Diplomarbeit, 2006
93 Seiten, Note: 1 +
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
Einleitung
I. Das Wesen der Angst
1. Was ist Angst und worin besteht ihr Sinn?
2. Körperliche Veränderungen während der Angstreaktion
3. Die drei Ebenen des Angsterlebens
II. Wenn Angst zur Krankheit wird
1. Gesunde Angst kann sich in krankhafte verwandeln
2. Beschreibung der wichtigsten Angststörungen
2.1 Die Agoraphobie ohne Panikstörung
2.2 Die soziale Phobie
2.3 Die spezifische Phobie
2.4 Die generalisierte Angststörung
2.5 Die posttraumatische Belastungsstörung
2.6 Die Zwangsstörung
2.7 Zusammenfassung
III. Panikstörung und Agoraphobie
1. Ein Krankheitsbild erhält erst spät einen Namen
2. Diagnostische Kriterien der Panikstörung
3. Panikattacken - Die Angst ohne erkennbaren Grund
3.1 Einige Krankheiten ähneln der Panikstörung
3.2 Was passiert im Körper während einer Panikattacke?
3.3 Der Teufelskreis der Angst
3.4 Panik verändert das Leben radikal
3.5 Beschreibung und Entstehung der Agoraphobie
3.6 Die Folgen unbehandelter Angst
4. Die Auslöser von Panikattacken
5. Die Ursachen von Panikattacken
5.1 Genetische Prädisposition
5.2 Psychologische Erklärungen
5.3 Lerntheoretische Erklärungen
5.4 Biologische Erklärungen
5.5 Psychobiologische Erklärungen
5.6 Krankhafte Angst ist auch ein gesellschaftliches Phänomen
IV. Behandlungsmöglichkeiten
1. Wichtig ist die richtige Diagnose
2. Behandlung mit Medikamenten
3. Psychotherapie
3.1 Verhaltenstherapie
3.2 Psychoanalytische bzw. tiefenpsychologisch orientierte Therapie
3.3 Resümierende Stellungnahme
4. Die Bedeutung des Therapeuten
Schlussbemerkungen
Ziel der Arbeit ist es, fundiert über das Krankheitsbild der Panikstörung mit Agoraphobie sowie deren Behandlungsmöglichkeiten zu informieren, um Betroffenen durch Wissen die Angst vor der Erkrankung zu nehmen und den Leidensweg zu verkürzen.
3.2. Was passiert im Körper während einer Panikattacke?
Wie bereits oben beschrieben, ist die Angstreaktion eine der automatischen Schutzmechanismen unseres Körpers, die im Laufe von vielen tausend Jahren Evolutionsgeschichte entstanden ist. Als die Menschen noch in der freien Natur lebten, war es für ihr Überleben unabdingbar, dass bei Gefahren eine automatische Alarmreaktion eintrat, die es ihnen ermöglichte, ihre körperliche Unversehrtheit durch Kampf oder Flucht bewahren zu können.
Das folgende Beispiel soll diesen automatischen Ablauf veranschaulichen (38): Angenommen ein Steinzeitjäger sitzt am Waldrand und ruht sich aus. Plötzlich vernimmt er ein knackendes Geräusch. Das Ohr leitet den Reiz ans Gehirn. Der Jäger dreht den Kopf in die Richtung, aus der er das Geräusch vernommen hat und sieht einen Säbelzahntiger auf sich zukommen. Blitzschnell entscheiden die limbischen Strukturen nun, dass der Reiz bedrohlich ist und lösen die Angstreaktion aus. Das vegetative Nervensystem arbeitet sofort auf Hochtouren, d.h. das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Atmung ist beschleunigt, die Muskeln sind angespannt usw. Diese Erhöhung der Erregtheit sorgt für zusätzliche Kraft, Ausdauer und erhöhte Reaktionsbereitschaft und dient in erster Linie der optimalen Vorbereitung des Körpers auf schnelles Handeln, d.h. auf Kampf oder Flucht. Der Steinzeitjäger greift sich entweder auf schnellstem Wege einen Stock, den er als Waffe benutzen kann oder aber er flieht in Windeseile auf den nächsten Baum.
Wenngleich der moderne Mensch längst nicht mehr einer beständigen körperlichen Bedrohung durch die Natur ausgesetzt ist, so läuft in seinem Körper bei einer wahrgenommenen Gefahr dennoch die gleiche Angstreaktion ab wie seinerzeit beim Steinzeitmenschen. Als Folge einer Angstsituation (z.B. Schritte in der Dunkelheit) treten deutliche, oftmals starke körperliche Veränderungen auf, die den Betroffenen im Allgemeinen jedoch nicht beunruhigen, da er deren Ursache kennt. Baker beschreibt die uns angeborene Angstreaktion sehr treffend als das Herzstück der Panikattacke. Die quälenden Körpersymptome, die während einer Panikattacke auftreten sind im wesentlichen nämlich nichts anderes als die Symptome, die eine ganz normale Angstreaktion begleiten, es laufen die gleichen biochemischen Prozesse im Körper ab.
I. Das Wesen der Angst: Vermittelt einen Überblick über die Funktion von Angst als biologisches Überlebenssystem und beschreibt die körperlichen sowie kognitiven Ebenen des Angsterlebens.
II. Wenn Angst zur Krankheit wird: Erläutert die Grenze zwischen gesunder und krankhafter Angst und stellt verschiedene Angststörungen wie soziale Phobie oder Zwangsstörung kurz vor.
III. Panikstörung und Agoraphobie: Analysiert tiefgreifend das Krankheitsbild der Panikstörung, ihre Symptome, die Rolle der Agoraphobie sowie deren Ursachen und Folgen.
IV. Behandlungsmöglichkeiten: Diskutiert die diagnostische Herausforderung sowie die Wirksamkeit von medikamentöser Therapie und verschiedenen Psychotherapieverfahren.
Panikstörung, Agoraphobie, Angst, Panikattacke, Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, Erwartungsangst, Limbisches System, Stress, Bewältigungsstrategien, Diagnostik, Symptome, Angstnetzwerk, Vermeidungsverhalten, Konfrontationstherapie
Die Arbeit befasst sich umfassend mit der Panikstörung und Agoraphobie, beleuchtet deren Entstehung, die Symptomatik und die aus Sicht der Autorin effektivsten Behandlungsmöglichkeiten.
Zentrale Themen sind das Wesen der Angst, die Abgrenzung verschiedener Angststörungen, die spezifische Dynamik der Panikstörung sowie die kritische Betrachtung therapeutischer Ansätze.
Das Ziel ist es, Betroffene fundiert zu informieren, die Macht der Angst durch Wissen zu brechen und aufzuzeigen, wie eine erfolgreiche therapeutische Behandlung gelingen kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und integriert zudem persönliche Erfahrungen der Autorin, um das klinische Wissen praktisch zu ergänzen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Panikstörung, der Entstehung der Agoraphobie, den Auslösern, den biologischen und psychologischen Ursachen sowie der Diskussion verschiedener Behandlungsmethoden.
Die wichtigsten Begriffe sind Panikstörung, Agoraphobie, Angst, Verhaltenstherapie, Erwartungsangst und Bewältigungsstrategien.
Viele Patienten klagen über körperliche Symptome, die Ärzte oft nicht als psychisch bedingt erkennen, was zu einer jahrelangen Odyssee durch medizinische Fachpraxen führt.
Die Beziehung ist entscheidend; der Therapeut muss Vertrauen aufbauen und bedingungslose Akzeptanz vermitteln, da diese für das Gelingen der Therapie und das Überwinden der Angst unabdingbar ist.
Sie gilt nachweislich als die erfolgreichste Methode, da sie durch gezielte Konfrontation statt nur durch analytische Gespräche eine dauerhafte Heilung ermöglicht.
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