Bachelorarbeit, 2007
48 Seiten, Note: 15 Punkte
Einleitung
1. Einführung in die Thematik
1.1 Einführung in die Thematik der Gewalt
1.1.1 Formen der Gewalt
1.1.2 Definition von Gewalt und der Bezug zur Aggression
1.2 Einführung in die Thematik des Sports
1.2.1 Zur Genese und gesellschaftlichen Bedeutung des modernen Sports
2. Die „klassischen“ Modelle zur Erklärung von Aggression und Gewalt
2.1 Das trieb- und instinkttheoretische Modell aggressiven Verhaltens
2.2 Die Frustrations-Aggressions-Theorie
2.3 Lerntheoretische Ansätze der Aggression
2.4 Kritik an den klassischen Modellen zur Erklärung aggressiven Verhaltens
3. Sport, Aggressionen und Gewalt
3.1 Gewalt im Sport – Sportlergewalt
3.2 Ansätze zur Erklärung von gewalttätigem Verhalten im Sport
3.2.1 Gesellschaftliche Voraussetzungen für Gewalt im Sport
3.2.2 Der pluralistische Ansatz
3.3 Gewalt im Umfeld von Sport – Zuschauergewalt
3.3.1 Die Differenzierung der Fanszene im Fußball
3.4 Erklärungsansätze zur Gewalt im Umfeld von Sport
3.4.1 Das Bedingungsgefüge aggressiver Zuschauerhandlungen
3.4.2 Gewalttätiges Verhalten von Hooligans
3.4.3 Gewaltfördernde Selbstkonzepte in der Erfolgsgesellschaft
3.4.4 Das FLOW-Erlebnis
4. Gesamtzusammenfassung – Fazit
Die Arbeit untersucht die Ursachen für Gewalt im Sport und dessen Umfeld, wobei sie den Wandel von einer expressiven, spontanen Gewalt hin zu instrumentellen, kalkulierten Gewaltformen analysiert. Ziel ist es, ein multikausales Erklärungsmodell zu entwickeln, das individualpsychologische Theorien mit gesamtgesellschaftlichen, zivilisationshistorischen und ökonomischen Einflüssen verknüpft.
3.4.2 Gewalttätiges Verhalten von Hooligans
Das gewalttätige Verhalten von Hooligans lässt sich nur bedingt durch das im vorangegangenen Abschnitt aufgezeigte Bedingungsgefüge aggressiven Verhaltens erklären. Während die langfristig wirkenden Bedingungen, sowohl des personenbezogenen, als auch des umweltbezogenen Bedingungs komplexes herangezogen werden können, spielen situative Einflüsse, wenn überhaupt nur eine untergeordnete Rolle. Denn im Gegensatz zum gewalttätigen Verhalten der anderen Fangruppen, ist das Verhalten der Hooligans keine reaktive Gewalthandlung. Hooligans benutzen den Ausdruck von Gewalt entweder, um das eigene Selbstwertgefühl zu stärken oder um etwas zu erleben. Dementsprechend kann man die Hooligangewalt als eine lustvoll betonte Art der Gewalt identifizieren. Die Selbstkonzepte nach Heitmeyer sollen dazu beitragen, ein solches Verhalten näher zu beleuchten.
1. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel definiert den komplexen Gewaltbegriff und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die gesellschaftliche Bedeutung des Sports als Basis für das spätere Verständnis von Gewalt im Sport.
2. Die „klassischen“ Modelle zur Erklärung von Aggression und Gewalt: Hier werden psychologische Theorien wie die Triebtheorie, Frustrations-Aggressions-Hypothese und Lerntheorien vorgestellt und kritisch auf ihre Anwendbarkeit im sportlichen Kontext geprüft.
3. Sport, Aggressionen und Gewalt: Der Hauptteil analysiert explizit Gewaltakte von Sportlern sowie Zuschauern, differenziert verschiedene Fangruppen und erörtert multikausale Erklärungsansätze für deren aggressives Verhalten.
4. Gesamtzusammenfassung – Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass Gewalt im Sport ein komplexes Phänomen ist, das nur durch einen interdisziplinären Ansatz verstanden werden kann, der gesellschaftliche und individuelle Faktoren integriert.
Sport, Gewalt, Aggression, Hooliganismus, Zuschauergewalt, Leistungssport, Zivilisationsprozess, Instrumentelle Gewalt, Fanforschung, Soziologie des Sports, Flow-Erlebnis, Identität, Konkurrenzdruck, Selbstkonzepte, Medialisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der sozialwissenschaftlichen Analyse von Gewaltphänomenen im Sport und in dessen Umfeld unter Berücksichtigung historischer und gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.
Neben der Sportlergewalt bilden die Analyse von Zuschauerausschreitungen, die Differenzierung der Fanszene sowie die Rolle von Leistungsdruck und Kommerzialisierung die Schwerpunkte.
Ziel ist es, zu zeigen, dass Gewalt kein isoliertes Problem darstellt, sondern aus dem komplexen Zusammenspiel von individuellen Motiven und gesellschaftlichen Bedingungen resultiert.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen und psychologischen Ansätzen sowie auf die Auswertung existierender Studien und Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erörterung klassischer Aggressionsmodelle, die Analyse von Sportlergewalt und die detaillierte Untersuchung des Fanverhaltens sowie der Ursachen für Hooliganismus.
Wesentliche Begriffe sind instrumentelle Gewalt, zivilisatorischer Wandel, Leistungsdruck, Hooliganismus und die interdisziplinäre Erklärung von Gewalt.
Die zunehmende Ökonomisierung und der Erfolgsdruck im Leistungssport führen dazu, dass Spieler Gewalt taktisch kalkuliert einsetzen, um sich Vorteile zu verschaffen.
Hooligans betreiben Gewalt oft aus purem Selbstzweck oder zur Erlangung von Status und nutzen dabei häufig eine „zweite Identität“, die sich von ihrem bürgerlichen Alltag abhebt.
Es beschreibt einen Zustand des völligen Aufgehens in der Gewalthandlung, der durch extreme Spannung und Erregung als lustvoll und sinnstiftend empfunden wird.
Obwohl es Gewalt immer gab, hat sich ihre Qualität verändert: Die moderne Gesellschaft ist durch ein sensibleres Empfinden und eine Zunahme instrumenteller statt expressiver Gewaltformen geprägt.
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