Magisterarbeit, 2008
69 Seiten, Note: 1,0
1. Vorbemerkungen und Zielsetzung der Arbeit
2. Gesetzliche Förderinstrumente
2.1 Stromeinspeisungsgesetz
2.2 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
2.3 Subventionierung – Sinn oder Unsinn?
3. Standortermittlung für Windenergieanlagen
3.1 Die Methodik in Nordrhein-Westfalen
3.2 Der Beitrag der Standortermittlung zur Konfliktminimierung
4. Das naturräumliche Potenzial Deutschlands hinsichtlich der Windenergienutzung
4.1 Aspekte der Windströmungen
4.2 Räumliche Verteilung der Windenergiestandorte in Deutschland
4.3 Windenergiepotenziale in großen Nabenhöhen
5. Die Windenergienutzung in Deutschland aus wirtschaftsgeographischer Sicht
5.1 Installierte Leistung
5.2 Arbeitsplatzeffekte
5.2.1 Bruttobeschäftigungseffekte
5.2.2 Nettobeschäftigungseffekte
5.3 Repowering-Maßnahmen
5.4 Probleme der Netzintegration des Windstroms
6. Offshore-Windenergienutzung
6.1 Ökologische Fragen und Probleme
6.2 Offshore-Windenergienutzung – Eine energiepolitische Perspektive?
7. Praxisteil/Vorbemerkungen
7.1 Akzeptanzfragen
7.2 Beeinträchtigung des Landschaftsbildes?
7.3 Akustische Auswirkungen
7.4 Visuelle Auswirkungen
7.5 Flächenverbrauch und Bodenversiegelung
7.6 Effekte auf Vögel
7.7 Eisansatz
7.8 Sonstige Gefahrenpotenziale
7.9 Lösungsansätze
8. Fallstudie: Die Konflikte um die Offshore-Windenergienutzung
8.1 Offshore-Windenergienutzung als Hoffnungsträger einer strukturschwachen Region?
8.2 Die ökonomischen Akteure
8.3 Negative Effekte auf die Tourismusbranche als Folge von „Horizontverschmutzung“?
8.4 Der innerökologische Konflikt
8.5 Die Perspektive der Fischereiwirtschaft
8.6 Offshore-Windparks als Auslöser von Ölkatastrophen?
8.7 Perspektiven der Konfliktlösung
9. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Grenzen der Windenergienutzung in Deutschland, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Offshore-Windenergie liegt. Das primäre Ziel ist es, die Gründe für die dynamische Entwicklung dieser Energieform zu identifizieren und die komplexen Auswirkungen auf Mensch, Natur und Wirtschaft sowie die damit verbundenen Akzeptanzkonflikte kritisch zu analysieren.
2.3 Subventionierung – Sinn oder Unsinn?
Ohne Zweifel ist die rasante Entwicklung der Windenergiebranche in Deutschland auf die oben erläuterten gesetzlichen Förderinstrumente zurückzuführen, denn diese bieten einen beachtlichen wirtschaftlichen Anreiz für Investoren, WEA zu errichten und zu betreiben. Doch die garantierte Vergütung des erzeugten Windstroms erfolgt ohne Rücksicht auf dessen Verwertbarkeit. Steht zu wenig Windstrom zur Verfügung, muss Regelenergie aus dem konventionellen Kraftwerkspark die Versorgungslücke schließen. Ist das Windstromangebot zu hoch, müssen ggf. WEA außer Betrieb genommen werden, um das Stromnetz nicht zu überlasten, da Mechanismen zur Speicherung des Überangebotes nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen (vgl. KÜHN 2007: 121).
Es wird ein gesetzlicher Subventionierungszwang etabliert, dessen Kosten von den Energieversorgungsunternehmen auf die Stromrechnung eines jeden Verbrauchers umgelegt werden. Zudem existieren noch einige „versteckte staatliche Subventionen“ (OSTKAMP 2006: 3), die den Anlagenproduzenten und –betreibern gewährt werden, wie z.B. Finanzierungszuschüsse oder zinsgünstige Kredite (vgl. ebd.). Unstrittig ist, dass die den EVU durch das EEG entstehenden Kosten zu moderaten Strompreiserhöhungen führen. Diese durch das EEG bedingten Kosten betragen derzeit 0,72 ct/kWh, das entspricht 3,7% der Kosten einer Kilowattstunde Strom im Jahr 2006 (durchschnittlich 19,4 ct/kWh) (vgl. BMU 2007a: 26). In der Praxis dient das EEG den EVU jedoch als Argument, weit stärkere Preiserhöhungen zu begründen. So erhöhte beispielsweise der Kölner Versorger „Rheinenergie AG“ zum 01.01.2008 die Strompreise um durchschnittlich 5,4% (vgl. Kölnische Rundschau vom 21.12.2007). Als Begründung wurden die „Belastungen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz und höhere Beschaffungskosten“ (ebd.) genannt. Das Argument der gestiegenen Beschaffungskosten scheint jedoch ungerechtfertigt, da die Preise an der Leipziger Strombörse im Jahresmittel von 6,37 ct/kWh auf 6,21 ct/kWh sogar leicht gesunken sind (vgl. ebd.). Da also die tatsächlichen Belastungen durch das EEG weniger hoch sind, als die vorgenommenen Strompreiserhöhungen, ist dieses Argument in der Sache nicht haltbar und scheint lediglich der Umsatzoptimierung der EVU zu dienen.
1. Vorbemerkungen und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in das Klimaschutzziel der Bundesregierung und den Untersuchungsgegenstand der Windenergienutzung.
2. Gesetzliche Förderinstrumente: Erläuterung der historischen und aktuellen Gesetze wie Stromeinspeisungsgesetz und EEG sowie deren Auswirkungen auf Investitionssicherheit.
3. Standortermittlung für Windenergieanlagen: Darstellung der planerischen Methodik zur Flächenausweisung am Beispiel Nordrhein-Westfalens und der Konfliktminimierung.
4. Das naturräumliche Potenzial Deutschlands hinsichtlich der Windenergienutzung: Analyse der physikalischen Grundlagen, Windverhältnisse und räumlichen Potenziale.
5. Die Windenergienutzung in Deutschland aus wirtschaftsgeographischer Sicht: Untersuchung der wirtschaftlichen Effekte, insbesondere Arbeitsplatzeffekte und Probleme der Netzintegration.
6. Offshore-Windenergienutzung: Diskussion des Potenzials und der spezifischen ökologischen sowie technischen Herausforderungen auf hoher See.
7. Praxisteil/Vorbemerkungen: Zusammenstellung der sozialen und ökologischen Konfliktpunkte wie Akzeptanz, Lärm, Schattenwurf und Vogelschutz.
8. Fallstudie: Die Konflikte um die Offshore-Windenergienutzung: Analyse der Interessenkonflikte zwischen regionalem Strukturwandel, Tourismus und Umweltschutz.
9. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Windenergie im Kontext der Energiewende und zukünftiger technischer Herausforderungen.
Windenergie, Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG, Windenergieanlagen, Offshore-Windparks, Standortplanung, Akzeptanz, Landschaftsbild, Netzintegration, Klimaschutz, Repowering, Beschäftigungseffekte, Naturschutz, Energiewende, Regionale Entwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Windenergie im deutschen Klimaschutz, ihren technischen und wirtschaftlichen Potenzialen sowie den daraus resultierenden gesellschaftlichen und ökologischen Konflikten.
Zentral sind die gesetzliche Förderung, die Standortwahl, ökonomische Arbeitsmarkteffekte, Netzproblematiken und der spezifische Konflikt zwischen ökologischen Interessen und dem technischen Ausbau, insbesondere im Offshore-Bereich.
Das Ziel ist es, eine ganzheitliche Analyse der Windenergienutzung in Deutschland zu erstellen, die sowohl die Chancen für den Klimaschutz als auch die Grenzen durch Akzeptanz- und Umweltprobleme aufzeigt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse aktueller Studien und Fachartikel sowie einer gezielten Dokumentenrecherche in den Berichten des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen der Windenergienutzung, wirtschaftsgeographische Analysen, detaillierte Ausführungen zur Offshore-Technik sowie einen umfangreichen Praxisteil zu den Akzeptanz- und Umweltkonflikten.
Neben Windenergie und EEG stehen Begriffe wie Offshore-Windparks, Akzeptanz, Netzintegration, Klimaschutz und regionale Strukturfaktoren im Fokus.
Das Repowering wird als wichtiger Lösungsansatz zur Steigerung der Produktivität und Entlastung des Landschaftsbildes diskutiert, wobei auch genehmigungsrechtliche und ökonomische Hürden thematisiert werden.
Der Autor stellt fest, dass die Befürchtung einer "Horizontverschmutzung" zwar existiert, Studien aber bislang keine signifikanten negativen touristischen Auswirkungen bestätigen konnten und Chancen durch moderne Öko-Technologien gesehen werden.
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