Diplomarbeit, 2004
123 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung, Aufbau und Schwerpunkte der Arbeit
2. Kundenbeziehungen der kommunalen Verwaltungen und Beschwerdemanagement
2.1 Der Kundenbegriff in Verbindung mit kommunalen Aufgaben
2.2 Kundenorientierung als Element der Bürgerkommune
2.3 Das Prinzip der „Customer Contracts“
2.4 Beschwerden und Beschwerdemanagement im kommunalen Bereich
3. Beschwerdemanagement im Städtevergleich
3.1 Die Befragung ausgewählter Städte
3.1.1 Ziele der Befragung
3.1.2 Methodik der Datenerhebung, Ablauf der Befragung, Rücklauf
3.2 Auswertung der Städteumfrage
3.2.1 Datenanalyse
3.2.2 Beschwerdebegriff
3.2.3 Strategische und Operative Ziele eines Beschwerdemanagements
3.2.4 Personelle, Organisatorische und Finanzielle Ressourcen
3.2.5 Beschwerdestimulierung
3.2.6 Beschwerdeannahme
3.2.7 Beschwerdebearbeitung und –reaktion
3.2.8 Beschwerdeauswertung und –controlling
3.3 Schlussfolgerungen
4. Beschwerdebearbeitung bei der Stadtverwaltung Halle
4.1 Bisherige Formen der Beschwerdebearbeitung
4.1.1 Beschwerdebearbeitung im Bürgerbüro
4.1.2 Weitere dezentrale Beschwerdestellen
4.2 Führungskräftebefragung zur Bewertung des Ist-Zustandes
4.2.1 Ziele der Befragung
4.2.2 Methodik der Datenerhebung, Ablauf der Befragung, Rücklauf
4.3 Auswertung der Befragung
4.3.1 Datenanalyse
4.3.2 Beschwerdeaufkommen
4.3.3 Aussagen zu Beschwerdearten und der jetzigen Form der Beschwerdebearbeitung
4.3.4 Aussagen zur Beschwerdeauswertung und Beschwerdezufriedenheit
4.3.5 Hinweise auf Veränderungsbedarf und Fortbildungswünsche
4.4 Schlussfolgerungen
4.4.1 Einschätzungen und Verbesserungsvorschläge zur Arbeit des Bürgerbüros
4.4.2 Einführung eines Aktiven Beschwerdemanagements
4.5 Grundzüge einer Implementierungsstrategie zur Einführung eines Beschwerdemanagements bei der Stadtverwaltung Halle
4.5.1 Allgemeine Implementierungsgrundsätze
4.5.2 Einführungsschritte für die Stadtverwaltung Halle
5. Ausblick
Das Hauptziel der Arbeit besteht in der Untersuchung der Problematik von Beschwerdemanagementsystemen im öffentlichen Bereich, um fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Einführung eines solchen Systems bei der Stadtverwaltung Halle zu schaffen.
2.4 Beschwerden und Beschwerdemanagement im kommunalen Bereich
„Auch wenn im Kundenmanagement der Grundsatz „Do it right the first time“ einen hohen Stellenwert genießt, kann eine vollkommene Befriedigung sämtlicher Kundenwünsche nicht immer sichergestellt und mögliche Fehler bei der Leistungserstellung ausgeschlossen werden.“ Diese Aussage trifft auch auf die Fülle von Leistungen kommunaler Verwaltungen zu. Die Produktvielfalt, die eine kommunale Verwaltung ihren Bürgern bietet, übersteigt die jedes Unternehmens bei weitem.
Im Gegensatz zu wirtschaftlichen Unternehmen ist weiterhin zu berücksichtigen, dass die kommunale Verwaltung nicht nur Leistungen auf Grund einer Nachfrage des Bürgers anbietet, sondern als Herstellerin eines Interessenausgleichs bzw. zur Sicherung allgemeiner Ordnung in die Interessen des einzelnen Bürgers eingreifen muss, zum Beispiel durch die Festsetzung von Maßnahmen in Rahmen des Baurechts, das Aussprechen von Bußgeldern oder die Beitreibung nicht gezahlter Gebühren und Steuern.
Somit sind verschiedene durch die Verwaltung beeinflussbare und nicht beeinflussbare Sachverhalte gegeben, die zu einer Unzufriedenheit des Bürgers mit der Folge führen können, dass er sich beschwert. Somit bezieht sich eine Beschwerde im öffentlichen Bereich weniger auf mangelhafte Produkte, sondern auf erbrachte Leistungen der Kommune oder auf ihre Funktionen im politischen System.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Kommunen im demokratischen Staat und identifiziert den Modernisierungsdruck sowie das Bedürfnis nach Bürgerorientierung als Ausgangspunkt der Untersuchung.
2. Kundenbeziehungen der kommunalen Verwaltungen und Beschwerdemanagement: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze des New Public Management und begründet die Notwendigkeit, den Bürger als Kunden zu betrachten und ein aktives Beschwerdemanagement zu etablieren.
3. Beschwerdemanagement im Städtevergleich: Die Auswertung einer Umfrage unter ausgewählten Städten zeigt den Status quo der Beschwerdebearbeitung sowie Strategien für ein aktives Beschwerdemanagement auf.
4. Beschwerdebearbeitung bei der Stadtverwaltung Halle: Dieses Kapitel analysiert die gegenwärtigen Strukturen der Stadtverwaltung Halle, insbesondere durch eine Führungskräftebefragung, und leitet daraus Strategien für eine Implementierung ab.
5. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Herausforderungen für die künftige Kommunalverwaltung und betont die Bedeutung der Bürgerbeteiligung und einer aktiven Fehlerkultur.
Beschwerdemanagement, Kommunalverwaltung, Kundenorientierung, Bürgerkommune, New Public Management, Dienstleistungskompetenz, Bürgerbüro, Stadtverwaltung Halle, Beschwerdestimulierung, Führungskräftebefragung, Verwaltungsmodernisierung, Servicegarantien, Beschwerdecontrolling.
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung eines systematischen Beschwerdemanagements in Kommunalverwaltungen, konkret angewandt auf die Stadtverwaltung Halle (Saale).
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Kundenbegriffs in der Verwaltung, der Vergleich zwischen verschiedenen Städten hinsichtlich ihrer Beschwerdeprozesse sowie die Analyse der internen Situation in Halle.
Ziel ist es, das theoretische Wissen mit empirischen Daten aus anderen Städten und einer internen Führungskräftebefragung zu verbinden, um eine Implementierungsstrategie für ein Aktives Beschwerdemanagement zu entwickeln.
Es werden Literaturanalysen, ein Städtevergleich mittels standardisierter Fragebögen sowie eine interne Befragung der Führungskräfte der Stadtverwaltung Halle durchgeführt und qualitativ ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Auswertung der Städteumfrage (Best-Practice), die Bestandsaufnahme in der Stadtverwaltung Halle sowie die daraus resultierenden Implementierungsschritte.
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Begriffe wie Beschwerdemanagement, Bürgerorientierung, Kommunalverwaltung und Prozessmodernisierung.
Zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeit wurden Rückschlüsse auf Erwartungshaltungen der Bürger primär aus aufgearbeiteten Beschwerden gezogen, da eine strukturierte Bürgerbefragung zu spezifischen Verwaltungsleistungen noch nicht durchgeführt worden war.
Das Bürgerbüro fungiert als zentrale Anlaufstelle und wird als modellhaft für eine kundenorientierte Verwaltung eingestuft, wobei es derzeit durch ein fehlendes systematisches Beschwerdecontrolling limitiert ist.
Die Führungskräfte sind gespalten; Zustimmung und Ablehnung halten sich in der Umfrage weitgehend die Waage, wobei Ängste vor neuen Belastungen in einer bereits stark beanspruchten Verwaltung eine Rolle spielen.
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