Examensarbeit, 2007
148 Seiten, Note: 1,0
1 Ziele und Grenzen der Arbeit
2 „Lernen durch Lehren“ als Form von Schülerpartizipation
2.1 Begriffsklärung und theoretische Positionen zu „Lernen durch Lehren“
2.2 Relevante Perspektiven im Lern- und Lehrprozess
2.3 Empirische Lage in Deutschland
2.4 Reflexionen
2.5 Anwendung im Fach Chemie
2.5.1 Einsatzmöglichkeiten
2.5.2 Projekte und Ergebnisse an der Martin-Luther-Universität
2.5.3 Grenzen und Probleme
2.6 Effizienz der Schülerpartizipation
2.6.1 Betrachtung der didaktischen Ebene
2.6.2 Betrachtung der pädagogisch-psychologischen Ebene
2.7 Eigene Vorstellungen zu „Lernen durch Lehren“
2.7.1 Begriffseingrenzung
2.7.2 Rolle des lehrenden Schülers
2.7.3 Rolle des betreuenden Lehrers
3 Die Konzeption des Weinprojektes im Rahmen der Projektwoche
3.1 Begriffsklärung Schulprojekt
3.2 Ziele der Projektwoche
3.3 Planungs- und Umsetzungsphasen
3.4 Praxiserfahrungen im Fach „Weinbau“ am Burgenlandkreisgymnasium Laucha
4 Fachliche Grundlagen zum Wein
4.1 Der Weinbegriff
4.1.1 Die Weinrebe
4.1.2 Das Getränk Wein
4.1.3 Qualitätsstufen des Weins
4.1.4 Der Apfelwein
4.2 Historischer Abriss der Weinherstellung
4.3 Realisierung der Weinbereitung
4.4 Weinfehler
4.5 Prinzip der alkoholischen Gärung
4.6 Weinanalytik
4.7 Organoleptische Qualitätsprüfung
4.8 Wein und Mensch
5 Ausgewählte Schülerexperimente zum Thema Wein
5.1 Herstellung eines Fruchtweins
5.2 Bedingungen der alkoholischen Gärung
5.3 Nachweis des Gärproduktes Kohlenstoffdioxid
5.3.1 Qualitativer Nachweis
5.3.2 Quantitativer Nachweis
5.4 Nachweis des Gärproduktes Ethanol
5.4.1 Qualitativer Nachweis
5.4.2 Quantitativer Nachweis
5.5 Bestimmung des Zuckergehaltes
5.6 Bestimmung des Säuregehaltes
6 Projektergebnisse und Feedback
7 Resümee
Die Arbeit untersucht den Einsatz der handlungsorientierten Lehrmethode „Lernen durch Lehren“ (LdL) im Chemieunterricht am Beispiel eines Schulprojekts zum Thema „Rund um den Wein“. Ziel ist es, die Umsetzbarkeit und Effizienz dieser Methode hinsichtlich kognitiver, sozialer und instrumenteller Kompetenzentwicklung zu analysieren und didaktische Möglichkeiten sowie Grenzen aufzuzeigen.
2.5.3 Grenzen und Probleme
Trotz der anscheinend hervorragenden Ergebnisse gibt es auch Einschränkungen, auftretende Probleme und wachsende Kritik an der Durchführung der Methode und der pädagogisch-didaktischen Auseinandersetzung. Wenn man an die vorherrschenden Rahmenbedingungen einer durchschnittlichen Schule denkt, dann kann man schnell feststellen, dass einige Parameter limitierend auf die Verwirklichung von innovativen Unterrichtsmethoden wie LdL wirken. Dies kann in manchen Fällen die Größe der Klasse mit 30 und mehr Schülern sein, in denen eine Durchführung an der hohen materiellen Ausstattung und der nicht zu gewährleistenden Aufsicht scheitert. In anderen Situationen kann man kleine Klassen finden, in denen verhaltensauffällige Schüler den Ablauf stören könnten und dadurch andere Schüler in ihrer Tätigkeit negativ beeinflussen. Wenn die Rahmenbedingungen bezüglich der Klassenzusammensetzung stimmen, so können andere Faktoren wie Ort und Zeit behindernd wirken. In einer Unterrichtsstunde mit einer Dauer von 45 Minuten können die Phasen des LdL oft gar nicht durchlaufen werden. Der Lehrer müsste die Bearbeitung eines Themas auf mehrere Sitzungen aufteilen, was sich äußerst hemmend auf Gedankenfluss, Arbeitsschritte und Kreativität auswirkt. Aus diesem Grund wird LdL oft im Rahmen einer Projektwoche o. Ä. angewendet, wo Zeit nicht als begrenzender Faktor wirkt.
Allerdings spielt die Dauer nicht nur bei der eigentlichen Bearbeitung eine wichtige Rolle, sondern vor allem in der Vor- und Nachbearbeitung durch den Tutor. Die Einführung der Methode LdL ist mit einem deutlich höheren Zeitaufwand als bei anderen Verfahren verbunden. Der Lehrer muss sich auf viele mögliche Situationen einstellen und darf dabei trotzdem nicht das willkürliche Durcheinander in der Bearbeitung zulassen. Der Lehrer sollte darauf vorbereitet sein, auch didaktische Impulse zu geben, damit keine Eintönigkeit entsteht. Diesem höheren Arbeitsaufwand müssen geeignete Rahmenbedingungen in der Schule entgegenstehen. Allerdings findet man diese in der Realität selten vor. Ein noch höheres Engagement wird dadurch von Lehrern und Schülern, welche LdL in ihrem Unterricht durchführen, verlangt.
1 Ziele und Grenzen der Arbeit: Diese Einleitung definiert den Forschungsrahmen, die Methodik sowie das Ziel, das Verfahren „Lernen durch Lehren“ im Chemieunterricht kritisch zu beleuchten.
2 „Lernen durch Lehren“ als Form von Schülerpartizipation: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von LdL, seine psychologischen Wirkmechanismen und die Einbettung in den deutschen Bildungskontext.
3 Die Konzeption des Weinprojektes im Rahmen der Projektwoche: Hier wird das spezifische Schulprojekt „in vino veritas“ konzeptionell dargestellt, einschließlich der Planungsphasen und praktischer Erfahrungen.
4 Fachliche Grundlagen zum Wein: Dieses Kapitel bietet eine umfangreiche fachwissenschaftliche Basis zum Wein, von der Botanik der Rebe bis zur Weinanalytik und Chemie der Gärung.
5 Ausgewählte Schülerexperimente zum Thema Wein: Eine praxisorientierte Zusammenstellung von Experimenten, die zur Durchführung im Rahmen des Projekts didaktisch konzipiert wurden.
6 Projektergebnisse und Feedback: Die Auswertung des Projekts basierend auf Schüler-Feedback und der Reflexion der Projektziele.
7 Resümee: Eine abschließende Bewertung der Methode LdL, die deren Erfolg als handlungsorientierter Ansatz für den Chemieunterricht unterstreicht.
Lernen durch Lehren, LdL, Chemieunterricht, Schülerpartizipation, Projektpädagogik, Weinbau, alkoholische Gärung, Weinanalytik, Schülerexperimente, Handlungsorientierung, Projektwoche, Didaktik der Chemie, Kompetenzentwicklung, Evaluation, Schulentwicklung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung und Analyse der handlungsorientierten Unterrichtsmethode „Lernen durch Lehren“ im Fachbereich Chemie anhand eines praktischen Schulprojekts.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung von LdL, die didaktische Konzeption von Projektunterricht, die Vermittlung fachspezifischer Inhalte zum Thema Wein sowie die Evaluation der Lernprozesse.
Das Ziel besteht darin, zu evaluieren, wie Schülerpartizipation durch LdL realisierbar ist, welche Effekte dies auf die Kompetenzentwicklung hat und inwieweit der methodische Ansatz mit den Anforderungen des Chemieunterrichts vereinbar ist.
Der Autor wählt einen handlungsorientierten Ansatz: Er konzipiert, leitet und evaluiert ein reales Schulprojekt („in vino veritas“), das als Paradigma zur Analyse des LdL-Verfahrens dient.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von LdL, eine detaillierte fachwissenschaftliche Basis zum Wein (inkl. Analytik und Gärung) sowie die praktische Durchführung und Auswertung konkreter Schülerexperimente.
Zu den Schlüsselbegriffen zählen „Lernen durch Lehren“, Schülerpartizipation, Projektpädagogik, Weinanalytik und handlungsorientierter Chemieunterricht.
Wein eignet sich aufgrund seiner interdisziplinären Verknüpfung von Geschichte, Biologie, Chemie und regionaler Bedeutung ideal als praxisnahes Lernobjekt, das Schüler motiviert und zahlreiche experimentelle Anknüpfungspunkte bietet.
Die Arbeit betont, dass der Lehrer bei LdL nicht passiv agiert, sondern als Koordinator und Kommunikationspartner fungieren muss, um Disziplin sicherzustellen und didaktische Impulse zu setzen, ohne die schülerseitige Gestaltung zu hemmen.
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