5 Quantitative Erhebung bei Fischkonsumenten: Methodik und detaillierte Auswertung der eigenen empirischen Befragung zu Konsumgewohnheiten und Einstellung zu Umweltlabeln.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für Marketing und weitere Forschung zur Förderung nachhaltiger Fischerei.
7 Literatur und Quellen: Verzeichnis der wissenschaftlichen Referenzen.
Anhang: Zusätzliche Daten, Fragebögen und detaillierte statistische Tabellen.
Nachhaltige Fischerei, Umweltlabel, Fischkonsum, Überfischung, Konsumentenbefragung, Zertifizierung, MSC, Aquakultur, Informationsasymmetrie, Vertrauenseigenschaften, Produktkennzeichnung, Delfinschutz, Konsumkompetenz, Marktstudie, Fischereiwirtschaft.
Die Arbeit untersucht den Markterfolg und die Verbraucherakzeptanz von Umweltlabeln auf Fischprodukten in Deutschland, um zu verstehen, ob diese Instrumente einen Beitrag zur Förderung nachhaltiger Fischerei leisten können.
Im Fokus stehen die Themen Überfischung, die Rolle von Zertifizierungsprogrammen, die Wirkung von Informationsasymmetrien auf dem Fischmarkt sowie das Konsumverhalten und Wissen der Verbraucher über nachhaltige Fischereipraktiken.
Das Ziel ist herauszufinden, ob Umweltlabel wie das MSC-Siegel von deutschen Konsumenten bei der Kaufentscheidung beachtet werden und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer quantitativen empirischen Erhebung bei 129 Konsumenten mittels standardisiertem Fragebogen, ergänzt durch eine explorative Voruntersuchung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Marktmechanismen und Kennzeichnungssystemen sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der eigenen empirischen Ergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte sind Nachhaltige Fischerei, Umweltlabel, Markterfolg, Konsumentenpräferenzen, MSC und Überfischung.
Die Studie zeigt, dass der Bekanntheitsgrad der Labels gering ist und dass Geschmack, Preis sowie Convenience-Faktoren die Kaufentscheidung dominieren, während Umweltkriterien eine untergeordnete Rolle spielen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem gemessenen Umweltwissen (Wissensindex) und der tatsächlichen Berücksichtigung der Umweltlabel besteht.
Delfinschutz-Kennzeichnungen („Safe“, „delfinfreundlich gefangen“) sind deutlich bekannter und werden häufiger beachtet als komplexe Nachhaltigkeits-Umweltlabel wie MSC oder Naturland.
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