Diplomarbeit, 2006
119 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. Grundbegriffe der Arbeit
2.1 Der Rassebegriff und dessen Entwicklung
2.2 Rückgang der Rassenvielfalt
2.3 Gefährdungskriterien / Erhaltungskriterien
2.4 Erhaltungszüchtung / Rückzüchtung
2.4.1 Argumente für / gegen Erhaltungszucht
2.4.2 Formen der Erhaltung – Erhaltungsstrategien
2.4.2.1 Ex-situ-Erhaltung
2.4.2.2 In-situ-Erhaltung
2.4.3 Fördermaßnahmen / Haltungsprämien
2.4.4 Argumente für / gegen Rückzüchtung
2.5 Züchterische Grundlagen und Methoden
2.5.1 Zuchtmethoden
2.5.2 Inzuchtproblematik
2.5.3 Heterosiseffekte
3. Erhaltungszuchtprogramme
3.1 Schwäbisch-Hällisches Schwein
3.1.1 Ausgangssituation / Geschichte
3.1.2 Erhaltungszucht
3.1.3 Perspektiven
3.2 Rotes Höhenvieh
3.2.1 Ausgangssituation / Geschichte
3.2.2 Erhaltungszucht
3.2.3 Perspektiven
3.3 Schwarzwälder Kaltblut
3.3.1 Ausgangssituation / Geschichte
3.3.2 Erhaltungszucht
3.3.3 Perspektiven
4. Rückzüchtungsprogramme
4.1 Deutsches Weideschwein
4.1.1 Ausgangssituation / Geschichte
4.1.2 Rückzüchtung
4.1.3 Perspektiven
4.2 Auerochse / Ur
4.2.1 Ausgangssituation / Geschichte
4.2.2 Rückzüchtung
4.2.3 Perspektiven
4.3 Tarpan
4.3.1 Ausgangssituation / Geschichte
4.3.2 Rückzüchtung
4.3.3 Perspektiven
5. Diskussion
6. Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht das Konzept der Erhaltungszüchtung und Rückzüchtung von Nutztierrassen in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die Notwendigkeit, Organisation und methodische Umsetzung dieser Zuchtprogramme zu vermitteln und ihre gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Relevanz kritisch zu bewerten.
2.5.2 Inzuchtproblematik
Ein Problem bei jeder intensiven Zuchtarbeit und besonders bei der Erhaltungszucht, die nur noch auf kleine Populationen zurückgreifen kann, stellt die Inzucht dar.
Der Begriff der Inzucht beinhaltet die Anpaarung abstammungsverwandter Individuen (DEWENTER 1997) bzw. die Paarung von Individuen, die enger miteinander verwandt sind als die Individuen ihrer Population im Durchschnitt untereinander. Der Wunsch nach Erhaltung bestimmter genetischer Informationen eines Gründertieres kann zu einer Über-Präsenz dieser Allele und damit zu einem Diversitätsverlust in anderen genetischen Informationen führen. Bei einer gleichmäßigen Weitergabe der genetischen Informationen der Gründertiere kommt es zur besten Konservierung (HALL 2004). Je mehr Gründertiere ein Bulle in seinem Pedigree aufweist, desto mehr ursprüngliche Allele trägt dieses Tier in sich und desto höher ist die genetische Diversität, die dieses Tier an seine Nachkommen weitergibt (ALDERSON 1992).
Nach FALCONER (1984) tragen Nachkommen aus einer Inzuchtanpaarung an einem Genort zwei Gene, die eine Kopie eines und desselben Gens aus einer früheren Generation darstellen. Als Maß für die Inzucht gilt der Inzuchtkoeffizient (F). Er wird von MALÉCOT (1948) (in: COMBERG 1980) als Wahrscheinlichkeit der Herkunftsgleichheit zweier Gene an einem Genort beschrieben. Bei andauernder Inzucht kommt es zu einer Veränderung der Genotypfrequenzen, wobei die Homozygoten innerhalb der Population zunehmen, während es zu einer Verminderung der Heterozygoten kommt. Die genetische Varianz innerhalb der Linien nimmt also ab, die Linien werden in sich immer homogener, während die Varianz zwischen den Subpopulationen zunimmt, und die Linien untereinander sich damit immer stärker voneinander unterscheiden (FALCONER 1984).
1. Einführung: Die Einleitung erläutert die Relevanz von Erhaltungszuchtprogrammen angesichts des Rückgangs ursprünglicher Nutztierrassen und definiert das Ziel, Erhaltungs- und Rückzüchtungen in Deutschland zu vergleichen und kritisch zu hinterfragen.
2. Grundbegriffe der Arbeit: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zu Rassebegriffen, Gefährdungskriterien, Zuchtmethoden sowie den Herausforderungen von Inzucht und Heterosiseffekten.
3. Erhaltungszuchtprogramme: Hier werden beispielhaft drei erfolgreiche Programme – das Schwäbisch-Hällische Schwein, das Rote Höhenvieh und das Schwarzwälder Kaltblut – hinsichtlich Geschichte, Zuchtarbeit und Perspektiven analysiert.
4. Rückzüchtungsprogramme: Dieses Kapitel betrachtet Projekte wie das Deutsche Weideschwein, den Auerochsen und den Tarpan, die versuchen, den Phänotyp ausgestorbener Arten durch gezielte Kreuzungsprogramme zu rekonstruieren.
5. Diskussion: Die Diskussion stellt die Zuchtprogramme gegenüber, bewertet deren Erfolg und Organisation und hinterfragt kritisch die wissenschaftliche und ethische Rechtfertigung von Rückzüchtungsprojekten gegenüber der Erhaltungszucht.
6. Zusammenfassung: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst, wobei die Notwendigkeit einer verstärkten Kooperation zwischen Zuchtorganisationen betont wird.
Erhaltungszucht, Rückzüchtung, Nutztierrassen, genetische Diversität, Inzucht, Population, Genpool, Rassebegriff, Gefährdungsgrad, Schwäbisch-Hällisches Schwein, Rotes Höhenvieh, Schwarzwälder Kaltblut, Auerochse, Tarpan, Biodiversität.
Die Arbeit behandelt die Erhaltungszucht gefährdeter Nutztierrassen sowie die Rückzüchtung bereits ausgestorbener Arten in Deutschland, um den Sinn und die Berechtigung dieser Projekte zu beleuchten.
Die zentralen Themen sind genetische Diversität, die Definition von Rassen, Gefährdungsstufen, züchterische Methoden, staatliche Fördermaßnahmen und die Vermarktung der Endprodukte.
Ziel ist es, einen Überblick über existierende Programme zu geben, diese zu vergleichen und kritisch zu prüfen, ob der enorme züchterische Aufwand für Erhaltung und Rückzüchtung gerechtfertigt ist.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Untersuchung bestehender Zuchtprogramme sowie Interviews und dem persönlichen Austausch mit Züchtern und Organisationen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Fachbegriffe sowie in die detaillierte Darstellung konkreter Erhaltungs- und Rückzüchtungsprogramme anhand von sechs Fallbeispielen.
Schlüsselbegriffe sind Erhaltungszucht, Rückzüchtung, genetische Diversität, Inzucht, Nutztierrassen und Populationsgenetik.
Die Unterscheidung ist essentiell, da bei der Erhaltungszucht noch ein Genpool der gefährdeten Rasse existiert, während bei der Rückzüchtung lediglich ein ähnlicher Phänotyp aus anderen Rassen neu synthetisiert wird.
Sie bewertet Rückzüchtungen als wissenschaftlich und ökonomisch schwer zu rechtfertigen, da sie lediglich Anschauungsobjekte schaffen, während bei der Erhaltungszucht der Erhalt genetischer Ressourcen und kultureller Vielfalt im Vordergrund steht.
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